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Folge #99

Mensch oder Maschine - Warum wir bald beweisen müssen, dass wir echt sind

29.01.2026
36 min
Mensch oder Maschine - Warum wir bald beweisen müssen, dass wir echt sind
0:0036:21

Ihr fragt euch, wie wir in Zeiten von KI unsere Echtheit beweisen? Manuela Machner und Eliot Mannoia sprechen über den Reverse Turing Test und die zunehmende Verschmelzung von Mensch und Maschine. Diese Folge beleuchtet, was das für euch und eure Kommunikation bedeutet.

Diese Fragen beantwortet die Folge

01

Was ist der Reverse Turing Test und warum wird er wichtig?

02

Wie verändert KI unsere Wahrnehmung von menschlicher Echtheit?

03

Welche praktischen Auswirkungen hat das auf unsere Kommunikation?

Über diese Folge

Früher mussten Maschinen beweisen, dass sie denken können. Heute müssen Menschen beweisen, dass sie keine Maschinen sind. Manuela Machner und Eliot Mannoia sprechen über den Reverse Turing Test, das Imposter-Syndrom im KI-Zeitalter und die Frage: Was ist eigentlich noch echt?

Der Reverse Turing Test: Menschen beweisen ihre Menschlichkeit

Captchas lösen KI-Agenten schon zuverlässig. Im Callcenter bauen Mitarbeitende bewusst "Ähms" und kleine Fehler ein, damit Kunden sie nicht für Bots halten. Und Manuela hebt im Hofer ab und muss einem Anrufer erklären, dass sie die echte Manuela ist, nicht ihre KI-Telefonstimme. Die Rollen haben sich umgekehrt.

KI-Telefonassistentin im Alltag: Was funktioniert, was nicht

Manuelas KI-Telefonassistentin nimmt ab, wenn sie nicht erreichbar ist, beantwortet Fragen zu Seminaren und schickt im Nachgang eine E-Mail mit dem Gesprächsprotokoll. Was sie nicht tut: Milch einkaufen. Ihre Nachbarin ruft seitdem Manuelas Mann an. Klare Grenzen für KI-Assistenten sind kein Fehler, sondern Designentscheidung.

Imposter-Syndrom 2.0: Habe ich das noch selbst gemacht?

Wenn die KI 40 oder 50 Prozent der Arbeit übernimmt, stellt sich die Frage: Wofür stellt man eigentlich noch die Rechnung? Die Antwort liegt nicht im Output, den kann die KI auch liefern. Sie liegt in der Verantwortung, der Strategie und dem Praxiswissen aus Projekten, die nicht funktioniert haben. Genau das fehlt den Trainingsdaten.

Warum Fehler und Fails der KI fehlen

KI-Systeme werden auf publizierten Daten trainiert. Publiziert werden Erfolge. Misslungene Marketingaktionen, gescheiterte Projekte, falsche Strategien tauchen in den Trainingsdaten kaum auf. Das macht KI-Empfehlungen theoretisch stark, aber praxisfern. Wer die Fails kennt, hat einen echten Wissensvorsprung.

Kennzeichnungspflicht und Anonymität im Netz

Soll man im Internet mit Klarnamen auftreten müssen? Manuela ist grundsätzlich dafür, weil Anonymität zu oft missbraucht wird. Gleichzeitig hat sie als frühere Geschäftsführerin Meinungen, die sie öffentlich nie geäußert hätte. Die Freiheit, anonym zu sein, hat also auch legitime Seiten, besonders für Menschen in exponierten Positionen.

Das Wichtigste aus dieser Folge

Expertise ist kein Output, sondern Urteilsvermögen. Wer KI nutzt und trotzdem Verantwortung übernimmt, Fragen beantworten kann und aus eigener Erfahrung argumentiert, der liefert etwas, das kein Sprachmodell replizieren kann: Glaubwürdigkeit durch gelebte Praxis.

“Ich habe immer das Gefühl, ich muss beweisen, dass ich das eh selber mit der KI gemacht habe. Mein Kunde zahlt ja nicht für etwas, was eine Maschine rausgeschmissen hat.”
Manuela Machner, KI-Beraterin
“Wenn man dann im Meeting sitzt und man kann keine Frage beantworten, sagt: "Na ja, das steht halt so" – dann ist es auch wenn es die perfekte Strategie ist... man muss es selber mitdiskutieren können.”
Eliot Mannoia, Digitaler Psychologe

Zum Mitnehmen

Checkliste

7 Zeichen, dass du mit einer KI und nicht mit einem Menschen sprichst

Podcast-Handout zur Folge "Mensch oder Maschine". Sieben konkrete Merkmale, an denen ihr im Alltag erkennt, ob ihr gerade mit einer KI oder einem echten Menschen kommuniziert.

  1. 1

    Sie begrüßt dich, kennt aber deinen Namen nicht

    Eine KI sagt zwar "Hallo" oder "Guten Tag", nennt dich aber nie beim Namen und fragt auch nicht danach. Menschen stellen sich vor oder fragen, mit wem sie sprechen. Dieser kleine Unterschied fällt oft erst im Nachhinein auf.

  2. 2

    Strikte Themengrenzen ohne Verhandlung

    Eine gut instruierte KI weigert sich bei Themen außerhalb ihres Aufgabenbereichs, klar und ohne Entschuldigung. Sie erklärt: "Das ist nicht meine Aufgabe." Ein Mensch würde zumindest kurz zögern, erklären oder umlenken.

  3. 3

    Persönliche Fragen beantwortet sie nicht

    Frag sie: "Wer ist Ihr Vorgesetzter?" oder "Können Sie mir Ihre E-Mail geben?" Eine KI weicht aus oder antwortet gar nicht. Solche Gegenfragen stellt sie aus eigenem Antrieb ohnehin nie.

  4. 4

    Zu schnell, zu perfekt, zu konsistent

    Keine Denkpause, kein Zögern, keine Selbstkorrektur mid-sentence. Menschliche Gespräche haben Hänger, Formulierungswechsel, kurze Stille. Wenn jemand in Echtzeit makellos antwortet, ist das ein Hinweis.

  5. 5

    Kein echtes Zuhören bei Emotionen

    Sagst du: "Ich bin gerade total gestresst", kommt eine generische Antwort statt echtem Nachfragen. Eine KI erkennt das Stichwort, aber nicht die Situation dahinter. Ein Mensch würde pausieren, nachfragen oder einfach kurz schweigen.

  6. 6

    Die Stimme klingt zu gleichmäßig

    Das "ähm" kann eine KI inzwischen simulieren, aber die natürlichen Stimmnuancen fehlen. Lautstärke, Tempo und Betonung variieren kaum. Der Sprachfluss ist glatt und gleichmäßig, ohne das echte Auf und Ab, das menschliche Sprache ausmacht.

  7. 7

    Legt auf, wenn es persönlich wird

    Wenn du nachfragst, wer da spricht oder eine echte persönliche Reaktion erwartest, bricht die KI aus dem Muster. Entweder weicht sie aus, antwortet generisch oder beendet die Interaktion abrupt.

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FAQ: Mensch oder Maschine – Wie beweisen wir noch, dass wir echt sind?

Was ist der Reverse Turing Test?

Beim klassischen Turing Test müssen Maschinen beweisen, dass sie wie Menschen denken. Beim Reverse Turing Test ist es umgekehrt: Menschen müssen beweisen, dass sie keine Maschinen sind. Captchas, "Are you human?"-Abfragen und Anrufer, die nicht sicher sind, ob sie mit einer KI oder einem echten Menschen sprechen, sind Alltagsbeispiele dieses Phänomens.

– Manuela Machner

Warum bauen Callcenter-Mitarbeitende absichtlich Fehler ein?

Weil Kunden zunehmend glauben, mit KI-Bots zu sprechen, und das als minderwertig empfinden. Um menschlich zu wirken, bauen manche Mitarbeitenden bewusst kleine Versprecher oder Zögerungen ein. Das Paradoxe: KI-Systeme werden gleichzeitig darauf trainiert, genau diese menschlichen Unregelmäßigkeiten zu imitieren. Beide Seiten ahmen einander nach.

– Eliot Mannoia

Was ist das Imposter-Syndrom im KI-Zeitalter?

Das Imposter-Syndrom, auf Deutsch Hochstapler-Syndrom, beschreibt das Gefühl, die eigene Leistung nicht wirklich erbracht zu haben. Im KI-Zeitalter verschärft sich das: Wenn die KI 40 oder 50 Prozent der Arbeit übernimmt, stellt sich die Frage, ob man die Rechnung noch guten Gewissens stellen kann. Die Antwort liegt in der Verantwortung, der Strategie und dem Praxiswissen, das kein Sprachmodell ersetzen kann.

– Manuela Machner

Wie kann man als Expertin oder Experte beweisen, dass man selbst gearbeitet hat?

Nicht durch den Output, den kann die KI auch liefern. Sondern durch die Fähigkeit, im Gespräch Fragen zu beantworten, Entscheidungen zu begründen und auf unerwartete Situationen zu reagieren. Wer eine Strategie nur vorlegt, aber nicht erklären kann, ist austauschbar. Wer mitdenkt und Verantwortung übernimmt, nicht.

– Eliot Mannoia

Warum fehlen KI-Systemen die Erfahrungen aus gescheiterten Projekten?

Weil nur Erfolge publiziert werden. Misslungene Marketingaktionen, gescheiterte Strategien und falsche Entscheidungen tauchen in den Trainingsdaten kaum auf. KI-Empfehlungen basieren deshalb überwiegend auf dem, was funktioniert hat, nicht auf dem, was in der Praxis oft scheitert. Wer die Fails aus eigener Erfahrung kennt, hat einen echten Wissensvorsprung.

– Manuela Machner

Sollte man im Internet mit Klarnamen auftreten müssen?

Das ist eine Abwägungsfrage. Anonymität wird häufig missbraucht für Trolling und Angriffe auf Personen. Gleichzeitig gibt es legitime Gründe, anonym zu bleiben: politische Meinungen, persönliche Haltungen, die im beruflichen Umfeld schaden könnten. Eine pauschale Klarnamenpflicht löst das Problem nicht, weil sie auch legitime Meinungsfreiheit einschränkt.

– Manuela Machner

Wie funktioniert Manuelas KI-Telefonassistentin?

Wenn Manuela Machner nicht erreichbar ist, nimmt eine KI-Telefonstimme ab. Sie ist mit Informationen über Manuelas Arbeit, Seminare und Kontaktdaten ausgestattet und kann Anliegen entgegennehmen. Nach dem Gespräch bekommt Manuela eine E-Mail mit dem Protokoll. Die KI ist bewusst auf ihren Aufgabenbereich beschränkt und lehnt Anfragen ab, die nichts mit Manuelas Tätigkeit zu tun haben.

– Manuela Machner

Transkript

[00:00:00] Manuela: Hi, willkommen zur aktuellen Folge von Mind and Machine und gleich vorab: Ich bin ein Mensch, mich gibt's echt, ja. Und das wird heute auch unser Thema sein. Ich bin Manuela Machner, KI-Konsultant im Bereich Tourismus und freue mich, dass wir heute über das Thema diskutieren: Wie schaffen wir es noch zu beweisen, dass wir echt san? [00:00:21] Eliot: Hi, ich bin der Eliot Mannoia, digitaler Psychologe, freut mich heute hier zu sein. Und ich bin ein digitaler Avatar. Nein, also glaub nicht... nein, auch in Person heute hier bei euch, also virtuell in echt. [00:00:43] Manuela: Ja, virtuell in echt, ja. Was ist denn überhaupt echt? Sind wir jetzt echt? Ja, sind wir echt, wenn wir da uns in Wirklichkeit gar nicht sehen und da über den Äther transferiert werden? Also unsere Urgroßeltern... du bist in Wien, ich bin in der Steiermark. Bist du wirklich in der Steiermark? [00:01:01] Manuela: Ausnahmsweise, ja wirklich. Aber im Prinzip ist ja wurscht, wo man sitzen, das muss man jetzt auch sagen. Na, wie wir jetzt eigentlich auf das Thema gekommen... das Lustige ist ja, wie man da oft konfrontiert sind damit, dass wir ja KI – ob das jetzt gesprochene KI-Systeme sind, die mit uns reden, E-Mails oder sonst die automatisch antworten, Chatbots auf Webseiten, die man haben – es gibt immer mehr Anknüpfungspunkte, wo wir in Wirklichkeit mit Systemen sprechen und Systeme auch ja schon eigenständig im Internet unterwegs sind und Dinge erledigen und andere Systeme wieder überprüfen wollen, ob das ein Mensch ist oder ein System ist. Wir haben hier jetzt momentan wirklich so eine Phase, wo wir irgendwie noch beweisen müssen, dass wir echt sind oder dass wir wirklich das selber gemacht haben. Ich weiß nicht, müsst ihr draußen tatsächlich beweisen, dass das, was ihr macht, wirklich von euch kommt und dass das nicht die KI gemacht hat oder so? Musst du das beweisen, Eliot, oder hast du das schon mal beweisen müssen? [00:02:10] Eliot: Ich habe es schon oft beweisen müssen, aber nicht im beruflichen Kontext, sondern wenn ich auf Webseiten unterwegs bin und es plötzlich steht: "Are you human?". Und ich so: Ja. Und dann: Wie viele rote... weiß nicht, Autos siehst du in diesem oder wie viele Ampeln siehst du? Und ich so... und dann habe ich es nicht geschafft manchmal, weil ich vielleicht eins ausgelassen habe. Gedacht: Oh Gott, bin ich jetzt doch kein Mensch? Gott, habe ich es doch geschafft zu beweisen und habe es bis jetzt immer geschafft auf die Webseiten, die ich hin wollte, zu gehen, weil ich doch beweisen konnte, dass ich Mensch bin. Aber ja, im Beruflichen natürlich, ich nutze KI sehr viel, besonders für Übersetzungen. Ja, du weißt, dass mein Deutsch wirklich, obwohl es sich anhört wie Goethe, ist doch nicht meine Muttersprache. Und deswegen übersetze ich und da denke ich mir schon so manchmal... [00:03:04] Manuela: Finger wie Goethe, ja? [00:03:07] Eliot: So ganz Goethe noch nicht, aber ja. Da bekomme ich schon oft die Gedanken: Was denken meine Kunden? Wissen die, dass ich jetzt vielleicht nicht so gut Deutsch kann? Aber ja, deswegen, es spielt schon sehr viel mit der Psychologie. Und ich denke mir auch manchmal, es gibt dieses Imposter-Syndrom. Ich weiß nicht, wie das in Deutsch heißt. [00:03:26] Manuela: Imposter... es gibt kein deutsches Wort dafür. Also ich kenn es nur unter Imposter. [00:03:29] Eliot: Ja, ich weiß, wovon du redest. Also Imposter-Syndrom, ja, das ist jetzt schon da bei vielen. Und ich muss gestehen, bei mir auch oft noch. Und wie wird das mit der KI dann noch mehr, ne? Wenn die KI 30 %, 40 %, 50 % macht – was macht das mit unserem Sinn für Ich und Sinn für Gestalten? Also wie erlebst du das? [00:03:51] Manuela: Ja, also das Imposter-Syndrom ist eigentlich dieses – wenn ich es richtig jetzt zuordne – das Hochstapler-Syndrom. Wenn ich das so sagen darf, dass man das Gefühl hat: Habe ich selber das ja nicht so ganz gemacht? Und tu ich da übertreiben oder tu ich hochstapeln, dass ich besser bin oder besser kann? Und ja, also ich glaube jeder, der sich mit KI beschäftigt hat zumindestens in den letzten zwei Jahren, hört halt immer den Spruch: "Bist du nur echt oder ist das schon die KI?". Und ja, na ja, ich bin echt. Wobei, bei mir ist es ja wirklich so, dass wenn ihr anruft, bei meiner KI landet, wenn ihr mich nicht erreicht. Da eine kleine Anekdote schon erzählen müssen: Also letzte Woche, ich habe gedacht, ich bin im falschen Film. Ich habe auf LinkedIn gepostet, dass man mit meiner KI telefonieren kann, wenn ich nicht erreichbar bin. Und dann unter der Woche habe ich sogar gesagt: In dem Zeitfenster könnt's gern mit meiner KI mal telefonieren. Hat keiner gemacht, ja? Am Samstag, ich beim Einkaufen, Telefon geht, ich hebe ab und jemand spricht ins Telefon und sagt nur: "Was heißt auf Deutsch..." und irgendein lateinischer Satz. Ja, ich habe zwar Latein gelernt, aber ganz ehrlich, mitten im Hofer am Samstag um 10:30 Uhr waren meine Lateinkenntnisse jetzt nicht so abrufbar. Abgesehen davon muss ich ja sagen: Wenn einfach jemand zu mir sagt "Was heißt das auf Deutsch?", statt "Hallo", "Servus", "Grüß dich" oder irgendwas zu sagen, war ich leicht überfordert, also damit einzuordnen: Hä? [00:05:32] Eliot: Aber hast du gedacht, du bist in einer Quizshow? So auf Radio oder so? [00:05:41] Manuela: Na, so was genau. Irgendwas so im Hintergrund läuft... na, und jedenfalls ich habe aber dann, muss ich echt sagen, ich hatte nur in einem Bruchteil einer Sekunde habe ich dann gedacht: Ah, der glaubt, der red't mit meiner KI. Und habe dann gleich geantwortet und habe halt gesagt: Tut mir leid, ich kann das nicht übersetzen, bin nicht die KI, bin die echte Manuela. [00:05:59] Eliot: Aber das musst du vielleicht kurz erklären für die Zuhörer, die vielleicht nicht checken: Was meinst du, du hast eine KI? Vielleicht erklär das kurz. [00:06:06] Manuela: Also ich habe, wenn ich nicht abhebe, hebt eine Telefonstimme ab. Das ist eine KI-Telefonstimme, die normal sprechen kann mit euch. Das heißt, die ist instruiert über... also sie hat Informationen von mir, sie weiß natürlich über KI gewisse Dinge und man kann sie dann fragen: Was für Seminare kann ich bei der Manuela machen? Oder solche Geschichten. Oder kannst du ihr was ausrichten? Und ich bekomme im Nachgang dann eine E-Mail, wenn ich nicht erreichbar bin, in der protokolliert ist, was der Kunde wollte oder der Kontakt von mir wollte. Meine KI ist aber auch so ausgerichtet, dass sie Dinge nicht erledigt, die nichts mit mir zu tun haben. Also du kannst mit ihr... also meine Nachbarin, die Milch bei mir bestellt, dass ich sie miteinkaufe, die struggelt ein bisschen mit meiner KI, weil sie der KI sagt, sie soll 3 Liter Milch mitbringen. Und meine KI sagt zu ihr: Das tue ich nicht, das ist nicht meine primäre Aufgabe. Und seitdem ist meine Nachbarin auf meine KI ein bisserl eingeschnappt. Jetzt ruft sie meinen Mann an. Und ja, es gibt Schlimmeres für mich, jetzt sage ich. Aber ja, jedenfalls war zum Telefonat zurück... und ich sag: "Das bin aber ich". Und er sagt: "Ah, nette KI". Und ich sag: "Nein, aber sie können gerne nachher nochmal anrufen und ich hebe nicht ab". Aber darf ich fragen, wer sie sind oder wie sie heißen? "Nein, das tut nichts zur Sache", aufgelegt. Ja, also war ein bisschen sehr speziell der Anruf, sage ich jetzt da mal. [00:21:27] Eliot: Aber das sind zwei verschiedene... ich würde sagen, das sind zwei verschiedene Sachen. Ich glaube, wenn man illegale Sachen macht online, da hast du recht, dann braucht man VPNs und diese ganzen Tricks, die man in den Filmen sieht. [00:21:37] Manuela: Na, nicht... das meine ich gar nicht, sondern wenn ich nicht will, dass Amazon mein Verhalten kennt. Wenn ich nicht will, dass YouTube mich scannt. Wenn ich nicht will, dass mir Dinge angeboten werden als Konsument. Ich rede gar nicht davon, dass ich illegale Dinge machen will, sondern ich will nicht transparent sein. [00:21:58] Eliot: Okay, da hast du recht, da kann man... ich habe eher von der Moderation geredet. Also ich habe eher gemeint so: Ich kann ohne VPN, wenn ich nichts Illegales mache, online weiß nicht Tom, Dick und Jerry heißen oder wie auch immer und kann negative Leute... also negativ und kann trollen. Dieses ganze Trolling und so machen. Und das kann man so gesagt anonym machen. Natürlich, wenn es strafbar wird, ist das nachvollziehbar auf meine IP-Adresse und so weiter. Also ich glaube, da ist es schon noch ein bisserl der Wilde Westen, dass man wirklich überall was schreiben kann und mitreden kann oder negativ oder genau. [00:22:43] Manuela: Na, definitiv. Also diese Klarnamenpflicht, dass ich jetzt klar definieren muss, wenn ich was veröffentliche, wer ich bin. Auf der anderen Seite muss man schon sagen, es sind ja da wieder zwei Seiten. Ich bin grundsätzlich dafür, weil es einfach missbraucht wird, diese Freiheit, die wir haben, uns Micky Maus nennen zu können. Aber die Geschichte ist halt die Meinungsäußerung. Und manchmal ist es ja auch so, dass man vielleicht eine Meinung äußern möchte, wo man aus strategischen, politischen, persönlichen Hintergründen seine Meinung nicht öffentlich sagen möchte. Und da muss man sagen... gesellschaftspolitischen Hintergründen. Und da ist es schon noch momentan eine Freiheit auch im positiven Sinn, dass ich etwas sagen kann, wo ich vielleicht in meinem früheren Job als Geschäftsführerin gewisse Dinge einfach öffentlich nie gesagt hätte, obwohl ich der Meinung dazu bin, weil es mir einfach beruflich geschadet hätte. [00:26:03] Manuela: Ja, also das glaube ich definitiv auch. Wirkt dann tatsächlich noch von mir so dieses: Wir diskutieren immer auf der rechtlichen Ebene von Urheber und Geschichten. Aber wenn man es jetzt trennt von der rechtlichen Situation: Urheber zu sein heißt ja auch: Ich fühle mich für irgendwas verantwortlich oder ich habe irgendwas erschaffen oder ich habe irgendwas gemacht. Und darauf bin ich vielleicht stolz und da habe ich was erreicht damit. Und das verändert sich ja auch. Also weiß nicht, wie es dir geht, aber mir ist immer total wichtig, obwohl ich so viel mit KI mach... ich habe immer nur das Gefühl, ich könnte niemals die KI allein diese Konzeptionierung machen lassen. Und ich könnte niemals dem Kunden das abgeben als mein Konzept für ihn, wenn ich nicht federführend selber aktiv da drinnen gewesen wäre. [00:27:45] Eliot: Ja, ja absolut, geht mir genauso. Also wenn man KI nutzt, muss man halt... ich bin sicher auch in vielen Marketing... also wo viel Texten... momentan sind die Sprachmodelle halt sehr sprachfokussiert. Ich glaube Ideen oder Strategien hat man vielleicht weniger das Gefühl, weil das ist eher ein Austausch und man bekommt vielleicht tolle Ideen, aber man muss sich selber dann noch irgendwie präsentieren, ob das schriftlich oder verbal ist. [00:28:23] Manuela: Möglich ist es, ja. Und dann ist halt die Gefahr: Wie sieht die andere Seite das? Warum muss ich überhaupt beweisen, dass ich das geschrieben habe? Es kann... wenn der Kunde sagt: "Du, mir ist es ja völlig flunzen, Hauptsache ich habe hier ein perfektes Konzept", oder sagt der Kunde: "Na ja, sei mir nicht bös, ich zahl aber nicht für etwas, was eine Maschine rausgeschmissen hat". [00:29:00] Eliot: Und ich glaube, der Mehrwert kann dann wirklich geliefert werden in dieser Schnittstelle zwischen: Ich habe es bekommen und ich liefere es. Weil wie du es verpackst, wie du es präsentierst, mit welchen Rahmenbedingungen du sagst: Das ist die Empfehlung, wenn das und das und das passiert, und auch Fragen beantworten kannst. Also wenn der Kunde dann sagt: "Ja okay, tolle Strategie, was ist wenn das oder das oder das?". Und wenn man dann weiter gut argumentieren kann und auch ausweichen oder zumindest ergänzen kann, dann sieht der Kunde: Okay, du hast etwas, was vielleicht von der Maschine kam oder nicht, aber deine Expertise ist so gesagt das Gütesiegel drauf. [00:30:54] Manuela: Vor allem muss man auch sagen, ich glaub zumindestens momentan sind wir schon in der Situation, dass das, was die KI auswirft, trotzdem Theorie ist. Einfach deswegen, weil die Daten... auch wenn es Use Cases gibt im Netz, sehr oft wird mehr von den funktionierenden Systemen gesprochen und weniger die Fails. Also ich glaube, dass wir die Problematik haben, dass die Trainingsdaten der Systeme sehr stark basierend sind auf den Dingen, die oft funktionieren. Und viel weniger dokumentiert sind auch Dinge, die in der Realität gar nicht funktionieren. [00:33:33] Eliot: Ja, du bist aber einer der offensten Menschen, die ich kenne. Du bist super kurios, neugierig, offen. [00:33:41] Manuela: Aber man muss dann bewusst sich selber zurücknehmen und auch das zulassen und sagen... [00:33:48] Eliot: Emotional Intelligence, ja genau. Gewisse Dinge. Aber das glaube ich schon, dass man da beweisen muss, dass man ein Mensch ist den Systemen gegenüber und das auch beweisen kann dadurch. [00:34:08] Manuela: Das würde uns wieder interessieren, auch bei euch: Was eure Erfahrungen sind. Also bitte schreibt uns in den Kommentaren, ob ihr schon das Gefühl habt manchmal: "Da wäre jetzt vielleicht ein Fehler nicht schlecht, dass es nicht zu perfekt ist", oder wie fühlt ihr euch dabei? Habt ihr schon die Situation gehabt... mich würde interessieren, ob irgendjemand schon diese Situation gehabt hat, dass er sich dann nicht sicher war, ob er jetzt mit einer KI kommuniziert hat oder nicht mit einer KI kommuniziert hat. [00:35:16] Eliot: Ja, ich weiß, in vielen Workshops ist es mittlerweile noch... ich frage oft: Wie viele Leute ChatGPT Voice oder Gemini Voice nutzen? Es sind fast bis jetzt zwischen eins und drei Personen von zwanzig, die eigentlich das reden. Also schon... und wenn, dann diktieren sie. [00:35:51] Manuela: Na gut, also wir sehen uns das nächste Mal. Wie gesagt, wir sind jetzt noch echt. Mal schauen, vielleicht schicken wir das nächste Mal unsere Avatare her. Dann reden wir vielleicht genauso wie jetzt. [00:35:58] Eliot: Mmh, ohne bemerkbaren Unterschied. [00:36:03] Manuela: Ganz genau. Also täuscht euch nicht und sagt nicht: "Das kann nicht sein, weil das erkenne ich". Also ganz ehrlich: Ihr erkennt das nicht. Wenn ihr uns nicht gut kennt, erkennt ihr das nicht. Macht's gut, bis zum nächsten Mal! [00:36:18] Eliot: Tschüss, macht es gut!

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