Manuela Machner und Eliot Mannoia diskutieren, ob KI-Nutzung unsere sozialen Fähigkeiten verkümmern lässt oder ob das eine übertriebene Angst ist.
KI ermöglicht es, eine Vielzahl von Informationen und Bewertungen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, die früher nicht verfügbar waren. Dies kann das Vertrauen in die eigene intuitive Bauchentscheidung mindern und zu einer stärkeren Abhängigkeit von Systemen führen.
KI-Systeme sind oft darauf ausgelegt, unterstützend und positiv zu sein, was dazu führen kann, dass Menschen seltener mit direkter Kritik konfrontiert werden. Dies kann die Fähigkeit, mit konstruktiver Kritik umzugehen und daraus zu lernen, schwächen.
Manuela Machner
Der soziale Austausch im Arbeitsumfeld, etwa im Flur oder in der Küche, fördert Teambuilding, Konfliktlösung und den informellen Wissensaustausch. KI kann diese Interaktionen reduzieren, was zu einem Verlust an Diversität und Innovation führen kann.
Eliot Mannoia
Es ist wichtig, sich der schleichenden Veränderungen durch KI bewusst zu sein und bewusst an sozialen Fähigkeiten zu arbeiten. Wir sollten die Systeme dominieren und nicht von ihnen dominiert werden, um unsere menschlichen Kompetenzen zu stärken.
Manuela Machner
Bildungsstätten sind nicht nur Orte der Wissensvermittlung, sondern auch wichtige Treffpunkte, um soziale Kompetenzen wie Konfliktlösung, Empathie und das Aufeinander-Einstellen zu erlernen. Ein stärkerer Fokus auf diese Fähigkeiten ist in der Zukunft entscheidend.
Manuela Machner
Wenn wir nur noch gewohnt sind, dass KI uns das sagt, was wir hören wollen, verlernen wir, die zweite Ebene der Kommunikation bei Menschen zu erkennen. Dies kann dazu führen, dass wir subtile Signale und unausgesprochene Bedeutungen übersehen.
Manuela Machner
**Eliot Mannoia:** Hi Und willkommen zur nächsten Folge von Mind/Machine. Heute reden wir über die sozialen Fähigkeiten und wie sie im KI-Zeitalter noch mehr beeinflusst werden. Mein Name ist Eliot Mannoia digitaler Psychologe.
**Manuela Machner:** Und ich bin Manuela Machner, spezialisiert auf KI im Tourismus und wie ihr hört es heute ein bisschen verschnupft also ich hoffe, ihr versteht es mir trotzdem richtig.
**Eliot Mannoia:** gut.
**Manuela Machner:** Wir verwenden ja KI ganz viel. Also unsere sozialen Fähigkeiten müssten sich ja sozusagen schon verändert haben durch die Nutzung von KI-Systemen.
Glaubst du dass sich bei dir schon etwas verändert hat, Eliot?
**Eliot Mannoia:** Ja, auf jeden Fall. Also ich bin sehr viel unterwegs und sehr viel unter Menschen. Also ich glaube, das ist ein starkes Gegenpol, was mir hilft. Aber ich nutze KI schon. Sechs, sieben Stunden am Tag manchmal und da merke ich schon, dass ich auch bei vielleicht kleineren Sachen manchmal KI um Meinung bitte, wo ich mir denke, wo ist da meine Resilienz, ist da meine persönliche Meinung?
es ist schon ein Wahnsinn, man merkt schon, dass man auf Knopfdruck wirklich alles fragen kann und ich merke schon, dass die Qualität auch von meiner Arbeit viel besser geworden ist, weil ich es gemeinsam mache und nicht nur mit einer KI, sondern mit mehreren.
Aber ich merke schon auch dann, dass es manchmal so ein bisschen wie eine Stütze wirkt. Also wenn man dann zum Beispiel etwas machen müsste, wo man nur alleine was machen kann und man hat keine KI zur Hand, vielleicht so, stell dir vor, du müsstest jetzt einen Brief schreiben ohne Word, ohne Rechtschreibprüfung und du müsstest es bei Hand schreiben, da würde ich zum Beispiel auch jetzt nicht so wissen. Also wenn ich das jetzt wirklich für ein Bewerbungsgespräch was schreiben müsste, dann würde ich mir nicht sehr, wie sagt man, selbstbewusst Vorkommen, ohne Word und mit KI, verstärkt sich das, zumindest bei mir, wenn ich da ganz offen bin.
wie ist es bei dir?
**Manuela Machner:** Ganz ehrlich, ich habe erst vor kurzem eine Postkarte zu meiner Austauschschülerin in die USA geschickt, weil sie wieder Baby bekommen und habe mir Inspiration auch bei ChatGPT geholt. Wie könnte ich das formulieren, weil das Baby noch nicht da ist? Also ich hätte mein Leben nie, ich bin immer jemand gewesen, der sehr persönlich schreibt.
Ich habe immer... Die Worte gewusst, sozusagen. Also ich war immer eigentlich sehr gut darin glaube ich, die richtigen Worte für jede Situation zu finden. Und ein bisschen ist vielleicht auch das Selbstvertrauen In meine Fähigkeit ein bisschen gesunken, dass ich ChatGPT gefragt habe, wie könnte ich das jetzt besser formulieren oder anders formulieren oder überhaupt formulieren und habe mir in dem Moment gedacht, wie krank ist das eigentlich, dass man sich für solche Sachen und vor allem in einem Bereich, wo ich mich doch eher als kompetent einschätze, also wenn es ein Bereich ist, wo ich sage, okay, da Also das ist eher eine Schwäche, dann ist es vielleicht noch was anderes, aber selbst dort, wo meine Stärken sind, so wie du sagst die Qualität wird besser, man hat an sich selbst ganz andere Erwartungen, also ich denke, dass...
Das hat sich schon extrem verändert. Also ihr wart von mir und meinem Output und dem, was ich abliefere, einfach viel, viel mehr als ich es vielleicht noch vor fünf Jahren erwartet hätte. Obwohl ich immer schon sehr ehrgeizig war. Also der Ehrgeiz und die...
**Eliot Mannoia:** ist es dann, wenn wir wirklich jeder einen Einstein oder Marie Curie irgendwie eine super Genie neben uns haben? Werden wir dann alle so ein bisschen eine Regression erleben zur Kindheit, wo, weiß nicht, immer Mama oder Papa neben uns gestanden ist und wir so das Gefühl haben, ich mache Die Arbeit, aber was meinst du? Also es ist schon, ich könnte mal so als psychologische Seite sehen, dass wir vielleicht wieder so ein bisschen eine Regression zur Kind- und Elternbeziehung haben in Bezug zur KI, also jetzt nicht... Als Elternteil aber so als, wie würdest du das machen? Oder passt das eh so? Finde ich irgendwie spannend.
**Manuela Machner:** Frage ist, wie stark wir dann noch unseren eigenen Urteilsvertrauen Trauen. Also
**Eliot Mannoia:** Naja.
**Manuela Machner:** heute eine Entscheidung zu treffen, also wir verwenden ja KI wirklich sehr viel und wir haben neue Matratzen gekauft und neue Betten gekauft Und zum Beispiel früher, also wir haben Probe gelegen und die Matratzen natürlich, was passt und dann vertraue ich schon noch mehr meinem Rücken also im KI-System.
Aber was tust du natürlich? Du fragst das System, wie sind die Feedbacks über das ganze Netz hinweg zu diesen ganzen Matratzen Und was sind Kritikpunkte Und plötzlich hast du ganz neue Aspekte drinnen, die du vorher einfach gar nicht in deinem Entscheidungsprozess hattest. Weil früher hast du den Preis gehabt, du hast vielleicht eine Optik gehabt bei Matratzen das Liegegefühl und das war's.
Du hast in den letzten Jahren durch diese Bewertungsgeschichten, wie es in Google oder wo auch immer ist, gelobt Einzelbewertungen dann noch gehabt und jetzt kann ich sagen, im System holt aus allen Plattformen die Bewertungen und macht mir einen Überblick und mache gleich die Bewertungen zwischen und macht Vergleiche und stellt die Matratze vom Lutz gegenüber vom Ikea, gegenüber vom nächsten Bettenanbieter und mach mir einen Vergleichspool wenn ich sag, Diese Matratze hat sich überall gut für meinen Rücken angefühlt und plötzlich hast du ganz neue Geschichten in deinen Entscheidungsprozessen drinnen, die du vorher überhaupt nicht gehabt hast.
Bitte was?
**Eliot Mannoia:** hast eine Studie draus gemacht.
**Manuela Machner:** Ja stimmt. Eigentlich fast, ja. Also zumindest eine Nutzerstudie drüberfahren lassen und dann noch abgeglichen was ist Preis-Leistung und was weiß ich, ja. Stimmt. Und früher hast du halt deinem Gefühl mehr vertraut. Und da bin ich gespannt, wie sich das noch entwickelt, weil ich erlebe auch im Umfeld unglaublich gerade im privaten Bereich, wie Menschen KI heranziehen, um ihre Entscheidungen zu untermauern einerseits Aber auch das Untermauern ist, glaube ich, das, was wir alle immer schon gemacht haben.
Aber auch wirklich Entscheidungen abzugeben. Also wirklich zu sagen... Ich mag mich damit ja gar nicht auseinandersetzen Entscheidungen sind ja meistens sehr aufwendig je nachdem, was das für eine ist. Sag du, was ich nehmen soll oder was ich kaufen soll. Und dann...
**Eliot Mannoia:** ganz, ganz wichtig, soll ich zuerst den linken Schuh anziehen oder den rechten Schuh?
**Manuela Machner:** Ja, aber du... Ja, was ziehe ich an? Draußen scheint die Sonne und es hat minus 12 Grad. Fragen wir doch die ChatGPT, was wir anziehen sollen. Also ganz schlimm ist es noch nicht bei mir, aber ich glaube schon in der sozialen Kompetenz, dass diese... Die intuitive Bauchentscheidung, also es kommt sowieso vom Typ an, mein Mann entscheidet nichts bauchintuitiv, also da wird alles als Studie abgearbeitet, also schon vor KI-Systemen aber so dieses intuitive, was bestelle ich oder was nehme ich oder so, wird wie immer schwieriger werden, weil wir immer mehr Faktoren plötzlich zur Entscheidungsfindung heranziehen können und tun.
**Eliot Mannoia:** Ja, und weil wir auch über Zwischenmenschliches reden, finde ich das auch im Arbeitskontext spannend. Ich könnte aufstehen zu einer Kollegin gehen, um ihre Meinung bitten, Aber da muss ich aufstehen, da muss ich, weiß ich, dann werde ich mich irgendwie vielleicht bloßstellen, dass ich was nicht weiß. Ich könnte auch einfach ChatGPT fragen, da muss ich erstens nicht aufstehen und keine Gefahr, dass ich mich irgendwie bloßstelle, dass ich irgendwie was vielleicht Dummes frage. Und multipliziere mir das mal auf ein ganzes Unternehmen Und dann eine Prise Homeoffice und andere dynamischen Faktoren dazu, Digitalisierung und Google und alles, was eh schon da ist. Dann haben wir ein Rezept, das weiter dichter und dichter und dichter mit Digitalisierung gefüttert wird, KI oder nicht. Und halt weniger dieses Zwischenmenschliche. Wie das Zement zwischen den Ziegelsteinen. Das Zement zwischen den Ziegelsteinen ist genau dieses, man trifft sich im Flur, man trifft sich in der Küche, man fragt sich kleine Fragen zwischendurch oder für Meinungen und genau so kommt man dann auf die Frage Diese banalen Sachen wie, ja okay, was, dein Mann war mit mir auf der Uni oder ich kenne dich eh von früher vielleicht oder was, du warst auf der gleichen Schule wie ich und es passieren da Sachen, die dann die Beziehungen viel auch mehr stärken und auch insofern Resilienz auch bilden also es hat so viele Nebeneffekte auch, das ist auch sehr wichtig,
**Manuela Machner:** Aber nicht nur... Nicht nur die Beziehung stärken sondern auch, es ist ja so eigentlich absurd. Auf der einen Seite, wir haben eine Effizienzsteigerung natürlich, weil die Zeit die du brauchst, zu Kollegen zu gehen, zu kommunizieren, ihr das Problem zusammen zu erläutern sich auszutauschen ist natürlich viel länger, als wenn du schnell nach einer Lösung suchst und diese findest.
Auf der anderen Seite beginnen wir in Unternehmen das große Thema Kommunikation Content-Hubs oder halt irgendwo Plattformen intern zu lösen wo die ganzen Informationen des Unternehmens ja auch Irgendwo drinnen sind, weil dieser Austausch ja auch nicht mehr passiert. Das heißt, dadurch, dass ich dich frage, weiß der Kollege, ich habe gerade dieses Projekt in Arbeit oder ich habe gerade dieses Problem
**Eliot Mannoia:** Ja.
**Manuela Machner:** dem Projekt.
Das heißt, der Kollege, der vielleicht mit einem anderen, wieder über ein anderes Thema kommuniziert im Team oder in einem anderen Team und dort vielleicht ähnliche Dinge aufpoppt und sagt, ah du übrigens, die Manuela beschäftigt sich gerade mit, schaut euch das zusammen an und gerade in größeren Strukturen Wird das ja immer schwieriger dadurch.
Und auf der anderen Seite versucht man das jetzt auch wieder technisch zu lösen weil halt diese, ich nenne es jetzt Kaffeehaus-Austausch-Kultur, nicht stattfindet oder überhaupt diese Frage-Kultur nicht mehr stattfindet. Also dieses, geh, frag dich schnell was oder kannst du mir kurz helfen. Weil entweder es kommt dann, ja frag ChatGPT.
Also das ist ja schon so, dass der Kollege fragt ich was das jetzt auch nicht frag ChatGPT, ist ja gut geht schneller oder halt, wenn es ein internes Tool gibt, frag Copilot oder so und man hat das Interesse ja gar nicht mehr hat, diesen Austausch zu machen, weil man weiß, es geht eh viel schneller, effizienter.
**Eliot Mannoia:** Ja, ich habe da sogar eh auch einen Beitrag dazu geschrieben, dass man, wenn man das sich gedanklich vorstellt, habe ich zwei Linien. erste Linie von A nach B ist eine ganz gerade Linie Effiziente linie das ist soll darstellen wenn eine maschine ob das jetzt software oder ki ist eine entscheidung trifft von a nach b sehr schnell eine gerade linie effizient und dann darunter eine andere linie das ist ich nenne es die menschliche kurve ja auch von a bis b aber halt nicht eine gerade linie sondern ein bisschen eine kurve linie Und genau in diesen Kurven die halt langsamer sind, vielleicht nicht so effizient aber genau in diesen Kurven passiert vielleicht ein bisschen Teambuilding, ja, vielleicht hat man plötzlich bei diesem einen Punkt ein bisschen einen Konflikt aber dann löst man diesen Konflikt baut dann ein bisschen Konfliktlösungen auf oder Teambuilding oder man fragt eine Kollegin für ihre Meinung oder man schlaft eine Nacht drüber auch wichtig, ja.
Man muss ja nicht, es geht ja nicht nur um andere Menschen fragen, sondern einfach mal ein bisschen zu entschleunigen und sagen, okay, ich schlafe jetzt mal eine Nacht drüber und am nächsten Tag schaut die Sache oft ganz anders aus. Und vielleicht in diesem Prozess in dieser kurvigen Linie von A nach B, überlegt, findet man fest, dass man eigentlich doch nicht nach B möchte, sondern man möchte das Projekt abbrechen oder man möchte ganz woanders hin. Und jetzt stellt euch vor, wenn jede Mitarbeiterin gleich mit dem Handy oder mit einem System, eine Automation oder so, gleich immer von A nach B kommt. Und das ist super für viel Effizienz Also ich habe nichts gegen Automation und ich habe nichts gegen KI-Tools natürlich. Aber man muss sich halt nur überlegen, wo ist eine gerade A nach B Linie super? Und wo sollte man absichtlich vielleicht ein paar langsame Sachen einbauen? Also ich glaube, wir werden in den nächsten Jahren... Alles schnell machen können und alles automatisieren, dass meine These ist, dass wir in ein paar Jahren wieder, genau wie wir jetzt, jetzt entwerfen wir neue Arten um Sachen schneller zu machen, werden wir in der Zukunft neue Arten entwickeln, um Sachen langsamer zu machen.
Sagen, okay, wir machen diesen Prozess schnell, aber dann bauen wir eine Pause ein oder eine 24-Stunden-Lücke oder ein Doppelcheck oder du musst einen Kollegen fragen und so auf die Art. Weil sonst wird alles schnell und da geht einiges dann auch verloren. Innovation, Diversität, neue und andere Gedanken, weil wir kennen Menschen.
Menschen sind oft, die wollen es am schnellsten haben und wenn alle nicht gut prompten oder wenn jetzt zum Beispiel alle einfach nur einen Satz geben, so ich brauche eine Strategie bitte oder ich brauche eine Weihnachtskampagne, Dann sind diese Systeme oft sehr probabilistisch und da ist die Abweichung nicht so breit.
Also wenn 20 Leute fragen nach einer Marketingkampagne, dann wird die eher ähnlich sein, wenn man nicht einen guten Prompt dazu schreibt. Und deswegen, wenn alle für sich alleine Sachen machen und nicht sich austauschen, ist auch da manchmal die Diversität die fehlt. Ja.
**Manuela Machner:** Ja, also bin nicht ganz sicher, dass Dass wir Menschen jemals Pausen einbauen wollen, werden. Also zumindest nicht im Business-Kontext. Also ich glaube, dass wir Menschen einfach das Thema dann ausschalten und vielleicht versuchen, Fehler wieder technisch zu lösen und noch effizienter zu werden und Varianten hineinzubringen Ich bin mir nicht sicher, dass...
Bin ich gespannt, ob gesellschaftlich das dann so ist, dass wir sagen, ja, die menschliche Meinung ist so viel wichtiger, weil wenn wir davon ausgehen, dass wir bald solche Systeme bald das Wissen des ganzen Universums unter Anführungszeichen unter sich vereinen kann, dann muss man schon sagen, dass unser Kinkerlitzchen-Wissen im Verhältnis noch relativ wenig wert ist.
Also es wird dann eher so um vielleicht Erfahrungen gehen oder um Human in the Loop, wie es so schön heißt, aber die Frage wird sein, wo wird man Human in the Loop einsetzen an welcher Phase diese Entscheidungsprozesse oder diese Automatisierungen. Es wird natürlich ganz stark davon abhängen welche Art von Arbeiten das natürlich sind.
Das glaube ich schon. Was ich glaube, ein wichtiger Faktor ist, was du vorher gesagt hast, eine soziale Kompetenz. Die wir, wenn das so weitergeht, immer stärker verlieren werden. Aus meiner Sicht ist das Thema Kritikfähigkeit. Also die KI-Systeme sind schon nicht mehr ganz so flauschi-flauschi, wenn man es sich so richtig einstellt, aber trotzdem tun sie alles uns zuliebe und sind einmal grundsätzlich der Meinung, dass wir ihre Götter sind, sage ich jetzt einmal.
Zumindest sind sie so ausgerichtet. Und Auch wenn die Leute sagen, ja, das ist mir alles viel zu lieb und nett, wir genießen in Wirklichkeit das. Also wir genießen das schon, dass einmal grundsätzlich unsere Idee super ist und wenn er dann auch uns unterjubelt dass wir das vielleicht doch ändern sollen, aber er sagt ja nie, das ist alles absoluter Scheiß ja.
Also Punkte, Punkte. Und in der Realität haben wir das in der Interaktion mit Menschen schon. Also da muss man sagen, in der Realität gibt es den, der gegenüber sitzt und sagt, das ist jetzt keine gute Idee. Wenn er es nicht sagt, ich komme aus einer Branche, wo man nicht immer so nett zueinander ist und dann schon sagt, Du bist der Vollkoffer oder aus einer Region, wo man das auch gesagt hat.
Und ich muss gestehen das als Mensch zu verarbeiten wenn ein anderer Mensch dir sagt, dass du eigentlich ein Blödsinn sagst oder das, wovon du überzeugt bist, aus dessen Sicht halt ein völliger... Also jetzt kann ich die ganzen Worte nicht verwenden, du würdest das nicht verstehen und das darf man nicht öffentlich sagen.
Aber wie auch immer, wenn man mit solchen Dingen konfrontiert ist, dann ist das nicht angenehm überhaupt nicht, das muss man ganz ehrlich sagen, aber man wächst natürlich daran und man lernt schon auch kennen, wie geht man mit Kritik um. Und ich muss schon sagen, wenn ich mich selbst beobachte, meine Kritikfähigkeit sage ich jetzt vor drei Jahren in einer Geschäftsführerposition, wo ich mich tagtäglich anhören habe müssen, dass irgendwas, was ich mache, natürlich nicht in Ordnung ist, weil du immer viele Stakeholder hast und viele, allen recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann, wie es so schön heißt, da warst du das schon sehr gewohnt und Du hast dann Methodiken entwickelt, wie du Kritik auseinanderfädelst, wie du sie herunterbrichst auf echte Kritik oder auf menschliche.
Jemand steht dir nicht zu Gesicht oder er will für sich was bewirken und für seinen Vorteil was machen und deswegen kritisiert er deine Vorgehensweise. Das lernst du. Wenn es aber ständig Systeme dir sagen, wie super du bist und ich muss schon sagen, ich merke heute schon, dass ich mir heute, wo Kritik mir viel seltener begegnet als vorher, dass ich mir heute viel mehr Gedanken zum Thema Kritik mache und wieder am Anfang ein bisschen stehe von dieser Kritikfähigkeit, sage ich.
Also wieder dieses, mich viel mehr darüber nachdenken Hätte ich was anderes machen können, hat er recht und es wieder viel näher kommen lassen, weil ich es einfach selten erlebe Und wenn du jetzt viel mit solchen Systemen arbeitest, die ja eher dich hochloben oder dir zumindest das Gefühl geben, sehr supportive zu sein, ist die Frage, wie gut kann man dann noch damit umgehen.
Die Frage ist, wie weit braucht man es in der Zukunft noch. Man muss ja nicht wirklich, so wie es in meinem Fall war, permanent damit konfrontiert sein. Aber ich denke, eine gute Kritikfähigkeit ist schon wichtig. Weil man dann lernt Dinge zu differenzieren. Und bei den Kindern und Jugendlichen wird das noch ein ganz großer Faktor sein aus meiner Sicht.
Also wie lernen sie Kritikfähigkeit kennen in der Bildung? Und ich habe das Gefühl, dass im Schulwesen Kritikfähigkeit jetzt auch nicht mehr so, früher hat uns der Lehrer sagen können, was er wollen hat und wir sind, daheim hat es noch geheißen ja recht wird er haben Also ich glaube, das ist auch auf der Ebene sehr stark verloren gegangen und wenn du dann auch nicht mehr mit Freunden interagierst und streitest und versöhnst und so weiter, glaube ich, ist das eine ganz gefährliche Geschichte.
**Eliot Mannoia:** Ja.
auf jeden Fall. Ich sehe das auch so wie... unterschiedlich je nach Alter und Persönlichkeiten. Ich sehe das visuell so wie diese Spinnendiagramme wo vielleicht manche Menschen, die sehr gerne ehrgeizig sind und optimieren, dass sie vielleicht das Transkript von einem Teams-Call zum Beispiel vielleicht immer dann fragen werden. Wie bin ich rübergekommen, wie hätte ich besser sein können und so weiter. Also ich kann mir auch vorstellen, dass für manche Menschen sie vielleicht zu viel Kritik und ständig an sich arbeiten. Wie gesagt, alles in einem
**Manuela Machner:** Mh.
**Eliot Mannoia:** natürlich auch vorteilhaft. Also ich sehe da auch Möglichkeiten, an sich zu arbeiten. Aber ich gebe dir recht, dass die Risiken auf jeden Fall sehr, sehr groß sind, besonders für die Jugend und nicht nur für eigentliche Kritik. würde sogar noch einen Schritt weiter gehen, dass abgesehen von der Kritik wenn es um normale menschlichen Reibungen geht wie Du unterbrichst mich, du hörst mir nicht zu und was, ich muss jetzt eine Stunde dir zuhören und dann hörst du mir eine Stunde zu?
Ich kann doch drei Stunden mit der KI nur reden. Warum soll ich jetzt auch zuhören? Das ist ja auch anstrengend. auch so bei ganz kleinen sozialen Fähigkeiten, also kleine unter Anführungszeichen, das ist natürlich verdammt wichtig, aber ich glaube, es muss nicht mal zu den groben... Kritikangelegenheiten kommen, sondern es kann schon bei den kleinen menschlichen Sachen sein, wo bei der KI muss ich nicht Danke sagen, da muss ich nicht zuhören. Kann einfach machen. Und wenn mir dann noch die Roboter dazukommen, das ist jetzt auch in den nächsten Jahren bald kommen, also ein humanieder Roboter mit KI, sprich eine Person, die mir nicht nur zuhört, nicht unterbricht, sondern auch die Tür aufhält und für mich alles rauftragt, dann sind die menschlichen Beziehungen plötzlich schon sehr anstrengend im Vergleich.
Also du hältst mir nicht die Tür auf, du tragst meine Sachen nicht drauf. Du willst dass ich dir auch zuhöre. Also ich glaube, da auch bei den Kleinigkeiten schon. Also das wird sich sehr stark auswirken besonders für Personen, wo die Eltern vielleicht viel arbeiten und die Kinder sehr viel allein sind. Da wird es spannend sein, was für KI-Programme es geben wird für Kindererziehung. Vielleicht gibt es dann eigene Resilienz-KIs, die dann
**Manuela Machner:** ist Gibt es schon Spielzeug, das dann interagiert mit Kindern und kommuniziert und den Freund ersetzen kann oder soll oder wie auch immer? Weil man muss ja auch sagen, das Händeln von Kinderbeziehungen ist heute auch ganz was anderes. Früher ist man rausgegangen in den Hof, hat beim Nachbarkind geklingelt, darfst du rausgehen.
Das können sich viele Junge gar nicht mehr vorstellen, da haben die Eltern schon telefonisch ausgemacht. Also meine Töchtergeneration war das schon so. Da ist nichts mit Klingeln gewesen, da habe ich schon angerufen. Und jetzt ist sowieso nur mehr auf Terminvereinbarung sozusagen. Und wenn das dann so kompliziert wird, ist natürlich ein Spielgefährte der vielleicht sogar noch bei Einzelkindern wo kein Geschwisterkind da ist, ein Spielgefährte, das permanent für mich da ist, eine spannende Sache.
Was ich auch ganz wichtig finde, ist, das, was wir verlernen, Aus meiner Sicht ist auch dieses, das Lesen des Gegenübers. Also wenn man jemandem begegnet dann hat man einen Eindruck, wenn man eine E-Mail bekommt, hat man vielleicht eine mehr oder weniger. Also ich bin auch nicht so diese Hypersensible, also ich bin nicht immer die wenn jemand mir was fragt dann antworte ich und interpretiere nicht gleich, dass der eine zweite Ebene der Kommunikation da gleich mitschwingen lässt.
Aber... Aber meistens ist es ja so, du mehrere Ebenen der Kommunikation hast. Wenn du nur mehr gewohnt bist, die KI schreibt dir halt das, was du hören willst oder das, was du fragst oder antwortest, und umso mehr du mit dem KI-System eine Antwort kommunizierst, wirst du dir umso weniger Gedanken darüber machen, wäre vielleicht dahinter etwas anderes gemeint.
Ja, genau.
**Eliot Mannoia:** Ja.
**Manuela Machner:** Menschen haben die zweite Ebene der Kommunikation sehr oft, wenn sie sich nicht trauen oder vom Typ her halt nicht so offen sind oder sie möchten nicht offen kritisieren, aber eigentlich, das liebe Wort eigentlich, ja doch. Und wenn wir jetzt hergehen, auch in der Kommunikation gerade in der schriftlichen Kommunikation, Automatisierungen können aus den E-Mails beantworten ist ein super effizientes Tool, finde ich super, finde ich praktisch Aber die Frage ist, ob wir dann viel verloren gehen.
Also da, wo wir, wenn der Gast uns geschrieben hätte oder geschrieben hätte, eigentlich war das Frühstück super, dann klingelt normalerweise schon die Alarmglocke. Weil wenn es eigentlich super war, dann war irgendwas hat nicht gepasst. Und dann fragst du nach und ja.
**Eliot Mannoia:** auf jeden Fall sehr wichtig, Aber da kann auch die KI wieder herum helfen, weil mit kulturellen Unterschieden, das hätten wir vielleicht auch vorher mit ohne KI nicht gewusst. Weil diese zwischenkulturelle Kommunikation ist auch etwas, was ich unterrichte und das ist zum Beispiel in England, haben sie dieses berühmte Sandwich, wo zuerst die gute Nachricht kommt, dann kommt das eigentliche Feedback und dann wieder was Nettes, also so auf die Art, dein Hotel war super, leider war uns das und das und das nicht so passend aber trotzdem vielen Dank für die Gastfreundschaft und danke Und Engländer wissen, dass das Erste und das Letzte eigentlich ein bisschen zu vergessen ist.
Es geht eigentlich um das Mittlere. Und Österreicher oder Deutsche sind dann immer so, die waren eh zufrieden passt. Und andersrum sind wir dann vielleicht
**Manuela Machner:** zu direkt
**Eliot Mannoia:** Und die glauben, boah, die waren überhaupt nicht zufrieden wenn wir nach England gehen. Dabei hat eh alles gepasst Wir waren halt nur mit der einen Sache nicht zufrieden und
**Manuela Machner:** kommunizieren das Gute nicht, sondern nur das, was... Das ist ein stimmt schon. ja.
**Eliot Mannoia:** Helfen, vielleicht so, hey, das
hat
**Manuela Machner:** Ja, das
**Eliot Mannoia:** was könnte das für uns bedeuten oder was möchte, weil die Japaner sind ja sehr bekannt dafür, dass
**Manuela Machner:** höflich.
**Eliot Mannoia:** Braucht und sehr viel zwischen den Zeilen, ja
**Manuela Machner:** Zu lesen ja. Also ich denke, bei kulturellen Geschichten wird es definitiv so sein, aber ich glaube, dass trotzdem einfach Wissen verloren geht, weil man es im Mündlichen nicht mehr richtig macht, richtig zuhört
**Eliot Mannoia:** Ja du hast auf jeden Fall recht.
**Manuela Machner:** Und eben schriftlich einfach die Sachen dann nur mehr reduzieren auf das, was tatsächlich dort steht.
Und das wird dann natürlich auch spannend werden, ob wir noch dann in der Lage sind, wenn wir es nämlich nicht mehr tun, wir haben ja die Übungen nicht mehr. Also ich glaube, das hängt ja immer davon ab, wie gut wir Menschen lesen können. Einerseits natürlich Interesse es zu tun und das Zweite ist aber auch, dass wir die Übung brauchen, wenn wir öfter solche Situationen haben, Dann werden wir die Übung mehr haben dahingehend Und ich glaube, dass da vieles einfach verloren geht, was sehr stark mit menschlicher Interaktion zu tun hat, weil die menschliche Interaktion oft nicht mehr in dem Ausmaß notwendig ist.
**Eliot Mannoia:** Ja und das, also ich habe ja viel recherchiert jetzt auch für mein Buch, das hoffentlich dieses Jahr rauskommt und meines Erachtens die Wurzel von diesem wirklichen Problem ist ja nicht nur die KI, weil es gibt ja schon Technologie und Digitalisierung und andere Dynamiken. Die damit auch zu tun haben, zum Beispiel auch, ich habe es schon ein paar Mal erwähnt Urbanization, also dass wir von den Dörfern in die Städte ziehen zum Beispiel, was mehr Individualism fördert.
Und für mich ist wirklich einer der Wurzelprobleme dass wir einander nicht mehr brauchen. Dass wir es geschafft haben mit Technologie Unabhängig zu sein mit einem eigenen kühlschrank mit einer heizung mit strom und licht und mit netflix also ich muss nicht zum gasthaus gehen für entertainment ich kann zu hause alleine netflix schauen ich habe musik pornografie ist auch ein thema er für männer aber es ist ein thema für junge männer also es passiert so viel auf knopfdruck dass wir einander nicht mehr brauchen und und Weil wenn wir uns brauchen würden, dann würden wir auch mit KI miteinander agieren wenn wir uns brauchen müssten.
Also wenn ich was von dir brauche ob das jetzt ein Schmied ist für Werkzeug oder ein Bauer oder ein Bäcker, dann müsste ich mit dir agieren. Aber weil wir uns nicht mehr brauchen, müssen wir in diesem neuen Zeitalter agieren Und finden, wie wir uns wollen. Also wir brauchen uns nicht mehr, aber wie können wir einen Weg finden, dass wir uns eigentlich wollen. Und das ist, glaube
**Manuela Machner:** Ich habe den Vorteil dass ich aus der Branche komme, wo man Menschen meistens will. Also ich komme ja eigentlich aus dem Tourismus und bin ja spezialisiert auf Und das unterscheidet uns, glaube ich, zu vielen Branchen, dass man beim Tourismus sehr oft noch, außer man macht das Self-Check-in-Hotel und fährt eine Nacht nach Wien, weil man Musical geht oder was, aber sonst hat man schon sehr oft noch im Urlaub oder in der Freizeit das Bedürfnis zur Interaktion.
Also noch echte Menschen zu erleben, am Bauernhof noch echt zu erleben, wie gearbeitet wird, im Hotel eine nette Rezeptionistin zu haben, die einen den Wanderweg erklärt obwohl man das App hat und einer. Nach der Web gehen wird, aber dass sie einem den Spezialtipp gibt, der halt nicht im Netz steht. Also dass jemand, der mir das Essen Genau, ich glaube, dass das einfach die Branche an sich noch ist, auch wenn sie immer stärker digitalisiert, aber auch wenn diese Robby herumfahren, also es fahren ja diese Tablett-fahrenden Roboter durch schon inzwischen relativ viele Gastronomien, dass die aber meistens dafür genutzt werden, eben den Teller hinaufzustellen und herunterzustellen, aber trotzdem die Kellnerin kommt und sagt, ja und heute ist es die Tagesempfehlung und dieses und jenes.
Ich glaube, dass wir gerade in Wirklichkeit danach lechzen, Das zu haben und bei unserer Branche das auch noch so stark ist, dass man sagt, ich will das auch haben. Also ich fordere das irgendwo auch noch ein, weil wir Menschen sind ja in Wirklichkeit soziale Wesen, das muss man jetzt schon sagen. Und auch wenn die Technik um uns oft das Gefühl gibt, dass wir es nicht brauchen.
Wobei was ich total spannend gefunden habe, ist im Vorgespräch Nicht brauchen, was du gesagt hast, was Elon Musk der Meinung war in Richtung Bildung, weil das ist natürlich schon eine brutale Ansicht
**Eliot Mannoia:** Er hat gemeint in Bezug auf Bildung Können die kinder das von zu hause machen mit dem smartphone also sie brauchen ja nicht nur hingehen er meint dass die bildung eigentlich nur da sein wird für soziale also dass wir eigentlich nur auf universität oder so weitergehen weil für das soziale eigentlich bei bildung können wir zu hause jeder alleine bekommen also es gibt schon sehr starke individualisten die dann
**Manuela Machner:** Also wir haben gelacht im Vorfeld. Soziale Kompetenz und Elon Musk glauben wir jetzt beide nicht, dass das so das Kompatible ist. Aber das ist schon auch ein spannender Aspekt dass die Bildungsstätten ja eigentlich sehr stark nicht nur der Ort der Wissensvermittlung ist, weil man muss schon sagen, mit all diesen Lern-Apps und Programmen und so weiter können Kinder sehr effizient sehr schnell arbeiten Dinge erlernen, da geht wirklich schon relativ viel, sehr schnell, sehr spielerisch, sehr pädagogisch wertvoll, also gar nicht, dass man sagt, das ist nicht gescheit, aber die Schule als Treffpunkt oder der Kindergarten als Treffpunkt, auf das sich aufeinander einstellen, streiten sich wieder versöhnen, eben diese ganzen sozialen Kompetenzen zu erlernen ist einfach absolut wichtig, auch fürs weitere Leben.
**Eliot Mannoia:** Ja.
**Manuela Machner:** ich habe ein Nachbarkind, das war so lieb das hat mir jetzt erklärt, ihre beste Freundin und sie, also sie haben Migrationshintergrund und spricht aber perfekt Deutsch, und hat dann so gesagt, ja, wir sagen dann immer, alles gut. Also wenn wir streiten und danach sagen wir immer alles gut und dann ist der Streit vorbei.
Ja, und... Allein, dass du sowas entwickelst, dass du ein Codewort, sie hat gesagt, wir haben ein Codewort, wir sagen alles gut und dann ist der Streit vorbei. Allein sowas zu entwickeln, dass du dir einen Weg suchst, wie kannst du mit Konflikt umgehen und mit Versöhnung wieder, ist einfach sowas von wertvoll auch für die Zukunft im Leben.
Wenn du einmal mit deinem Partner einen Konflikt hast, dass du dann einen Weg findest, wieder zusammenleben zu können oder halt das aussprechen zu können. Also, ich denke, das war
**Eliot Mannoia:** Sehr stark das ist Social Emotional Learning, also SEL ist
**Manuela Machner:** schön.
**Eliot Mannoia:** und mehr
**Manuela Machner:** in mehr Schulen
**Eliot Mannoia:** Also wirklich Social Emotional Learning, dass man schon im Kindergarten anfängt zu sagen, ah, was du gerade spürst, das ist Wut. dass man auch beschreiben kann, wie es einem geht und dass man auch da diese emotional Intelligenz und soziale Fähigkeiten Mehr stärkt.
Also das passiert Gott sei Dank mehr, noch nicht genug, noch nicht auf allen Schulen. Aber ja, auch in diesem Podcast, wo der Elon Musk war, Moonshots Podcast, auch ein wirklich top Podcast, die sind selber, die waren auf MIT und der eine unterrichtet auf MIT und Harvard und die sagen, dass die Unis Auch bei den Top, also die reden über MIT und sagen, das Curriculum kann nicht mithalten und es gibt eine Umfrage die sie schon seit 20, 30 Jahren machen auf MIT, wo sie fragen, möchtest du ein Gründer oder ein Entrepreneur werden?
Und das war vor 20, 30 Jahren vielleicht 10%. Ja, alle wollten eher arbeiten bei den großen Firmen, ja, und jetzt angeblich ist es schon 80, 90 Prozent, dass alle selbstständig sein wollen und viele verlassen, also viele, aber es verlassen auch in dieser Blase in diesen Top-Unis, verlassen auch manche und gründen, weil es passiert alles gerade so schnell, dass wenn du irgendwas mit KI oder Robotics machen möchtest und du wartest vier Jahre, hast du den Zug verpasst Und ich finde das schon ein bisschen extrem, aber ich finde, in der Richtung Bildung sollte man sich auch sehr stark mit diesen sozialen Fähigkeiten beschäftigen.
Schon das Grundwissen ist schon wichtig, also schon Mathe Physik Geschichte, ganz Geschichte sehr wichtig, dass es sich nicht wiederholt, aber vielleicht einen stärkeren Fokus auf diese sozialen Fähigkeiten
**Manuela Machner:** Ich glaube, das wird einfach die Zukunft sein, diese sozialen Fähigkeiten nicht zu verlieren. Und das Gefährliche sehe ich darin ja in Wirklichkeit, dass das schleichend passiert. Also, so wie ich selber gesagt habe, ich traue mir selber nicht einmal zu ein Billet zu schreiben, weil ich mir überlege, ginge es besser oder anders.
Und ich denke, dass das immer stärker kommen wird, umso mehr wir interagieren mit solchen Systemen und deswegen auch dieses Bewusstsein einfach da sein muss, dass wir an unseren sozialen Fähigkeiten bewusst arbeiten müssen. Weil es einfach so schnell und einfach und unproblematisch ist, mit KI-Systemen zu agieren im Verhältnis jetzt zu echten Menschen.
Und wir diese Fähigkeiten nicht verlernen dürfen, weil wir einfach soziale Wesen sind und das gesellschaftliche Leben irgendwann alles keinen Sinn macht, wenn wir das nicht mehr tun Schaffen sage ich jetzt. Und diese schleichende Veränderung ist, glaube ich, das, was so schnell die Entwicklung ist. Aber ich glaube, diese Veränderungen die schleichen sich einfach so ein, weil man sie ja gar nicht bewusst macht.
Also es hat keiner bewusst vor fünf Jahren gesagt, ich werde in Zukunft in der Früh das Erste, was ich mache, auf ein Handy schauen und schauen, wie das Wetter heute wird, statt aus dem Fenster zu schauen.
**Eliot Mannoia:** Ja,
**Manuela Machner:** werde bewusst mich am Tisch setzen mit Meiner Familie und am Handy irgendwas nachschauen, das waren ja alles keine Entscheidungen von Menschen, sondern das hat sich einfach eingeschlichen, weil es einfach praktisch war, weil es abwechslungsreicher war und wenn es uns nicht einmal bewusst ist, dass diese Dinge passieren, dann ist halt die Gefahr sehr groß, dass es uns dominiert.
Und es sollte doch von all den Systemen so sein, dass wir Menschen die Systeme bitte dominieren und nicht wir von innen dominiert werden und sozusagen unsere Fähigkeiten dadurch verlieren sondern wir sollten unsere Fähigkeiten stärken aber nicht uns zurücklehnen und uns auf die Fähigkeit der KI verlassen und sagen, naja.
**Eliot Mannoia:** Ja ich glaube, du hast
**Manuela Machner:** könnte ja auch, aber...
**Eliot Mannoia:** Und ich glaube, es ist auch schleichend und aus diesen vielen Teilen Also ich glaube, wir haben leider dieses Zukunftsbild, wenn wir an etwas Negatives denken, dann ist es oft dieser Terminator, dass es ein Wesen geben wird, das uns irgendwie Schaden anrichtet und nicht, genau wie du gesagt hast, Das Handy, wo wir auf das Wetter schauen, statt aus dem Fenster zu schauen.
Oder ich habe auch eine Freundin gefragt, wie sie geschlafen hat vor ein paar Monaten und sie hat, ohne zu zögern auf die Uhr geschaut auf ihr Smart und gesagt, 98% Recovery. Also anstatt ihr Gefühl hat sie auf die Metrics von der Smart-Uhr wie viel Recovery ihre Schlafuhr gesagt hat. Und ich glaube, es sind diese kleinen Teile, dieser elektrische Toaster vielleicht oder Netflix, wie ich vorher gesagt habe, der Kühlschrank es sind diese ganzen Teile, die es uns ermöglicht, selbstständig und vielleicht einsam zu sein. hast es ja auch vorher im Vorgespräch erwähnt, die Cheryl Turkle mit Alone Together, die auch da sehr viel recherchiert. Dass wir einfach allein zusammen sind. Also wir sind vielleicht mit Online-Dating und Social Media connected mit allen, auch mit Leuten in Australien oder wo auch immer, aber sitzen vielleicht allein zu Hause.
**Manuela Machner:** Ja, ganz wichtiger Faktor. Und umso mehr wir die soziale Kompetenz verlieren umso schwieriger wird es ja auch zu sagen, ich rufe jetzt schnell meine Freundin an und klingel bei ihr oder komm vorbei oder interagiere einfach so, sondern... Wir nehmen uns dann oft diese Zeit gar nicht mehr und irgendwann verlernen wir vielleicht auch diese Fähigkeiten, es zu tun, außerhalb irgendeines Muss-Kontextes
Gut ich glaube, wir haben einmal ein bisschen einen Überblick gemacht. Das Thema ist ja wirklich spannend. Es ist spannend, was wir da alles verlieren können, wenn wir nicht darauf achten von unseren Fähigkeiten unseren sozialen Kompetenzen. Das Spannende ist ja dass KI-Systeme sehr gut auch soziale Kompetenz imitiert, also nachmacht.
Es ist ja nicht so für diejenigen unter euch, die wenig mit KI-Systemen kommunizieren, die sich denken wovon reden die überhaupt der Computer da? Der hat ja keine soziale Kompetenz Ich würde ja nie mit dem Computer reden, dann habt ihr noch wenig Anknüpfungspunkte daran. Dann ist es auch gut so, bleibt dabei, wenn ihr im beruflichen Kontext viel kommuniziert.
Ja, zum Beispiel, die suchen eh immer Leute.
**Eliot Mannoia:** Es ist
**Manuela Machner:** Nein, aber ja, absolut. Also einfach nutzt die Möglichkeit mit Menschen.
**Eliot Mannoia:** tanzt ja sehr gerne Manuela also Tanzen ist super, Musik, gemeinsam zu einem
**Manuela Machner:** Aber das Wichtige ist gemeinsam. Ich brauche zum Tanzen ja auch keine Menschen mehr. Also das muss man jetzt auch sagen. Also ich habe meine Spiele, den Tanz und die KI-Systeme erkennt ob ich mich richtig bewege und sagt mir, wie viel Prozent ich vom Tanz richtig Bewegung gemacht habe. Und das ist viel lustig Das ist ja spielerisch, ist cool.
Und ich brauche aber keine Interaktion mehr. Also ich brauche in Wirklichkeit, so wie du vorher gesagt hast, ich brauche eigentlich, früher hast du gesagt, du müsstest in die Disco gehen, jetzt gibt es ja gar keine mehr. Und die heißen immer so, oder du gehst in einen Club oder was auch immer. Oder du hast einen Partner gebraucht der noch dazu tanzen wollen soll.
Und jetzt machst du es halt zu Hause mit dem Computer Ja Oder mit dem Bildschirm. Bis da brauchst du es nicht mehr. Also eigentlich eine ursoziale Geschichte. Von den Urstämmen den Tanz hernimmst. Da ist es eigentlich um Balz gegangen und um viele Dinge. Also... Ja, also bitte erhaltet euch eure sozialen Kompetenzen, macht es euch bewusst, vor allem beobachtet es euch auch selbst.
Es würde uns interessieren ob ihr das Gefühl habt, dass sich eure soziale Kompetenz, wenn ihr viele KI-Systeme nutzt oder überhaupt mit KI interagiert, verändert hat. Ob ihr das Gefühl habt, verbessert, verändert, anders geworden. Es geht ja gar nicht um die Bewertung eigentlich, sondern einfach zu sehen dass sich was tut.
Und gebt uns Feedbacks, würde uns echt interessieren oder auch, wenn ihr irgendein anderes Thema zum Thema KI gerne von uns hören möchtet. Wir freuen uns auf die nächste Folge von Mind/Machine. Macht's gut. Ciao.
**Eliot Mannoia:** Ciao!