#44 KI Suche - das Ende von Google?

KI-gestützte Suche verändert, wie wir Informationen finden. Manuela Machner und Eliot Mannoia über die Frage, ob Google durch KI-Suche abgelöst wird.

FAQ: KI-Suche – das Ende von Google?

Verdrängt KI-Suche Google?

KI-Suche verändert das Suchverhalten grundlegend. Statt Links liefert KI direkte Antworten. Google reagiert mit eigenen KI-Features. Ein vollständiges Ende von Google ist unwahrscheinlich, aber der Markt verändert sich.

Was bedeutet KI-Suche für Websites und SEO?

Wenn KI direkte Antworten liefert, sinken Klickraten auf Websites. Inhalte müssen so gestaltet sein, dass KI-Systeme sie als autoritative Quellen erkennen. GEO (Generative Engine Optimization) wird wichtiger.

Welche Vorteile hat KI-Suche gegenüber klassischer Suche?

Schnellere Antworten, besseres Verständnis von Kontext und die Fähigkeit, komplexe Fragen zu beantworten, sind die Hauptvorteile. Aber Quellentransparenz und Aktualität sind noch Schwachstellen.

Transkript

Manuela Machner: Herzlich willkommen bei der neuen Folge von Mind and Machine. Ich bin Manuela Machner, KI-Consultant für Tourismus. Und heute haben wir ein ganz spannendes Thema, das vielen gar nicht bewusst ist: KI-Suche neu. Also wie wird sich die Suche verändern und ist das das Ende von Google?

Eliot Mannoia: Wow. Hi, mein Name ist Eliot Mannoia, digitaler Psychologe, und in diesem Mini-Podcast ist es unser Anliegen, kleine Gedankenanstöße zu geben und euch zu inspirieren.

Und ja, ein ganz provokativer Titel: Wird KI Google ablösen? Was sind so deine ersten Gedanken dazu, Manuela?

Manuela Machner: Ja, zumindest die Google-Suche. Also Google ist ja viel mehr, aber alle verstehen unter Google, es gibt das eigene Wort googeln. Ich google mit KI jetzt, was auch ein bisschen absurd ist.

Aber ich google nicht mehr. Also Google existiert für mich höchstens noch als Nachschlagewerk, um zu schauen, welche Website gibt's, also Webseitenadresse, Öffnungszeit vom Arzt, solche Dinge und Telefonnummern. Da google ich. Und die News, das ist noch etwas, wo ich dann, wenn ich in irgendeinem Social Media irgendwas Aktuelles höre, es kommt ein Hurricane, es gibt Hochwasser in Niederösterreich oder was sehe, dann glaube ich den Videos online oder den Bildern nicht, sondern da gehe ich dann auf Google News und schaue, ob es eine News in offiziellen Medien gibt, die schon aktuell was darüber berichten.

Aber das ist ehrlicherweise das Einzige, was ich google. Googelst du noch?

Eliot Mannoia: Ja, sehr ähnlich. Also ich würde es eher so administratives Google nennen, also Google Maps, um wohin zu kommen, oder auf YouTube, um etwas Bestimmtes zu suchen, auf Webseiten auch für, wie du sagst, Arzttermine, oder wenn ich meinen Kunden kurz recherchiere, dann schaue ich auf die Webseite vom Kunden und dann auch auf dieses News-Tab.

Das ist ziemlich spannend. Da sehe ich immer so aktuell, mit was der Kunde in den Schlagzeilen ist. Also das finde ich schon praktisch, aber es ist eher die administrativen Sachen. Nicht jetzt unbedingt Recherche oder kreative Sachen oder Lösungen. Da bin ich dann eher mit der KI unterwegs schon.

Und Google ist noch sehr gut im lokalen Bereich. Ja, also wenn ich wirklich etwas in Wien suchen oder finden muss, aber.

Manuela Machner: Ja, also das definitiv. Also da muss man sagen, die KI-Systeme sind in der Geografie oft nicht so gut beheimatet. Also sie können oft nicht wirklich verorten, wo was ist.

Aber an sich, wenn ich irgendeine Antwort brauche auf irgendeine Frage, dann gehe ich nicht auf Google. Also entweder ich nutze ChatGPT und frage, wie mache ich was oder wie geht was oder wie ist das? Oder ist die Pflanze giftig? Oder dass die Schwiegermutter, na, so ist das nicht. Na, aber dann frage ich einfach ChatGPT, wie ist das?

Oder mache ein Foto davon und frag's. Oder wenn ich klassisch noch suche, also Quellen suche, dann nehme ich Perplexity AI. Also ich finde, es gibt zwar von Google Gemini, also für alle, die sagen: "Ja, es gibt ja Gemini auch." Ja, Google macht ja seine Versuche in der KI-Suche, und ehrlicherweise habe ich viel mehr von Google erwartet, weil Google einfach so viel Datenknow-how hat und auch so viel Möglichkeiten, weil die Betriebe sicher in ihren Google-Einträgen bei ihnen einen Eintrag haben und so weiter.

Ich hätte mir da erwartet, dass Gemini viel, viel besser ist, aber die Ergebnisse sind überschaubar. Und Perplexity AI, für alle von euch, die es noch nicht ausprobiert haben: Probiert es aus, wenn ihr normalerweise eine Suchmaschine braucht mit Quellen. Also wenn ihr keine Quellen braucht, braucht ihr das auch nicht.

Aber das Tolle ist, du kannst klassisch eure Frage stellen und zum Beispiel: Welches Lokal hat heute Nachmittag in Leoben geöffnet? Und dann kriege ich eine Antwort und kriege auch die Verzeichnisse, wo sie die Daten herausgeholt hat. Also damit man ein bisschen Sicherheit auch hat, ob das tatsächlich stimmt oder nicht.

Und da muss ich sagen, da verliert Google meiner Meinung nach mega an Boden. Auch verständlich, weil das Geschäftsmodell, wenn sie jetzt die KI-Suche machen, so wie es in Gemini ist, es gibt ja noch kein Geschäftsmodell dahinter.

Eliot Mannoia: Ja, aber wenn wir uns ehrlich sind, in der Zukunft, wenn die KI mehr und mehr maßgeschneidert ist und wirklich super qualitativ auf uns abgestimmt ist, brauchen wir die Suche eigentlich nicht.

Die Suche ist ein Mittel zum Weg. Brauchen wir dieses Mittel noch, wenn ich wo stehe und meine KI, ob das jetzt mit irgendeinem Device ist oder einem Ohrstöpsel oder einem Handy oder alle zusammen koordiniert, und ich sage: "Hey, ich habe Hunger", und es weiß automatisch, wo du bist, und es kennt deine Vorlieben, dann kann sie sagen: "Hey, da gibt's diese zwei Restaurants, die würden für dich infrage kommen."

Manuela Machner: Also das geht ja schon zum Teil. Ich habe das jetzt in Salzburg getestet. Da habe ich es mit ChatGPT gemacht. Aber ich bin da gestanden, irgendwo in der Getreidegasse oder in der Nebengasse, und habe gesagt, ich suche das Nächstliegende, und habe gesagt, wo die Adresse ist. Also er hat noch nicht die GPS-Koordinaten von mir, aber ich habe gesagt, ich stehe da in der Getreidegasse.

So mit der Kreuzung, keine Ahnung, was die andere Gasse war. Und ich suche in der Nähe ein indisches Restaurant, das heute geöffnet hat. Und dann hat er gesucht und gefunden. Ich muss sagen, die Ergebnisse waren okay. Es hätte noch besser sein können. Es hätte noch ein näheres gegeben, aber da sind wir jetzt ja schon so gut wie.

Also wozu brauche ich dann noch, ich meine, Google Maps ist super, da kannst du hineinscrollen und kannst das auch raussuchen. Das ist qualitativ schon noch besser. Das muss man sagen.

Eliot Mannoia: Und der Rest ist gut, das kann man auch nicht unterschätzen.

Manuela Machner: Ja, aber so diese allgemeinen Geschichten, wenn ich sage, ich habe früher nachgeschaut, keine Ahnung, ich bin vor einer Kirche gestanden und habe gesagt: „Ah, wer hat die gebaut? Oder was ist das für ein Zeitalter?“ Oder sonst was, und habe das eingegeben, und jetzt schieße ich ein Foto und sage: „Was ist das für eine Kirche?“ Habe ich auch getestet in Salzburg, ganz spannend. Also eine kleine war sie nicht, aber so ein Kircherl, das in einer Straße war. Wie fotografiert.

Da habe ich gesagt: „Was ist das für eine Kirche?“ Dann hat sie immer gesagt: „Ich glaube, Barock.“ Dann habe ich gesagt: „Also legen Sie mich nicht auf Barock fest.“ Aber das ist so und so ein Stil. „Kannst du mir sagen“, hat ChatGPT mich gefragt, „in welcher Stadt du bist?“ Dann habe ich gesagt: „Salzburg.“

Und dann hat sie gesagt: „Ja, das ist die Dreifaltigkeitskirche.“ Dann bin ich Google Maps nachschauen gegangen. Es war wirklich die Dreifaltigkeitskirche. Und der hat das erkannt aus so einem schrägen, also wirklich ein Ausschnittblickpunkt. Also nicht diese klassische Portalaufnahme. Und da sage ich, wenn du solche Dinge hast, du brauchst das alles nicht mehr über Google lang hersuchen.

Eliot Mannoia: Ja, also die eigentliche Suche war ja nicht nur die Ergebnisse, sondern man muss ja auch aktiv mitsuchen und dann die Keywords auswählen.

Manuela Machner: Aufmachen, zumachen, aufmachen, zumachen.

Eliot Mannoia: Oder korrigieren, was man gesucht hat. Ja, also man hat vielleicht nicht die richtige Frage gestellt. Und jetzt genau wie du sagst, auch mit Lens, also auch damit, dass die KI sehen kann, wo und was man macht.

Auch hören, ja, also die Sprache. Wie oft werden wir einfach sagen: „Hey, bitte such mir so und so", weil die Sprache schon so viel besser geworden ist, dass man nicht mehr schreiben möchte, oder man ist im Auto und kann nicht schreiben. Also die Sprachsuche, die visuelle Suche, das sind alles Faktoren, die da mitschwingen und wo die Qualität auch so viel besser und besser und besser wird.

Manuela Machner: Also bei ChatGPT im indischen Lokal, das hab ich mit Sprache gemacht. Ich hab die AirPods drinnen gehabt und hab mich mit ChatGPT unterhalten. Also da tippe ich die Sachen gar nicht mehr. Das ist mir oft auch zu aufwendig, grad solche Geschichten. Oder ich lass mir Dinge erklären. Und das, was der Unterschied ist, was ich so genial finde im Vergleich jetzt zu Google:

Also wer hat das noch nicht gehabt, dass er irgendein Problem gehabt hat und eigentlich eine Lösung gesucht hat? Und nicht zwanzig Seiten, wo unterschiedlich vielleicht noch in einem Forum und dort in einem Video und tausend Sachen, die man zuerst anschauen muss, bis du zu einer Lösung kommst.

Und meistens gibst du dann irgendwann eh schon dazwischen auf, und jetzt kriegst du einfach eine Lösungsantwort. Die probierst du aus, und wenn sie nicht funktioniert, sagst du, das funktioniert nicht, und dann kriegst du einen anderen Lösungsvorschlag. Aber du kriegst Antworten und Lösungen. Also das hat natürlich was.

Aber es ist trotzdem das Problem, das muss man auch sagen, wo liegen da die Geschäftsmodelle? Eben gerade so wie Google verdient ja daran, dass wir alle zahlen, damit die Leute auf unsere Homepage noch gehen. Und da kommt gleich der nächste Aspekt: Wozu hat man dann die Homepages, wenn die Lösungen ja in den, wie soll man sagen, in den KI-Suchmaschinen ausgegeben werden?

Jetzt ist man auf die Homepage gegangen, und da war ein Experte, der hat, keine Ahnung, gewusst, wie man ein Netzwerk installiert, und der hat das beschrieben, und man hat das nachgemacht oder auch nicht. Oder hat ihn irgendwann dann angerufen und gesagt: „Kannst du das für mich erledigen, weil mir das doch zu kompliziert ist?"

Aber wird man in Zukunft, sind die Homepages nur mehr die Datenbereitsteller? Aus Nutzersicht ist das super. Aber auf der anderen Seite, wie schaffe ich es, dass die Leute in Zukunft dann auf mich noch aufmerksam werden als Betrieb?

Eliot Mannoia: Ja, ich glaube, der Trend geht weiter zu einem Abbau von der Wichtigkeit von Wissen.

Es war früher der Professor, die Professorin, das waren Experten. Und Google hat das schon weniger gemacht. Google hat schon das Wissen zu jeder Person in der Welt gebracht, jeder in Indien, in Afrika, in Südamerika kann googeln und kann sich höchst wissenschaftliche Informationen holen.

Also Google hat schon das Wissen demokratisiert. Die KI geht jetzt einfach einen Schritt weiter. Und das Wissen wird einfach, jeder wird Wissen haben, jeder wird auf Wissen zugreifen können.

Manuela Machner: Zugriff auf Wissen. Er wird vielleicht nicht Wissen haben, aber den Zugriff aufs Wissen.

Eliot Mannoia: Zugriff auf Wissen, ich hoffe auch in Entwicklungsländern und so.

Und deswegen werden die Webseiten eher spezifische Informationen haben, wie Öffnungszeiten oder wo ist meine Adresse, wie komme ich zu diesem Hotel oder zu diesem Arzt? Aber sie werden sich weniger differenzieren können, und das ist, glaube ich, Fakt, mit Wissen, außer es ist wirklich kreativ oder wieder was Spezielles.

Manuela Machner: Ja, also da bin ich auf die Entwicklung wirklich gespannt, weil das, was ja noch dazukommt, ist, wenn du dir diese KI-Suchen anschaust, also für alle draußen, die einmal mit KI suchen möchten, probiert Perplexity aus, Google Gemini, den Browser Copilot von Microsoft. Dann seht ihr schon, wie die Ergebnisse daherkommen, und ihr seht dann auch, bei diesen Suchmaschinen sieht man auch die Quellen.

Das finde ich das Spannende, wenn du dir dann anschaust, woher nimmt er die Information? Und wenn man sich selbst sucht, zum Beispiel gerade als Betrieb, oder Produkte, die man verkauft, ist vielleicht noch interessanter, weil selber wird man seine Website hoffentlich ausgespielt bekommen als Quelle.

Aber wenn man Produkte, die man verkauft, zum Beispiel sucht über die KI-Suchmaschinen, dann sieht man, welcher Bewerber da jetzt grad ausgespielt wird. Das ändert sich auch jedes Mal, wenn man sucht, übrigens, oder sehr oft. Und dann sieht man die Quellen. Ich stelle fest, grad im Tourismus sind sehr oft die großen Seiten die Quellen.

Das heißt, natürlich sagt die KI-Suchmaschine, ich muss ja die Wahrheitstreue dieses Inhalts überprüfen, und ich glaube jetzt, dass es einen Gasthof Sonnenschein in Graz gibt, eher Booking.com als der Website Gasthof Sonnenschein Graz, die vielleicht wenig Zugriffe hat, wo wenig passiert auf der statischen Seite.

Das heißt, das Spannende wird sein, und da gibt's momentan ja ganz viel Diskussionen, wird's dann Data Hubs geben, also Datensammlungen, wo man Daten über sich einträgt und die dann die KI-Systeme speisen werden, um Informationen von uns herzugeben. Weil eins darf man nicht unterschätzen, es ist schon ein bisschen ein Teufelskreis auch.

Wir stellen jetzt sehr, sehr viel Wissen und Content online, weil wir auch die Hoffnung haben, dass wir gefunden werden. Also dass es auf uns referenziert. Dass irgendwer sagt: "Ja, die Manu ist so gescheit zum Thema Karriere im Tourismus, deswegen buche ich sie." Wenn aber KI dann das, was ich da ins Netz füttere, verwendet als Aussage, wenn jemand dann über Karriere im Tourismus etwas fragt und einfach die Antwort von ChatGPT oder was auch immer bekommt, dann findet der mich ja in dem Sinn nicht mehr.

Und dann ist natürlich die Frage, wie viel Inhalt stelle ich dann noch online? Wie viele Blogbeiträge mache ich mit meinem Wissen, wenn ich auf die Art und Weise selbst nicht mehr relevant bin? Und dann hätte die KI keine Inhalte mehr.

Eliot Mannoia: Ja, das ist eine spannende Frage. Ich glaube, es gibt zwei Arten von Motiven, also Motivationen.

Die eine, in Englisch heißt es Utility. Ich glaube, in Deutsch vielleicht Zweck.

Manuela Machner: Der Nutzen, ja.

Eliot Mannoia: Der Nutzen. Also ich möchte erfahren, wie ich hinkomme, ich möchte die Öffnungszeiten, ich möchte erfahren, ob ich dort Rad fahren, Ski fahren oder was ich machen kann. Und das ist nicht eine coole Experience.

Also wenn ich da die KI fragen kann, warum soll ich da jetzt diverse Webseiten absuchen, ob ich in dieser Location das und das machen kann oder nicht machen kann. Aber die zweite Motivation ist vielleicht die Experience. Also wenn wirklich das bekomme ich nur auf dieser Webseite.

Und da kann man schon noch, glaube ich, punkten. Vielleicht nicht immer Text, aber vielleicht mit so kürzeren Videos. Oder manche Leute lesen schon noch gern. Ich hoffe, das bleibt auch so, und ich hoffe, das wird noch bleiben. Also ich glaube, man kann schon noch Content und Experiences schaffen.

Ich glaube, Firmen wie Meta, die haben jetzt auch letzte Woche wieder kurz ein Interview, habe ich gesehen, mit den Brillen, was die schon können. Also ich glaube, man kann schon Experiences schaffen, die man dann nur dort bekommt auf der Homepage. Ob das jetzt eine virtuelle Experience-Homepage ist und nicht eine langweilige 2D-Homepage, weiß ich nicht.

Aber es wird vielleicht weniger SEO-Gründe haben. Also dass man jetzt nur Content schafft, um Leute hinzubringen, weil ich glaube, das wird sich wirklich trennen. Ich glaube, alles, was einen Nutzen hat, wird viel leichter durch andere Sprache, Lens und so. Aber die Experience, glaube ich, kann man schon noch schaffen, je nach Produkt und Umgebung.

Ich glaube, im Tourismus bietet sich das schön an, dass man wirklich experiencen kann, wie es dort ausschaut.

Manuela Machner: Oder auch Inspiration. Also wir sagen im Tourismus immer Inspiration. Also die Webseiten haben ja für uns jetzt schon sehr das Thema Inspiration, überhaupt Ideen zu geben von der Region, von Besonderheiten, von der Kulinarik, von den Spezialitäten, von den Menschen vor Ort.

Und wo es nicht um Fakteninhalte geht, da wird's noch die Seiten natürlich stärker geben. Das Spannende wird einfach werden: Wie schaffen wir es dann, dass diese inspirierenden Seiten auch noch gefunden werden? Also nicht nur übers Hausprospekt und über Marketingeinschaltungen, Fernsehspots, sondern wie werden dann die KIs suchen, wenn ich sage, ich gehe gern Ski fahren.

Wie komme ich dann noch auf diese Seite? Das wird, glaube ich, noch ein bisschen eine Herausforderung sein.

Eliot Mannoia: Ja, aber auch da glaube ich, eine Webseite findet man eh nie alleine. Jede Webseite ist eine Geisterstadt, wenn man nicht Marketing macht. Und SEO ist ja auch ein Marketingkanal.

Also es ist ja alles, irgendwie muss man darauf aufmerksam machen, ob das dann Social Media ist, um die Leute auf die Seite zu bringen, oder nur Social Media. Ja, vielleicht teilt man die Experiences auf Social oder andere.

Manuela Machner: Ja, oder diese Brillen haben automatisch schon implementiert, wo gibt's die schönsten Skierlebnisse zum Anschauen und wo gibt's die schönsten Experiences? Also da wird sich sicher einiges tun. Jetzt glaube ich, im ersten Schritt werden sich einfach diese Textsuchen verändern. Man muss auch davon ausgehen, dass die Zugriffe auf den Webseiten, vor allem bei kleineren Webseiten, zurückgehen können.

Also wenn wir jetzt die Anfänge sind, die nicht mehr googeln und nicht mehr auf die Webseiten klicken, das wird stärker werden. Davon gehe ich aus. Und ja, die große Frage ist: Haben wir in zwei, zehn Jahren noch eine Website?

Was glaubst du?

Eliot Mannoia: Ich glaube, so wie du gesagt hast, vielleicht so ein Data Hub, wo man eingibt Öffnungszeiten, also wie eine Visitenkarte online im langweiligsten Sinne, werde ich, glaube ich, noch haben. Aber wenn's auf meinen Blog oder Podcast oder was wir so machen mit Content geht, das wird vielleicht eher eine, hoffentlich eher eine Experience sein, wo vielleicht die Gäste mit uns in einem Raum

Manuela Machner: sitzen, ja.

Eliot Mannoia: Genau. Und dass wir Content schaffen, der vielleicht auch in Echtzeit generiert wird für die Person, die sich aufsetzt und eine Frage stellt, dann können wir die in Echtzeit, also unsere Avatare, beantworten. Also ich glaube, es wird wieder getrennt. Also ich glaube wirklich, dieser Nutzen muss noch abgedeckt sein.

Meine Öffnungszeiten, wie komme ich hin, meine Adresse, meine Leistungen, die Nutzung und der Zweck, und dann die Experience. Beim Nutzen weiß ich nicht, ob das, wie du sagst, vielleicht so ein zentraler Hub ist wie Google My Business, wo ich meine Sachen ablege, oder ob das bei Apple oder woanders ist, ob das eine statische Webseite ist, sodass meine Daten irgendwo da

Manuela Machner: dastehen, ja.

Eliot Mannoia: crawlbar sind oder dass man sie crawlen kann. Und dann die Experience. Ich glaube, die Experience wird sich eher ändern. Wo die Rohdaten sind, das ist irgendwie so, Hauptsache ich finde, wo der Eliot ist, aber das ist jetzt nicht so. Ich glaube, die Experience wird sich eher ändern.

Manuela Machner: Ja, und da werden wir vielleicht nicht mehr eigene Seiten für diese Experience haben, sondern so wie jetzt der Podcast auf Spotify ist, der ist auf YouTube und Amazon. Das liegt ja auch tatsächlich nicht bei uns. Wir holen ihn dann für unsere Homepage wieder von diesen Plattformen ab. Und wahrscheinlich werden wir unseren Content in unterschiedlichsten Arten und Weisen positionieren auf unterschiedlichsten großen Plattformen, um eben Sichtbarkeit zu haben oder gewisse Breitenwirkung zu haben, um inspirieren zu können, um eine Experience machen zu können.

Das wird sich dann über diese Plattformen stärker vielleicht abspielen, ob das Social Media oder was auch immer dann noch ist. Und der statische Content wird vielleicht wirklich eine Datenfüttergeschichte sein, so wie es Google Business an sich ist. Das ist eh schon der erste Schritt. Ja, ich bin wirklich neugierig, wie sich das entwickelt.

Eliot Mannoia: Was ich nur wichtig finde, das haben wir auch besprochen, der Prozess. Also wenn wir nicht mehr in der Recherche so viel reinschauen, sondern wir bekommen einfach eine Lösung und treffen dann eine Entscheidung, dann ist es vielleicht manchmal nur ein Datensatz, mit dem wir uns auseinandersetzen.

Ja, vielleicht Perplexity oder GPT, aber ich glaube, Menschen werden vielleicht nicht so oft, wenn Entscheidungen getroffen sind, mehrere Systeme hinterfragen. Und da ist vielleicht auch ein bisschen die Gefahr, dass wir einfach nur eine Entscheidung haben, die für uns gemacht wird. Vielleicht buchen wir ein Hotel über booking.com, und das ist eine Entscheidung.

Und manchmal ist der Prozess aber auch schön und wichtiger. Also wenn ich nicht nur eine Entscheidung habe, die für mich getroffen wird durch ein System, ein geschlossenes System, sondern durch ein offenes System. Vielleicht frage ich Freunde, ich frage nach Empfehlungen, ich schlafe vielleicht mal eine Nacht drüber und überlege mir das am nächsten Tag.

Also der menschliche Entscheidungsprozess ist vielleicht nicht so schön und sauber, aber da kommen auch oft neue Erkenntnisse. Und da denke ich mir manchmal, wenn eine Entscheidung automatisch getroffen wird oder eine Lösung uns gegeben wird und wir nicht mehr diesen Weg gehen, wo wir Exploring und Discovery machen, also da, wo wir wirklich entdecken.

Das hat auch einen ziemlichen Impact. Einfluss.

Manuela Machner: Ja, also ich gehe sogar noch weiter. Es geht gar nicht nur um Entscheidungen, sondern es geht ja auch jetzt darum, wir kriegen eben Lösungen. Wir suchen nicht mehr ewig herum, was ja zeiteffizient super ist.

Aber wenn ich tausend Seiten aufgemacht hab, weil ich irgendeine Lösung gesucht hab, hab ich ja tausend Eindrücke gehabt.

Und ich hab da das eine noch gesehen, was mich eigentlich gar nicht interessiert hat, aber was dann doch interessant war. Ich hab gelernt, auch zu unterscheiden: Ist das richtig? Ist das falsch? Kann das funktionieren? Kann das nicht funktionieren? Ich hab ganz viele Dinge da gelernt aus diesem Suchen, auch wenn's zeitraubend und nervenaufreibend ist. Aber ich hab trotzdem dabei Dinge gelernt. Und das ist natürlich die Frage: Lernen wir daraus dann noch? Also ich glaube, dass du dich ganz anders auseinandergesetzt hast mit dem Problem, wenn du eine Lösung gesucht hast.

Eliot Mannoia: Ja, ja, absolut.

Manuela Machner: Weil du bei der Eingabe in Google schon herumgeeiert hast, weil du auf den Webseiten die ganzen Forenbeiträge vielleicht gelesen hast und so weiter, bis du dann hingekommen bist auf deine Lösung. Und dadurch hast du aber auch für dich was mitgenommen. Das Spannende wird werden, ja, also ich beobachte mich.

Ich hab immer dieses Bildschirm umstellen, eins, zwei, also das kennst du sicher. Notebook, großer Bildschirm. Und ich mache das über Einstellungen, und ich weiß, das ist dort irgendwo. Und wenn ich es länger nicht brauche, frage ich noch immer ChatGPT, wo finde ich den blöden Knopf, dass ich das machen kann, und wie tue ich das?

Früher, wenn ich fünf Seiten durchsucht habe, am Ende habe ich es gewusst, und es wäre mir viel zu blöd gewesen, das das nächste Mal wieder zu suchen. Also hätte ich es mir aufgeschrieben oder gemerkt. Und jetzt ist der Aufwand einfach so gering.

Eliot Mannoia: Dann habe ich eine provokative Frage für dich.

Manuela Machner: Oh.

Eliot Mannoia: Wenn wir in der Zukunft nicht mehr lernen müssen und Lernen sein wird wie „ich lerne Latein“, also ich lerne des Lernens wegen. Wird das, glaubst du, so sein? Glaubst du, dass wir, wenn wir wirklich Zugriff zu allem haben und eigentlich nicht mehr lernen müssen, wird Lernen ein Hobby werden?

Manuela Machner: Ja, ja, wahrscheinlich. Boah. Also ich wollte gerade sagen, es wird ein gewisses Basiswissen geben müssen, auch um zu arbeiten.

Nur wenn du jetzt die Spracherkennung und so hernimmst, man könnte jetzt ganz provokant sein und sagen, wird man in fünfzig Jahren noch schreiben müssen? Müssen, nicht tun. Es wird genug Leute geben, die es tun, aber wird man es müssen? Jetzt überspitzt formuliert. Und ja, ist eine gute Frage.

Ist echt eine gute Frage. Ich kann es überhaupt nicht einschätzen. Ich glaube, wir wollen ja irgendwann einmal diskutieren über den Einfluss von KI und Sinn des Lebens. Da sind wir dann schon fast in diesem Thema drinnen, wo wir das auch diskutieren wollen. Ja, wozu? Also Latein ist so, ich hab bitte fünf Jahre Latein gelitten.

Gelitten, ja. Wirklich, jede Lateinstunde war für mich ein Horror. Nein, würde ich nie, auch nicht freiwillig lernen. Noch dazu, ich meine, das ist eh jetzt in Wirklichkeit freiwillig, weil man braucht's bedingt. Aber wenn's das mit Themen gibt, die dir nicht leichtfallen. Ich glaube, die Dinge, die du gerne machst, also ich war in Mathematik immer gut drauf, das würde ich als Wahlfach noch immer nehmen.

Aber bei den Sprachen, wenn ich nicht die Sprachen lernen muss und ich kann mich mit dir unterhalten, und ich gebe meine AirPods rein, du gibst deine AirPods rein, und wir können uns eins zu eins unterhalten, egal welche Sprache du sprichst. Also es wäre jetzt nicht die erste Sache, die ich lernen würde.

Eliot Mannoia: Und schau, nicht nur Sprache, aber schau, wie viel Informationstechnologie, also IT, wie viel IT nutzen wir beide

Manuela Machner: ohne eine Ahnung davon zu haben.

Eliot Mannoia: Aber ich kenne mich nicht aus, wie ich jetzt einen Laptop baue, wie ich eine Kamera installiere, wie ich programmiere, aber Technologie

Manuela Machner: Wie das WLAN jetzt wirklich funktioniert.

Eliot Mannoia: Ja.

Manuela Machner: Oder der Hotspot vom Handy. Du nutzt die Dinge und weißt, wie die Abfolge ist.

Eliot Mannoia: Muss ich nur hier einschalten, dann einfach da reinschauen, aber das Technische, ich hab keine Ahnung, wie das alles funktioniert. Und brauche ich auch nicht, um mit dir zu kommunizieren, um zu arbeiten, um sogar super advanced KI zu nutzen wie ChatGPT, weil die Schnittstellen schon so reibungslos und leicht gemacht wurden.

Manuela Machner: Ja, spannende Geschichte. Jetzt sind wir zwar nicht mehr bei der Suche mit KI. Na ja, doch, irgendwo schon.

Eliot Mannoia: Die Suche wird vielleicht auch in Zukunft einfach nur Videos sein, bei ChatGPT. Vielleicht ist das das Nächste, was bei ChatGPT kommt, dass die Antworten nicht nur Text oder sprachlich sind, sondern auch Videos generiert werden, um dir zu zeigen, wie etwas geht.

Aber ja, ich fasse kurz zusammen, was wir besprochen haben. Oder hast du noch was?

Manuela Machner: Nein, mir ist nur eingefallen, es gibt irgendein Videoerstellungstool, ich weiß gar nicht welches. Das hab ich einmal so getestet und hab gesagt, er stellt mir ein Video zu einem Thema, und der hat aus Videoschnitten, also nicht aus KI-Videos, sondern aus seinem Videofundus, dann ein Erklärungsvideo gemacht, Schnitzel.

Genau, Wiener Schnitzel machen wollte ich.

Eliot Mannoia: Ah ja?

Manuela Machner: Der Text hat wirklich gepasst, wie man Wiener Schnitzel macht. Die Videoelemente, die er in seinem Fundus gehabt hat, haben bedingt gepasst. Also er hat dann Schweinsbraten eingerieben und hat dabei geredet, wie er Wiener Schnitzel macht.

Aber das lag einfach an den Datenmengen, die er hatte als Video, und dass die Videogenerierung noch nicht so gut ist oder war. Aber da sind wir nicht weit weg.

Eliot Mannoia: Ja, ja. Und Schnitzel ist ja auch eher lokal.

Manuela Machner: Ja.

Eliot Mannoia: Wenn du vielleicht etwas Universelles nimmst, Burger, Pasta, Burger, und in Englisch. Englisch hat auch oft mehr Daten, dann ist es sicher eine andere Geschichte. Also ja, wie werden wir zukünftig Rezepte suchen? Wie werden wir zukünftig mit Google suchen oder mit anderen Devices? Ob das jetzt mit der Sprache ist, also Sprachansagen, und dann die Antwort auch audiomäßig bekommen, oder visuell durch Google Lens oder andere, oder auch ChatGPT, wo man dann wirklich sehen kann, was wir sehen, und uns wirklich so mit der Suche bessere Antworten und Lösungen geben kann.

Also wir haben auch gehört, Google ist noch da für lokale Suchen, Administratives, Nachrichten und vielleicht Google Maps, aber für Recherche und kreative Sachen und wirkliche Lösungen hat die KI schon zu einem bestimmten Grad wirklich vieles ersetzt, zumindest in unser beider Leben. Wird KI da wirklich die Google-Suche, so wie wir sie kennen, ablösen?

Manuela Machner: Wobei, darf ich noch ganz kurz unterbrechen. Wir haben eins nicht gesagt. Nicht, dass irgendjemand uns das jetzt hineinschreibt, gell? Wir wissen schon, dass die Google-Suche auch KI nutzt. Also eigentlich ist es ja keine Trennung in dem Sinn. Aber die klassische Google-Suche meinen wir, ob die ersetzt wird.

Eliot Mannoia: Ja.

Manuela Machner: Entschuldige die Unterbrechung, aber.

Eliot Mannoia: Nein, nein, super Punkt. Absolut, natürlich. Da sind etliche Algorithmen involviert. Ja, dann haben wir auch von Perplexity geredet. Auch ein tolles KI-Tool, wo man dann auch nicht nur das Ergebnis, also die Lösung, sondern auch die Quellen mitbekommt.

Also sehr, sehr spannend. Und ja, wir haben getrennt zwischen Zweck und Nutzung, sprich Öffnungszeiten, wo, wann, was, versus wirklich der Content und die Experience, und welche Interfaces das vielleicht einmal sein werden. Vielleicht ist das etwas, das man hört oder sieht mit Brillen. Also ja, es tut sich sehr, sehr viel.

Wir finden es wahnsinnig spannend und freuen uns auch schon auf die nächste Folge mit euch.

Manuela Machner: Alles Liebe. Schönen Abend noch. Ciao.

Eliot Mannoia: Ciao.