
Wenn ChatGPT, Google oder Claude eine Urlaubsfrage beantworten, stützen sie sich auf viele Quellen gleichzeitig. Manuela Machner hat über fünf Monate mehr als 150 typische Gästefragen beobachtet und über eine Million Zitate ausgewertet. Mit Eliot Mannoia bespricht sie, was Hotels, Regionen und Ausflugsziele daraus lernen können.
Themen: Tourismus & KMU, Technik & Tools
KI-Suchen funktionieren nicht wie die alte Google-Linkliste. Die Systeme versuchen, die Absicht hinter einer Frage zu verstehen, und prüfen über mehrere Quellen, ob ein Hotel, eine Region oder ein Angebot wirklich passt. Manuela Machner wollte wissen, welche Quellen das im österreichischen Tourismus sind.
Wer in Google AI Overview, im AI Mode, in ChatGPT oder in Claude eine Frage stellt, sieht neben der Antwort kleine graue Hinweise mit einem Firmennamen und oft einem Zusatz wie plus eins oder plus drei. Aus diesen Quellen wurde die Antwort erzeugt. Manuela Machner empfiehlt, das für die eigene Branche regelmäßig anzuschauen.
Für die Studie KI-Sichtbarkeit im Österreich-Tourismus 2026 wurden von April bis August 2026 154 typische Gästefragen täglich in ChatGPT, Google AI Mode, Google AI Overviews, Perplexity und Copilot gestellt, ab August auch in Claude. Je nach System fließen acht bis zwölf Quellen in eine Antwort ein. Wie erhoben wurde, steht unter Details und Methodik, die fünf wichtigsten Erkenntnisse sind kompakt zusammengefasst.
Einer der wichtigsten Grundfaktoren ist, was im Titel einer Seite steht. Im Tourismus sind blumige Titel wie ein weiter Ausblick in die Salzburger Bergwelt beliebt. Sie beantworten aber keine Frage, die ein Gast tatsächlich stellt. Eliot Mannoia ergänzt: In der Inspirationsphase kann so ein Titel wirken, wer aber buchen will, braucht konkrete Aussagen. Die Studie zeigt: Bei oft zitierten Seiten steht der Kernbegriff der Gästefrage zu 87 Prozent im Titel, bei nur einmal zitierten Seiten zu 50 Prozent. Praktische Tipps gibt es für Seitentitel und Meta Descriptions im Tourismus.
Eine der stärksten Quellen im österreichischen Tourismus ist austria.info, die Seite der Österreich Werbung. Zitiert wird dabei nicht die Startseite, sondern tausende einzelne Unterseiten mit aufbereitetem Inhalt. Auch Menschen kommen heute selten über die Einstiegsseite, sondern landen direkt auf Inhaltsseiten.
Das Google-Universum liebt Google-Business-Einträge, Bewertungen und die Antworten darauf. ChatGPT bevorzugt offizielle Quellen wie Tourismusorganisationen und zitiert Werbeplattformen seltener. Claude greift besonders gerne auf englischsprachige Seiten zurück. Vergleichsplattformen und Listen mögen KI-Systeme generell, weil sie ihnen Bewertungsarbeit abnehmen. 63,8 Prozent der zitierten Domains erscheinen nur in einem einzigen System, warum jedes KI-Tool andere Quellen zitiert, ist eine eigene Auswertung wert.
Ab diesem Tag zitierte ChatGPT die Forumsplattform Reddit in der Beobachtung nicht mehr. Zuvor gab es zig Zitate pro Tag, danach null. Auch Google hat im Sommer umgestellt und zeigt seither Google-Business-Einträge in den AI Overviews. Ändert ein System etwas, wirkt sich das eins zu eins aus. Solche Verschiebungen dokumentiert der laufende Quellenmonitor Österreich.
Die größte Gefahr ist, die ganze Strategie auf ein einziges System oder einen einzigen Kanal auszurichten. Besser ist es, den eigenen besonderen Inhalt klar zu definieren und ihn auf starken Seiten wie Destinationsseiten, Landesorganisationen, Google-Unternehmensprofil und Tourenportalen zu platzieren. Fällt eine Quelle weg, tut es dann nicht so weh. Für Regionen gibt es dazu einen eigenen Überblick zur Sichtbarkeit von Destinationen.
Eliot Mannoia schlägt vor, Gäste einige Monate lang zu fragen, woher sie den Betrieb kennen und was ihnen gefällt. Antworten wie stundenlanges Spazieren, der Weitblick oder die Ruhe liefern direkt Ideen für Inhalte. Für kleine Betriebe kann der USP auch die Inhaberin oder der Inhaber selbst sein, etwa mit dem Wissen, von welchem Bankerl aus man den schönsten Ausblick hat. Wie man eigenes Wissen für hilfreiche KI-Texte nutzt und Gästefragen systematisch recherchiert, zeigen zwei Praxisbeiträge.
Nur weil Inhalt von mir kommt, heißt das nicht unbedingt, dass der Gast dann zu mir kommt.
Manuela Machner
Spezialwissen macht sichtbar, denn je spezifischer ein Betrieb ist, desto eher wird die KI auf ihn aufmerksam. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wozu man noch gebraucht wird, wenn alles Wissen digital verfügbar ist. Eliot Mannoia nennt Bewertungen, Antworten darauf und eine starke Website als Signale, mit denen man Glaubwürdigkeit beweist, ohne alles herzugeben.
Manche KI-Systeme lesen bevorzugt die englische Version einer Website und vergleichen nicht mit der deutschen. Eine englische Seite, die seit Jahren nicht gepflegt wurde, liefert dann das Bild des Betriebs. Manuela Machners Rat: überarbeiten oder offline stellen. Welche Quellen Claude für Österreich zitiert, zeigt eine eigene Analyse. Was Betriebe als Nächstes tun können, steht nach Priorität sortiert in den aktuellen To-dos zur KI-Sichtbarkeit.
KI-Systeme wie ChatGPT, Google AI Overview, Google AI Mode oder Claude stützen eine Antwort auf mehrere Quellen gleichzeitig, je nach System auf acht bis zwölf. Dazu zählen Portale, Destinationsseiten, Google-Unternehmensprofile, Bewertungen und Betriebswebsites. Welche Quellen genutzt werden, zeigen die kleinen grauen Quellenhinweise neben der Antwort. Eine laufende Auswertung für Österreich bietet der Quellenmonitor: https://www.kinet.ai/ki-sichtbarkeit-tourismus
Manuela Machner
Manuela Machner hat von April bis August 2026 154 typische Gästefragen zu Österreich täglich in ChatGPT, Google AI Mode, Google AI Overviews, Perplexity, Copilot und ab August in Claude beobachtet und 1.140.482 Quellenverweise ausgewertet. Die Studie zeigt, welche Seiten die KI für Antworten zu Hotels, Regionen, Wanderwegen, Restaurants und Ausflugszielen heranzieht und wie sich das über die Zeit verändert. Die Studie KI-Sichtbarkeit im Österreich-Tourismus 2026 steht kostenlos zum Download bereit: https://www.kinet.ai/ki-sichtbarkeit-oesterreich-tourismus-studie-2026
Manuela Machner
Der Titel ist einer der wichtigsten Grundfaktoren dafür, ob eine Seite zitiert wird. Blumige Titel wie ein weiter Ausblick in die Salzburger Bergwelt beantworten keine Frage, die ein Gast stellt. Bei oft zitierten Seiten steht der Kernbegriff der Gästefrage laut Studie zu 87 Prozent im Titel, bei nur einmal zitierten zu 50 Prozent. Konkrete Titel, die klar sagen, worum es geht, helfen der KI und auch Menschen, die bereits buchen wollen. Tipps dazu: https://www.kinet.ai/post/seitentitel-meta-descriptions-tourismus-tipps
Manuela Machner und Eliot Mannoia
Nein. Die KI-Systeme ändern ihre Quellen teils über Nacht. ChatGPT hat zum Beispiel ab dem 17. August Reddit nicht mehr zitiert. Sicherer ist es, den eigenen besonderen Inhalt klar zu definieren und auf mehreren starken Seiten zu platzieren, etwa auf Destinationsseiten, im Google-Unternehmensprofil und auf Tourenportalen. Laut Studie erscheinen 63,8 Prozent der zitierten Domains nur in einem einzigen KI-System. Konkrete nächste Schritte: https://www.kinet.ai/ki-sichtbarkeit-to-dos
Manuela Machner
Am einfachsten, indem er seine Gäste fragt, woher sie den Betrieb kennen und was ihnen gefallen hat. Antworten wie der Weitblick, die Ruhe oder lange Spaziergänge liefern direkt Ideen für Inhalte. Oft ist auch die Gastgeberin oder der Gastgeber selbst der USP, etwa mit dem Wissen, von welchem Bankerl aus man den schönsten Ausblick hat. Wie man eigenes Wissen für KI-Texte nutzt: https://www.kinet.ai/post/google-ki-inhalte-qualitaet-tourismus
Manuela Machner und Eliot Mannoia
Besser nicht. Manche KI-Systeme, besonders Claude, lesen bevorzugt die englische Version einer Website und vergleichen nicht mit der deutschen. Eine seit Jahren nicht gepflegte englische Seite prägt dann das Bild des Betriebs. Manuela Machner rät, sie zu überarbeiten oder offline zu stellen. Bei Claude stammen laut Studie 42,5 Prozent der zuordenbaren Zitate von englischsprachigen Seiten, im Google AI Mode nur 2,9 Prozent. Mehr dazu: https://www.kinet.ai/post/claude-zitiert-aus-internationalen-quellen
Manuela Machner
Sechs Schritte für Tourismusbetriebe, damit KI-Systeme den eigenen Betrieb finden, verstehen und zitieren. Grundlage ist die Studie KI-Sichtbarkeit im Österreich-Tourismus 2026.
Manuela Machner: Hallo und herzlich willkommen zur aktuellen Folge von Mind/Machine, dem Podcast zur künstlichen und emotionalen Intelligenz. Ich bin Manuela Machner, spezialisiert auf KI im Tourismus.
Eliot Mannoia: Hallo meinerseits, Eliot Mannoia, digitaler Psychologe. Heute reden wir ganz spannend von einer Studie, von etwas, das die Manuela sehr beschäftigt, und sie hat jetzt auch eine Studie dazu gemacht: Von wo holen sich eigentlich die KI-Systeme ihre Daten, ihre Informationen und ihr Wissen? Erzähl mal, Manuela, wie kam es überhaupt zu der Inspiration, zu der Motivation, das in die Wege zu leiten?
Manuela Machner: Der Hintergrund ist eigentlich der: Das beschäftigt mich seit dem ersten Moment, in dem ChatGPT online suchen gegangen ist. Das ist jetzt, glaube ich, zweieinhalb Jahre her. Im ersten Moment, als das freigeschaltet worden ist, habe ich mir gedacht: „Oh mein Gott, da kommt etwas Großes auf uns zu. Wenn jetzt ChatGPT sucht und mir drei Antworten gibt und ich nicht mehr in Google hundert Seiten Linklisten habe, was bedeutet das? Und wie schaffe ich es?“ Ich habe natürlich gleich Panik bekommen, weil ich mich damals gerade selbstständig gemacht habe, und habe mir gedacht: Wenn jetzt alle ChatGPT fragen, wer sie beraten soll, wie kommt ChatGPT dann auf mich? Ich habe von Anfang an herumexperimentiert und geschaut, und seit diesem Moment ist das für mich ein Schwerpunkt, mit dem ich mich auseinandersetze.
Das Schwierige ist, das herunterbrechen zu können, weil so viele Faktoren hineinfließen. Für diejenigen, die noch keine Vorstellung davon haben: Wenn man in Google sucht, hat man inzwischen oft schon diese AI Overview, also einen kurzen Überblick mit einer Antwort. Man kann in Google auch auf den sogenannten AI Mode gehen. Wenn man in ChatGPT eine Frage stellt, keine Ahnung, wo kann ich heute essen gehen, oder in Claude oder in all den anderen Programmen, dann dürft ihr euch das nicht so vorstellen wie unser altes Google-System nach dem Motto: Ich suche ein Keyword, und dann wird mir eine Seite vorgeschlagen.
Die KI-Systeme versuchen, die Intention zu verstehen. Sie versuchen zu verstehen: Was brauche ich wirklich? Welches Problem habe ich, und wie können sie mir helfen? Und sie suchen dann das Angebot, das Unternehmen, bei mir im Tourismus das Hotel oder die Region, das tatsächlich in der Lage ist, meinem Anspruch Genüge zu tun und das zu erfüllen, was ich möchte.
Wichtig ist: Diese Systeme gehen nicht her und schauen nur auf die Seite von Manuela Machner und sagen: „Hier finde ich Informationen von der besten KI-Trainerin der Welt“, neben dem Eliot. Sie versuchen natürlich abzuklären: Bin ich wirklich gut? Gibt es irgendwo Beweise, mit wem arbeite ich zusammen und so weiter? Das heißt, sie nehmen auch andere Quellen her. Das ist uns allen, die wir uns damit auseinandersetzen, schon bewusst. Aber welche Quellen sind das? Für alle von euch, die das noch nicht gemacht haben: Bitte versucht, das für eure Branche zu lernen. Am einfachsten versteht ihr es so: Wenn ihr eine Suche macht, zeigen euch die Systeme mit ganz kleinen grauen Balken, gut versteckt, wer die Quellen sind.
In Google sieht das so aus: Da ist ein kleiner grauer Balken, darauf steht irgendein Firmenname oder eine Bezeichnung, und meistens steht dann plus eins oder plus drei. Das heißt, aus all diesen Quellen wurde die Antwort generiert. Diese Quellen hat sich das System angeschaut, um euch die Antwort geben zu können.
Jetzt ist es natürlich ganz spannend, welche Quellen die KI zitiert. Man spricht da von Zitierung, also von welchen Quellen holt sich das System die Informationen, die es zu seiner neuen Antwort zusammenfügt. Und warum ist das so wichtig? Nehmen wir ein Beispiel aus meiner Branche: Ihr hättet ein Hotel und möchtet gerne, dass die KI sagt, ihr seid das beste Familienhotel. Eine Familie fragt: „Ich möchte mit meinen kleinen Kindern Urlaub machen, ein bisschen wandern gehen, ein bisschen Rad fahren, nicht zu anstrengend, und dieses und jenes.“ Dann hätte ich natürlich gerne, dass mein Hotel genannt wird. Wenn der Gast fragt, sieht man, wo überall die KI nachschaut und sich vergewissert, dass das eine oder das andere Hotel tatsächlich ein geeignetes Familienhotel ist.
Da laufen ganz viele Aspekte hinein. Die große Frage ist dann immer: Wo muss ich mich eintragen? Wo muss ich als Unternehmen noch sichtbar sein? Und was schreibe ich auf diese Seiten? Und jetzt endlich zum Thema meiner Studie. Es gibt sogar ein österreichisches Tool, das für die Fragen, die du beobachtest, zählt und zeigt, welche Quellen genannt werden. Ich habe zum Beispiel beobachtet: Wo kann man in Österreich am besten Urlaub machen? Das ist eine typische Gästefrage. Nicht sehr spezifisch, nicht sehr tief.
Eliot Mannoia: Ja, keine Anhaltspunkte.
Manuela Machner: So eine Nullachtfünfzehn-Frage, weil die Leute eigentlich gar nicht wissen, wie genau sie das vorgeben können. Übrigens: Wenn wir beide oder jeder, der da draußen zuhört, diese gleiche Frage stellen würden, würden wir unterschiedliche Antworten bekommen. Das ist noch ein eigener Teil. Aber diese Frage wurde immer wieder gestellt, und zwar täglich in fünf Suchmaschinen. Im August ist dann noch Claude dazugekommen. Man hat also bei der KI-Suche jeden Tag auf diese eine Frage geschaut: Welche Quellen sind da zitiert worden?
Je nach Tool werden zwischen acht und zehn, zwölf Quellen angeschaut, um mir eine Antwort zu geben. Dann hat man geschaut, welche Quellen sehr oft zitiert werden. Damit möchte ich einen Überblick geben: Wer ist sehr stark am Markt? Wo macht es besonders viel Sinn, dass ich als Hotel aufgelistet bin, um die Chance zu haben, genannt zu werden? Woher kommen die Inhalte zu Wanderwegen, zu Restaurants, zu Ausflugszielen und so weiter? Ich habe über hundertfünfzig Fragen beobachtet, und das über fünf Monate.
Man hat auch gesehen, welchen Einfluss es hat, sobald ein Tool etwas geändert hat. Das war ganz spannend. Ihr könnt euch das Ganze auch von meiner Website herunterladen und anschauen, wie die Studie ausgegangen ist. Das Wichtigste ist, und das ist eigentlich nicht überraschend, das haben wir gewusst: Das Wichtigste sind die Fakten, die über euren Betrieb drinnen stehen. Und einer der wichtigsten Grundfaktoren ist: Was steht im Titel? Was schreiben wir in den Titel? Im Tourismus lieben wir ja flauschi-flauschi Titel, sage ich immer.
Also flauschi-flauschi bla bla. So etwas wie: weiter Ausblick in die Salzburger Bergwelt. Welche Gästefrage beantwortet das? Welcher Gast fragt: Wo habe ich weite Ausblicke auf die Salzburger Bergwelt? Vielleicht von einem Gipfel. Sehr spezifisch. Aber das sind die Dinge, die jetzt eine Rolle spielen.
Ich finde das so spannend, und ich habe diese Diskussion gerade immer mit den Betrieben. Da hätte ich gerne deine Meinung, bis jetzt habe ja nur ich geredet. Unsere Branche ist ein bisschen so gestrickt: Wir müssen inspirieren. Bei uns sagt man die Inspirationsphase. Das heißt, bevor der Gast überhaupt weiß, wo er hinwill, sagen wir ihm: „Schau, das ist hier so schön bei uns, ich inspiriere dich.“ Und wir glauben sehr oft, dass Inspiration, über Bilder und Video sowieso, aber auch im Text sehr blumig sein muss, dass sie Bilder im Kopf erzeugen kann, soll, muss.
Ich als Mensch habe dazu eine etwas andere Meinung. Aber was glaubst du, was passiert bei den Menschen mit diesem Blumigen? Macht das für den Menschen wirklich den Unterschied aus? Wie schätzt du das ein?
Eliot Mannoia: Eine empirische Studie habe ich dazu jetzt nicht. Ich würde schon annehmen, dass in der Inspirationsphase, etwa auf einer Werbung, ein Weitblick wirken kann. Aber sobald es von der Inspiration zu einer Intention geht, wenn also die Absicht da ist, etwas zu suchen oder etwas zu buchen, dann glaube ich, sind konkrete Aussagen hilfreicher.
Wenn der Titel eines Blogartikels oder wie auch immer etwas Konkretes in sich hat, muss er nicht unbedingt eine Frage beantworten, aber zumindest zum Beispiel: Das Mountainbikezentrum Salzburgs.
Manuela Machner: Mhm.
Eliot Mannoia: Das beantwortet jetzt nicht deine Frage, aber es sagt klar und deutlich, was es ist, und es geht nicht nur um Weitblick. Konkreter hilft also auch den Menschen, wenn sie schon mit einer Intention unterwegs sind. Wenn sie nur in der Discovery sind und sich umschauen, dann können solche plakativen Aspekte, so flauschi-flauschi, wie du sagst, schon wirken, weil ein tolles Bild und ein Weitblick sehr inspirieren können. Beim Titel bemerkt man psychologisch auch das Thema Clickbait. Für die, die es nicht kennen: Clickbait ist das englische Wort dafür, dass man etwas ein bisschen, wie sagt man ...
Manuela Machner: Provokant.
Eliot Mannoia: Provokant, danke, das war das Wort, das ich gesucht habe. Man schreibt etwas provokant, sodass die Menschen draufklicken. Also die fünf Sachen, die du nicht gewusst hast, oder die zehn Sachen. Und das wird zunehmend aggressiver. Man merkt das auch schon in den Werbungen, auf YouTube zum Beispiel. Sie schauen dich direkt an und sagen: „Sag niemals, und ich meine niemals, deinen Namen, wenn dich jemand fragt, wie du heißt.“ Natürlich sage ich, wie ich heiße, wenn mich jemand fragt. Es ist so offensichtlich provokant und ein bisschen aggressiv. Oder: Wenn du das isst, machst du es komplett falsch.
Manuela Machner: Ja, absolut.
Eliot Mannoia: Absolut, und sehr aggressiv. Ich glaube, das desensibilisiert die Leute auch. Sie sind dann nicht mehr so empfänglich dafür. Und wenn man dann etwas Normales schreibt, wirkt das vielleicht nicht mehr, weil sie gewohnt sind, dass alles so extrem geschrieben wird. Wenn man einfach sagt: schönes Hotel am Berg, ist das dann vielleicht nicht mehr so ansprechend. Leute reagieren auch schon ein bisschen allergisch darauf. Ich würde auf jeden Fall nicht empfehlen, so aggressiv zu formulieren. Ich finde, es kommt auch billig rüber. Wie siehst du das?
Manuela Machner: Ich glaube, diese Hooks, wie man so schön sagt, dieses „Ich will Aufmerksamkeit um jeden Preis“, wirkt nur bedingt bei KI-Systemen. Zahlen wirken offensichtlich recht gut. Deswegen machen jetzt auch alle die zehn besten Tipps oder die drei Tricks. Das muss ich mir für meinen Blogbeitrag über meine Studie auch überlegen: die fünf Takeaways, die du mitnehmen kannst, wie du sichtbar wirst, oder so etwas.
Listicles funktionieren wirklich. Das zeigt auch wieder die Studie: Vergleichsplattformen und dieses Vergleichen mögen KI-Systeme durchaus und sehr gerne. Sie bekommen einen Überblick, von anderen bewertet, und ersparen sich damit ein bisschen eigene Bewertung. Denn in Wirklichkeit treffen KI-Systeme, die euch Antworten geben, eine Entscheidung.
Sie treffen Vorentscheidungen für euch. Sie überlegen sich: Warum gebe ich dir dieses Hotel und nicht das andere? Und das liegt natürlich daran, was auf der Seite vom Hotel steht und was andere über das Hotel sagen. Gerade das Google-Universum liebt die Google-Business-Einträge, aber auch die Bewertungen und die Antworten auf die Bewertungen.
Die KI muss ja nicht mehr Hunderte Seiten mit zehn Links ausgeben, sondern muss das wie durch einen Filter rasseln lassen. Und da sieht man, dass solche Dinge ein extrem großer Faktor sind. Es hängt aber auch immer vom Tool ab. ChatGPT gehört Microsoft und nicht Google. ChatGPT reagiert zum Beispiel wieder ganz anders, und Claude auch. Ich glaube, wichtig ist, dass man sich grundsätzlich damit auseinandersetzt. Bei den vielen Zitaten und zitierten Quellen war für mich eines der überraschendsten Ergebnisse: Es gibt natürlich Seiten, die sehr gut performen.
Aber man darf sich nicht vorstellen, dass die Startseite dieser Seiten gut performt. Eine Seite, die für den Tourismus absolut relevant ist, ist die Seite der Österreich Werbung, also austria.info. Die ist deswegen so relevant, weil sie tausende Seiten mit starkem Inhalt hat. Sie haben aufbereiteten Inhalt, richtigen Content. Und wenn in der Statistik steht, dass austria.info so und so oft prozentuell aufgerufen wird, dann wird nicht die Seite aufgerufen, die vielleicht für die Inspiration zuständig ist, sondern es werden die einzelnen Unterseiten aufgerufen.
Wir denken bei der Navigation sehr oft nur an ein Thema. Ich hatte letztes Mal einen Workshop, da hat jemand gesagt: „Na ja, das hat der Mensch ja schon gelesen, weil es auf der Einstiegsseite steht.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand über die Einstiegsseite kommt, ist inzwischen eigentlich recht gering, weil er meistens auf der Detailseite oder Inhaltsseite landet.
Eliot Mannoia: Ja.
Manuela Machner: Und das machen KI-Systeme auch, die lesen dann nicht alle eure Details durch. Das ist das, was du mit der Inspiration gesagt hast. Sie hat Platz. Aus meiner Sicht hat die Inspiration nach wie vor ihren Platz auf den Einstiegsseiten, wo die Menschen sich Inspiration holen, wo sie vielleicht den QR-Code auf einem Prospekt abscannen und eure Region kennenlernen. Aber wenn es ans Kaufen geht, müssen sie wissen: Was kostet das?
Eliot Mannoia: Ja. Und wie siehst du das: Wenn du diese Studie länger als fünf Monate machen würdest oder einfach in einem Jahr wieder, wo geht die Reise hin?
Manuela Machner: Spannend ist: Wer dominiert da drinnen? Welche Plattformen, welche Seiten sind einfach stark? Bei mir im Tourismus war total spannend, dass es relativ stabil ist. Die Top Ten haben sich über die Zeit durchgezogen. Es ist nicht plötzlich die Seite der Österreich Werbung abgebrochen und weg gewesen. Solche Sachen sind kaum passiert. Man hat aber gemerkt: Google hat ein Update gemacht, und plötzlich hat es in der Google AI Overview die Google-Business-Einträge gegeben. Die hat es im April noch nicht gegeben, im August plötzlich schon, oder ab Juli, glaube ich. Das heißt, wenn ein System etwas umstellt, hat das eine Eins-zu-eins-Auswirkung.
Auf der anderen Seite hat ChatGPT zum Beispiel Reddit hinausgeworfen. ChatGPT hat sehr oft aus dieser Forumsplattform zitiert.
Eliot Mannoia: Ja.
Manuela Machner: Aus Reddit. Und man sieht das Datum in der Statistik, das ist ein Wahnsinn. Ich glaube, am 17. August hat ChatGPT Reddit hinausgeworfen und gesagt: „Daraus zitiere ich nicht mehr.“ Ich hatte zuerst zig Zitate pro Tag und dann plötzlich null. Man sieht dann sehr genau, welche Auswirkungen das hat. Total spannend ist auch, wer wem mehr glaubt. ChatGPT liebt Institutionen, also Tourismusorganisationen, wie wir sie in den Regionen oder in den Bundesländern haben. ChatGPT liebt alles, was offiziell ist.
Offizielle Quellen werden geliebt, Werbeseiten weniger. Ich habe eine coole Tourismusplattform, die eigentlich davon lebt, dass sie Ausflugsziele vorstellt und präsentiert. Die funktioniert in allen Plattformen hervorragend, außer in ChatGPT. Da ist sie jetzt ein bisschen besser, aber trotzdem. Es scheint einen Zusammenhang zu geben, dass ChatGPT sagt: „Na ja, wenn die das mit Werbung machen, dann vielleicht doch nicht, wenn ich den gleichen Inhalt woanders herbekomme.“ Diese moralische Auswahl, wenn man es so nennen will, ist ganz spannend, wenn man sich das anschaut, vor allem über so einen Zeitraum. Das war jetzt ganz interessant.
Eliot Mannoia: Wie kann man sich da als Tourismusbetrieb, ob das jetzt ein Hotel ist oder ein Liftbetrieb oder was auch immer, am besten aufstellen, wenn sich Sachen so ändern und ein System sich von einem Tag auf den anderen ändern kann, wie ab dem 17. August?
Manuela Machner: Ich glaube, wichtig ist, dass man gewissen Grundsätzen seiner Strategie treu bleibt. Eine Strategie nur auf einen Kanal auszurichten, das ist die größte Gefahr. Zu sagen: Ich mache das jetzt für ChatGPT, ich mache das für Google, ich mache Social Media nur auf TikTok, weil TikTok eine Zeit lang im Google-Universum stark war.
Ich glaube, das ist die größte Gefahr, dass man seinen ganzen Fokus nur mehr in eine Richtung lenkt. Wichtig ist, dass ihr den Inhalt, der euch ausmacht und der euch besonders macht, erst einmal für euch findet und klar definiert. Und dass ihr diesen Inhalt auf den starken Seiten positioniert, die es gibt.
Wenn dann eine wegfällt oder anders bewertet wird, tut es nicht so weh. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Faktor. Und ich glaube schon, dass es gewisse Seitenarten gibt, die einfach länger bestehen werden. Das sind bei uns im Tourismus die Destinationen oder auch die Seiten der Landesorganisationen, also die ganz großen Seiten.
Es ist ganz gefährlich, wenn man nur im Klein-Klein denkt. Im Tourismus mögen wir das oft sehr gerne: Ich habe eine Gemeinde, das ist mein Ort, das ist meine Website, und das passt schon. Das passt, wenn jemand meinen Ort kennt, aber im großen Kontext nicht mehr.
Und das zeigt die Studie sehr gut: wer die großen Player sind. Damit meine ich nicht nur Unternehmen, sondern auch Dinge wie den Google-My-Business-Eintrag oder bei Touren, welche Inhalte von welchen Tourenanbietern genommen werden. Dass man sich sagt: Okay, ich habe das auf meiner Website, aber vielleicht mache ich als Region trotzdem dort noch etwas.
Es wird spannend, weil du fragst: Ich werde das im nächsten Jahr sicher zumindest stichprobenartig wieder machen. Ich überlege auch, es für den Winter zu machen, weil das jetzt primär Sommerthemen und der österreichische Markt waren. Das muss man differenzieren. Ob es da einen Unterschied gibt, ob es einen Wechsel in den Tools gibt, wie viele Seiten sie zitieren.
Wie viele Quellen nehmen sie her? Das ist auch eine ganz spannende Geschichte. Wie viel schaue ich mir überhaupt an? Nehme ich nur acht Seiten oder sechzehn Seiten? Das ist ein Riesenunterschied. Das kostet natürlich auch viel Energie. ChatGPT hat am Anfang mehr Seiten genommen und ist jetzt ein bisschen sparsamer geworden, wie viele Quellen es aufruft.
Es gibt total viele solche Geschichten. Ich glaube, wichtig ist guter Inhalt, sich gut zu positionieren und selbst zu wissen: Für welche Frage bin ich oder mein Angebot eine Antwort?
Eliot Mannoia: Da haben wir wieder die Empathie, das Hineinversetzen in den Kunden, die emotionale Intelligenz. Super.
Manuela Machner: Absolut, das ist jetzt einer der wichtigsten Faktoren. Wie geht man es an? Wie würdest du einem Betrieb sagen, wie er es schafft? Das ist immer die große Frage der Betriebe: Woher weiß ich denn das? Wie würdest du herausfinden, für wen das eigene Angebot das Richtige ist? Abgesehen davon, dass alle sagen: Das weiß eh jeder, Zielgruppen und Co. Ganz so ist es oft nicht, weil wir eh alle nehmen, nach dem Motto: Es darf eh jeder kommen. Klar dürfen sie. Aber wie würdest du es angehen, für dich selbst herauszufinden, ob das der richtige Gast ist oder ob dein Angebot genau zu ihm passt?
Eliot Mannoia: Wenn man ein bestehender Betrieb ist, kann man ja auch ins CRM schauen, also ins System ...
Manuela Machner: Viele haben noch kein CRM.
Eliot Mannoia: Ach so.
Manuela Machner: CRM-Systeme in der Hotellerie: Kleine Betriebe haben keine CRM-Systeme. In der größeren Hotellerie fängt das an. Für alle, die nicht wissen, was ein CRM ist: ein Customer-Relationship-Management-System.
Eliot Mannoia: Genau, einfach ein System, in dem man Name, Nachname, Telefon, Vorlieben und verschiedene Informationen abspeichern kann. Im Grunde eine Datenbank. Was man aber machen könnte: Man sagt, in den nächsten Monaten fragen wir die Gäste, die kommen. Man überlegt sich zwei, drei Fragen. Zum Beispiel: Wo habt ihr von uns gehört? Wo lest oder konsumiert ihr Content? Vielleicht eine Altersspanne. Einfach um ein bisschen herauszufinden, wer die Gäste eigentlich sind, ob sie aus Österreich, aus den Niederlanden oder aus Deutschland kommen. Ich finde das schon wichtig, oder es kann zumindest helfen.
Manuela Machner: Was ich auch so wichtig finde: fragen, was ihnen bei uns gefällt. Diese Eckdaten hat man meistens, den Herkunftsort, wenn jemand übernachtet, und das Alter.
Eliot Mannoia: Genau: Was gefällt dir an uns? Dann sagen sie vielleicht: Wir gehen stundenlang spazieren, oder wir lieben den Weitblick, oder wir lieben die Ruhe. Dann hat man eigentlich schon wahnsinnig viele Content-Ideen und kann sagen: Okay, das sind ein paar Punkte, zu denen wir Content schaffen können, den dann hoffentlich die KI liest.
Manuela Machner: Ganz genau. Das glaube ich auch: sich damit auseinandersetzen, was den Leuten gefällt, was sie sagen, wenn sie abreisen und es so toll war. Und was macht mich vielleicht auch als Person aus? Dieser USP, den man seit Jahren rauf und runter betet, spielt jetzt plötzlich eine ganz andere Rolle.
Als kleiner Betrieb ohne Marketingabteilung hat man oft gar keine Vorstellung davon. Bei mir kann man Rad fahren und wandern gehen, das kann man überall.
Eliot Mannoia: Genau.
Manuela Machner: Und ich finde es so lustig, was ein USP sein kann. Ich versuche das mit Betrieben immer ein bisschen herauszukitzeln, gerade bei kleinen Betrieben finde ich das spannend. Es kann sein, dass ihr als Inhaberinnen und Inhaber der USP seid.
Eliot Mannoia: Ja?
Manuela Machner: Weil ihr vielleicht jede Wanderung kennt, ein Wissen darüber habt und genau sagen könnt: „Wenn ihr dort hinaufspaziert, bei dem Bankerl habt ihr den schönsten Ausblick.“ Dann seid vielleicht ihr dieser USP, oder das Wissen, das ihr habt und das kein Tourenprogramm kennt, sondern nur ihr.
Solche Dinge können extrem positiv sein. Ich möchte nicht zu detailliert hineingehen, weil in der Studie sehr viele Informationen zusammengefasst wurden. Aber was sehr deutlich herauskommt: Das Wissen, das sich die KI zusammensammelt, kommt aus ganz vielen, sehr unterschiedlichen Seiten.
Auch wenn es einige starke Seiten gibt, sieht man im Detail: Es ist trotzdem nur ein Bruchteil. Auch die starken Seiten sind gemessen am Gesamtvolumen nur ein Bruchteil, es wurden immerhin über eine Million Zitate ausgewertet.
Eliot Mannoia: Wahnsinn.
Manuela Machner: Man sieht also: Auch meine kleine Seite hat Chancen, dass Inhalt von mir genommen wird beziehungsweise dass ich vorkomme. Das heißt aber nicht unbedingt, und das muss man realistisch sagen, dass der Gast dann zu mir kommt, nur weil Inhalt von mir stammt.
Wenn ich sage, dieses eine Bankerl hat den schönsten Ausblick auf diesen Berg, dann kann es sein, dass die KI dem Menschen erklärt, das Bankerl auf dem Berg hat den schönsten Ausblick. Das heißt aber nicht, dass sie ihm sagt: Und deswegen schläfst du im Hotel Sonnenschein. Das muss uns auch bewusst sein.
Was mich dazu noch interessieren würde: Wir bereiten Content auf, wir geben Content hinein, wir versuchen, die KI damit zu füttern. Ich bin da immer ein bisschen zwiegespalten. Wie viel geben wir von unserem individuellen Wissen her?
Damit wir in KI-Systemen gesehen werden, ist das ganz wichtig. Wissen, das es noch nicht gibt, oder Spezialwissen darzustellen und zu zeigen: Je spezifischer wir sind, umso wahrscheinlicher ist es, dass die KI auf uns aufmerksam wird. Aber wie siehst du das? Wie viel Wissen soll man wirklich hergeben? Wie weit gehen wir da?
Eliot Mannoia: Das ist eine gute Frage. Informationen werden immer weiter demokratisiert. Gefühlt ist jeder Zweite Coach oder Berater, Beraterin, und hier gibt es meinen kostenlosen Kurs, hier einen kostenlosen Workshop. Es wird schon sehr viel kostenlos hergegeben. Schwierige Frage. Mit meinen Frameworks zum Beispiel bin ich sehr offen. Die lade ich hoch, das ist mein Framework, und wie das dann benutzt wird, weiß ich nicht.
Manuela Machner: Weißt du, was ich mich grundsätzlich frage? Gar nicht so sehr aus unserer Branche heraus, sondern allgemein: Wenn wir alles Wissen digitalisieren, dann habe ich zwei Herzen in der Brust. Einerseits geht es nicht verloren. Das ist ja das eine Problem.
Wir kennen das alle: Mitarbeiterinnen, die in einem Unternehmen waren und dann in Pension gegangen sind, und plötzlich weiß keiner mehr, wie irgendetwas funktioniert oder wie Sonderfälle gelöst werden. Auf der einen Seite halte ich sehr viel davon, dass so ein Wissen nicht verloren geht, weil ich es als sehr wertvoll erachte. Auf der anderen Seite: Wozu braucht uns die Maschine noch, wenn wir all unser Wissen hergeben?
Eliot Mannoia: Oder warum brauchen andere Menschen unser Wissen, wenn sie es sich von der Maschine holen können?
Manuela Machner: Das sowieso. Expertise zu haben und sie ganz in den digitalen Raum zu stellen, ist wirklich eine Grenzgeschichte. Aber wenn man sie nicht hineinstellt, kann man nicht beweisen, dass man Expertise hat. Zum Beispiel, dass ihr die Wanderwege in dem Gebiet so gut kennt. Das müsst ihr auch beweisen. Nur hineinzuschreiben, dass ihr alle Wanderwege kennt, ist ein bisschen mau.
Eliot Mannoia: Ich glaube, da geht es um Social Proof, also das, was du gesagt hast: Google My Business, Bewertungen und wie man auf die Bewertungen eingeht, und die Domain Authority der Website. Es gibt schon Signale, die man schicken kann, um zu zeigen, dass man glaubwürdig ist und dass man genug Kunden hatte und so weiter. Ich glaube, das geht schon.
Manuela Machner: Da bin ich noch gespannt.
Eliot Mannoia: Es ist eine feine Linie, eine Gratwanderung: Wie viel beweise ich, dass ich es kann, und wo gebe ich dann zu viel her?
Manuela Machner: Mhm. Und noch ein ganz kleiner Input, den ich euch mitgeben möchte, egal welche Websites ihr betreut. Eine ganz spannende Geschichte ist, dass KI-Systeme Englisch total gerne haben, je nachdem, welches System es ist. Google ist mit Deutsch völlig zufrieden. Andere Systeme lieben die englischen Seiten extrem.
Claude zum Beispiel: Ich weiß, warum du Claude so gerne hast, weil Claude dich gerne hat, weil deine Website auf Englisch ist. Claude liebt besonders Englisch. Was ich euch aber mitgeben möchte: Die KI schaut sich nie beide Seiten an. Entweder schaut sie sich die englische Seite an, weil Englisch für KI-Systeme sozusagen eher die Muttersprache ist, und denkt sich: „Aha, Englisch gibt es da, das schauen wir uns als Erstes an“, oder die deutsche.
Sie vergleicht nicht, sie nimmt das eine oder das andere für die Zitate. Deshalb ein Tipp: Falls ihr eine englischsprachige Seite habt, die seit hundert Jahren vor sich hin schlummert, in die ihr irgendwann einmal etwas hineingeschrieben habt, weil ihr gedacht habt: „In Wirklichkeit kauft oder bucht eh nie ein internationaler Gast auf Englisch bei mir“, dann entweder überarbeiten oder offline stellen.
Bitte bedenkt das. Ich kannte das schon aus diversen eigenen Beobachtungen und habe es auch schon in Schulungen gepredigt, aber es hat sich hier wieder bestätigt. Schlechte englische Seiten sind eine ganz schlechte Methode in dieser Hinsicht.
Na gut, ich glaube, das waren jetzt nur ein paar Aspekte davon, wie man sichtbar wird. Nehmt es einfach ernst.
Eliot Mannoia: Und der Link zur Studie ist dann bei dir, in den Kommentaren?
Manuela Machner: Ja. Ihr könnt sie euch herunterladen, durchlesen und schauen, was ihr für euch mitnehmen könnt und welche Handlungsempfehlungen ihr daraus ableiten könnt. Dann macht es gut, und dass ihr auch in den KI-Systemen gut gesehen werdet. Tschüss, baba.
Eliot Mannoia: Ciao.