Folge #112
Friction: Eliots neues Buch über den künstlichen Menschen und warum wir Widerstand brauchen

Wir tracken Schlaf, zählen Schritte und gehen ins Fitnesscenter, um die Rolltreppe zu kompensieren. Gleichzeitig trainieren wir Maschinen, menschlicher zu wirken. Eliot Mannoia hat zwei Jahre dazu geforscht. Das Ergebnis ist sein Buch "Friction". In dieser Folge sprechen wir über künstliche Menschen, Hyper-Independence und warum wir bewusst Widerstand einbauen müssen.
Diese Fragen beantwortet die Folge
Was bedeutet der Begriff künstlicher Mensch?
Warum zahlen wir zweimal für Technologie?
Was ist Hyper-Independence und warum ist sie gefährlich?
Was ist das Buch Friction von Eliot Mannoia?
Wie kann man künstliche Widerstände im Alltag einbauen?
Über diese Folge
Wir nehmen die Rolltreppe und gehen abends ins Fitnesscenter, um Stiegen zu steigen. Wir tracken unseren Schlaf mit der Uhr und fragen sie morgens, wie gut wir geschlafen haben. Wir haben Google Maps und zahlen für Braintraining-Apps. Eliot Mannoia nennt das die Doppelzahlung. Und er hat zwei Jahre darüber geforscht.
Das Wichtigste aus dieser Folge
Wir sind schon künstliche Menschen. Nicht weil uns jemand dazu gemacht hat, sondern weil wir es bequem finden. Die Frage ist nicht, ob wir Technologie nutzen, sondern ob wir noch wissen, was wir dafür hergeben.
“Nicht die Terminatoren machen mir Angst. Was mir heute Bedenken macht, ist diese Hyper-Independence.”

Zum Mitnehmen
Reflexionsfragen: Bin ich schon ein künstlicher Mensch?
Diese Reflexionsfragen aus Folge 112 helfen euch, euren eigenen Grad an künstlicher Menschlichkeit zu erkennen und bewusste Entscheidungen über Technologie und Widerstand zu treffen.
- 1
Technologie-Doppelzahlung erkennen
Schreib drei Beispiele auf, bei denen du zweimal für Technologie zahlst: einmal für das Gerät oder den Dienst, der dir etwas abnimmt, und einmal für den Ausgleich des Verlustes. Rolltreppe und Fitnesscenter ist das Paradebeispiel. Welche eigenen hast du?
- 2
Hyper-Independence-Check
Notiere, welche Alltagsaufgaben du in den letzten sechs Monaten von Menschen zu Diensten oder Algorithmen verlagert hast. Essen bestellen, Navigieren, Entscheidungen treffen. Wie fühlt sich das an?
- 3
Künstliche Grenzen setzen
Wähle einen Bereich in deinem Alltag, in dem du bewusst Widerstand einbauen willst. Keine Meetings von 10 bis 12 Uhr. Kein Smartphone beim Essen. Eine Stunde ohne KI-Assistenz. Schreib auf, was du erwartest und was tatsächlich passiert.
FAQ: Künstliche Menschen und Friction
Was bedeutet der Begriff künstlicher Mensch?
Wir sind schon künstliche Menschen, weil wir uns wie Maschinen optimieren: Schlaf tracken, Schritte zählen, Fokuszeit in Outlook einplanen. Gleichzeitig trainieren wir Maschinen, menschlicher zu wirken. Eliot Mannoia beschreibt dieses Paradox in seinem Buch Friction als den Kern unserer Zeit.
– Eliot Mannoia
Warum zahlen wir zweimal für Technologie?
Wir zahlen einmal für den Komfort, der uns etwas abnimmt, und ein zweites Mal für den Ausgleich des Verlustes. Rolltreppe und Fitnesscenter. Smartphone und Braintraining-App. Google Maps und Gedächtnistraining. Das ist die zentrale Prämisse von Eliots Buch Friction.
– Eliot Mannoia
Was ist Hyper-Independence und warum ist sie gefährlich?
Hyper-Independence ist die zunehmende Unabhängigkeit von anderen Menschen durch Technologie: eigene Wohnung, Lieferdienst, Netflix, KI-Assistent. Was nach Freiheit klingt, ist ein Tausch. Wir werden unabhängig von Menschen, aber abhängig von Systemen. Das wird erst sichtbar, wenn der Strom ausfällt.
– Eliot Mannoia
Was ist das Buch Friction von Eliot Mannoia?
Friction: Why we're paying twice for modern life ist Eliots Buch über künstliche Menschen, Hyper-Independence und warum wir bewusst Widerstände einbauen müssen. Es ist auf Englisch erhältlich unter https://mybook.to/friction. Das Buch ist nicht anti-technologisch, sondern pro-human.
– Eliot Mannoia
Wie kann man künstliche Widerstände im Alltag einbauen?
Konkrete Beispiele: Fokuszeit von 10 bis 12 Uhr ohne Meetings, wie eine Beratungsfirma in Deutschland es macht. Slow Checkout bei Jumbo in den Niederlanden. Postzusteller in Jersey, die bei älteren Menschen anklopfen. Oder einfach: eine Stunde ohne Smartphone. Der Schlüssel ist Bewusstsein, nicht Technologieverzicht.
– Eliot Mannoia
Was antwortete ChatGPT auf die Frage, wie es die Menschheit unterwerfen würde?
ChatGPT antwortete: Das Leben so bequem machen, dass Menschen das Denken und Entscheiden freiwillig abgeben. Kein Terminator, keine Gewalt. Nur Bequemlichkeit. Manuela und Eliot diskutieren in Folge 112, wie nah wir diesem Punkt bereits sind.
– Manuela Machner