#9 KI und Kreativität

Eliot Mannoia hat für eine japanische Bank ein Rap-Lied mit Suno erstellt. Securitized Products, Syndicated Loans, alles rein. Die Banker haben es geliebt. Manuela Machner hat in Workshops noch niemanden gefunden, der echte Bilder von KI-Bildern unterscheiden kann. Und: Wem gehört ein KI-generiertes Bild?

FAQ: KI und Kreativität

Wie hat Eliot Mannoia mit Suno ein Rap-Lied für eine japanische Bank erstellt?

Eliot Mannoia hat zwei, drei Sätze eingegeben: den Namen der Bank, dass sie Securitized Products und Syndicated Loans machen. Suno hat daraus ein Rap-Lied mit Text und Singstimme erstellt. Er war unsicher, ob er das in einem Banker-Workshop vorspielen soll. Die Banker haben es geliebt und es ist intern viral gegangen.

Eliot Mannoia

Was ist Lala AI und wie hat Eliot Mannoia Billie Jean damit zerlegt?

Lala AI ist ein Tool zur Stem-Separation: Man lädt ein Lied hoch und es separiert die einzelnen Spuren, also Stimme, Bass und Drumset. Eliot Mannoia hat damit Billie Jean zerlegt. Für DJs und Produzenten eröffnet das ganz neue Möglichkeiten für Remixes.

Eliot Mannoia

Warum schafft in Manuela Machners Workshop niemand, echte Bilder von KI-Bildern zu unterscheiden?

Manuela Machner macht in Workshops eine Menti-Übung: Leute abstimmen lassen, ob ein Bild echt oder KI-generiert ist. Das hat noch niemand geschafft, alle richtig zu treffen. Viele haben die klassischen DALL-E 3-Bilder aus ChatGPT im Kopf und glauben, alle KI-Bilder schauen so aus. Die Realität mit Leonardo AI und Midjourney ist eine andere.

Manuela Machner

Was sagen die Urteile in den USA und China über das Urheberrecht an KI-generierten Bildern?

In den USA: Weil keine natürliche Person das Bild gemacht hat, gibt es kein Urheberrecht. In China: Dem Prompter wurde das Urheberrecht zugesprochen. Manuela Machner findet das fair: Wer sich damit beschäftigt, den richtigen Prompt zusammenzubekommen, leistet auch einen kreativen Beitrag. Wichtig: Nutzungsrecht und Urheberrecht sind zwei verschiedene Dinge.

Manuela Machner

Warum taucht das Getty-Images-Wasserzeichen in KI-generierten Bildern auf?

Die KI sieht Pixelpunkte mit "Getty Images" als Teil eines Bildes. Wenn man "erstell mir ein Bild im Stil von Getty Images" eingibt, imitiert die KI auch das Wasserzeichen. Das Bild selbst ist nicht von Getty Images kopiert. Eliot Mannoia: Am Anfang hat er sich oft erschreckt, weil Midjourney plötzlich Wasserzeichen oder Namen im Bild hatte, die er nicht lesen konnte.

Eliot Mannoia

Transkript

**Eliot Mannoia:** Willkommen zur nächsten Folge von Mind/Machine. Ich bin Eliot, digitaler Psychologe, und fasziniere mich für Technologie, KI und wie diese den Menschen beeinflusst.

**Manuela Machner:** Hallo, ich bin Manuela Machner, KI-Coach für Tourismusbetriebe, und beschäftige mich damit, wie man Künstliche Intelligenz im Alltag und im Arbeitsumfeld optimal einsetzen kann.

Heute reden wir über Kreativität und Künstliche Intelligenz. Kann KI überhaupt kreativ sein, und wenn ja, wie?

**Eliot Mannoia:** Ich habe wie alle mit Bildgenerierung angefangen, schon vor zwei Jahren mit DALL-E. Und mit Musik: Ich war früher als Hobbyproduzent unterwegs. Mit Lala AI kann man ein Lied hochladen, zum Beispiel Billie Jean, und es separiert die einzelnen Stems: Stimme, Bass, Drumset. Was da für DJs und Produzenten für Remixes möglich ist, ist unglaublich.

**Manuela Machner:** Ich habe Lala AI auch kurz getestet, war aber überfordert, weil ich den musikalischen Hintergrund nicht habe. Das bestätigt sich wieder: Wenn man etwas nicht wirklich selbst kann, tut man sich auch mit KI noch schwer.

**Eliot Mannoia:** Hast du schon Suno getestet? Das ist momentan ein "just for fun"-Tool. Du kannst dir einen Heavy-Metal-Schlager zu Weihnachten machen. Das Spannende: Suno schreibt nicht nur Musik, sondern auch den Text und kreiert eine Singstimme. Du gibst einfach an, welchen Stil du möchtest, und es schreibt den Reim dazu.

Ich hatte eine Session mit einer japanischen Bank und habe ein Rap-Lied für sie erstellt. Ich habe zwei, drei Sätze eingegeben: den Namen der Bank, dass sie Securitized Products und Syndicated Loans machen. Ich war unsicher, ob ich ein Rap-Lied in einem Workshop mit Bankern vorspielen soll. Aber die haben es geliebt. Es ist intern viral gegangen.

**Manuela Machner:** Ich habe das Gleiche gemacht: Einen Schlager aus den Stärken der Chefleute. Das war der volle Gag für die Leute, sich darin wiederzufinden.

Bei der Bildgenerierung habe ich zwölf Tools über ein Adventure getestet, jeden Tag mit demselben Prompt. Midjourney war mein Tool, dachte ich. Aber Leonardo AI ist inzwischen auch sehr gut, hat die Fotoqualität. Und Lexica Art ist eher in die künstlerische Richtung, wenn du ein Bild im Stil von Van Gogh möchtest.

**Eliot Mannoia:** Man kann differenzieren zwischen nicht-kreativen Profis, die KI-Tools für alltägliche Sachen nutzen, und denen, die es professionell einsetzen. Michael Katzlberger, der Vorreiter im kreativen KI-Bereich in Österreich, nutzt das für Kampagnen und Kunden. Ein anderes Level.

**Manuela Machner:** In meinen Workshops mache ich eine Übung mit Menti: Ich lasse die Leute abstimmen, ob ein Bild echt oder KI-generiert ist. Das hat noch nie jemand geschafft, alle richtig zu treffen. Ich habe selbst im Nachhinein gedacht: "Ist das Bild generiert oder echt?" und musste auf die Quelle nachschauen.

Das ist auch ein guter Übergang zum Urheberrecht. Michael Katzlberger hält sich daran, wie es die großen Medienhäuser machen: Er erwähnt die Software, ob DALL-E oder Midjourney, und den Prompter.

**Eliot Mannoia:** Es gibt bereits zwei Urteile. In den USA: Weil keine natürliche Person das Bild gemacht hat, gibt es kein Urheberrecht. Aber Nutzungsrecht ist etwas anderes. Das hängt vom Tool ab. Bei vielen Gratisanwendungen: privat ja, kommerziell nein. Nur wenn du zahlst, darfst du es kommerziell verwenden.

In China ist ein anderes Urteil entstanden: Dem Prompter wurde das Urheberrecht zugesprochen. Das finde ich fair. Wenn du dich damit beschäftigst, den richtigen Prompt für ein gutes Bild zusammenzubekommen, ist das auch ein kreativer Prozess.

**Manuela Machner:** Getty Images und Adobe Stock haben sich beschwert, weil in manchen generierten Bildern das Wasserzeichen von Getty Images zu sehen war. Das liegt daran: Die KI sieht die Pixelpunkte, wo "Getty Images" steht, als Teil eines Bildes. Wenn du "erstell mir ein Bild im Stil von Getty Images" eingibst, imitiert die KI auch das Wasserzeichen. Das Bild selbst ist nicht von Getty Images kopiert.

Manche sagen, dass man dieses Jahr sogar dreißig bis sechzig Minuten Videos aus Text erstellen kann. Nächste Folge: KI und Sprache.