Manuela Machner und Eliot Mannoia sprechen über Workslopness und Bullshit Jobs: Wie KI dabei hilft, inhaltsleere Texte und sinnlose Aufgaben zu identifizieren.
Workslop ist ein Begriff aus dem Harvard Business Review, der Arbeit beschreibt, die nach viel aussieht, aber keine Substanz hat. Mit KI ist das einfacher geworden: Ein schlechter Prompt, Enter, nicht durchlesen, weitergeschickt. Das Ergebnis wirkt professionell, ist aber inhaltsleer.
Eliot Mannoia
Viele Füllwörter, Floskeln, Wiederholungen in neuer Formulierung und wenig Konkretes. Manuela Machner beschreibt: Wenn man KI bittet, ein Dokument zusammenzufassen, das keinen Inhalt hat, findet die KI auch nichts zum Zusammenfassen.
Manuela Machner
Früher war schlechte Qualität leicht erkennbar. Heute kann KI inhaltslosen Text so perfekt formulieren, dass er auf den ersten Blick überzeugend wirkt. Erst bei genauem Lesen oder beim Versuch, den Kern zu extrahieren, fällt die Leere auf.
Manuela Machner
Manuela Machner hat Copilot eine kurze E-Mail umformulieren lassen, die dann viel länger wurde. Der Empfänger lässt sie vielleicht wieder von KI zusammenfassen. Eliot Mannoia beschreibt den Witz: Bitte mach diese fünf Punkte in eine E-Mail, dann: Bitte fass diese E-Mail in fünf Punkte zusammen.
Eliot Mannoia
Qualitatives Prompting und kritisches Lesen des Outputs. Eliot Mannoia und Manuela Machner unterrichten nicht, wie man KI nutzt, um Inhalte aufzublasen, sondern wie man sie nutzt, um echte Substanz besser zu kommunizieren. Der Unterschied liegt im Inhalt, nicht im Tool.
Eliot Mannoia
**Eliot Mannoia:** Hallo, heute reden wir über Work Slop, über Bullshit Jobs, Schein oder Sein also neue Begrifflichkeiten und so weiter. Mein Name ist Eliot Mannoia, digitaler Psychologe
**Manuela Machner:** Und ich bin Manuela Machner, Spezialistin für KI im Tourismus. Und heute bin ich ein bisschen schuld dass wir diese Worte aufgreifen und mit euch diskutieren wollen. Und zwar, ich habe einen coolen Newsletter-Beitrag gefunden im Standard. Und ich glaube, Philipp Brammer war es, der hat heute vom Workslop erzählt.
Und falls ihr das auch noch nie gehört habt, so wie ich vor ein paar Stunden, das ist im Magazin vom Harvard Business Review vorkommen. Und gemeint ist eigentlich, dass man versucht, wie soll man sagen, Dinge, die eigentlich überhaupt keine Substanz haben, so aufzublasen oder so schön zu machen, dass sie sich als gute Arbeit ausgeben.
Und gerade mit KI erleben wir das glaube ich, alle sehr, sehr oft, dass Leute irgendetwas das eigentlich keinen Inhalt hat, plötzlich ganz, ganz groß machen. Jetzt habe ich ja natürlich den Eliot da, und jetzt habe ich gleich gefragt, was heißt denn eigentlich Workslop? Ja,
**Eliot Mannoia:** Ja, genau, also das Workslop ist eher neu, also da hast du das schon richtig erkannt dass das eher so ein neuer Slang ist, aber das Wort Slop in diesem Kontext ist dann halt wirklich so niedrige Qualität, also man sagt es auch in Bezug zu Essen, was ist dieses Slop wenn es irgendwie so wirklich... Miserable Qualität ist oder so. alles, was ein bisschen niedergewässert oder so verdünnt ist,
**Manuela Machner:** verwässert
**Eliot Mannoia:** oder so, nicht so gute Qualität, man zum Beispiel einfach sagen Slop. Und in diesem Bezug Work Slop bedeutet man halt Arbeit, nicht wirklich gute Qualität ist. Also man... Schreibt einen schlechten Prompt Enter und liest es nicht mal durch und schickt es dann einfach so weiter, ob das jetzt ein Bewerbungsgespräch ist oder ein Bericht oder so immer.
Und der Empfänger sagt dann, was ist denn das für ein Workslop?
**Manuela Machner:** Naja, wobei, das ist ja das Besondere, dass es ja auf den ersten Blick... Nach viel aussieht. Also ich glaube, das ist auch das Phänomen dahinter, dass also schlechte Qualität haben wir jetzt schon immer erkannt und jetzt erkennt man es halt nicht mehr so leicht, weil die KI genau in dem Kontext helfen kann, dass sie perfekt die Bewerbungsunterlagen oder das Anschreiben formuliert und wenn man sie dann durchliest oder durchschaut, kommt man ja eigentlich drauf, dass da überhaupt nichts dahinter ist.
**Eliot Mannoia:** Wie erkennt man das, glaubst du? Gibt es da irgendwelche Wege, wie man es...
**Manuela Machner:** Ja, also ich habe mich eben jetzt befasst mit dem, ein bisschen zumindest, weil ich es so faszinierend finde, weil in Wirklichkeit schulen wir fast sowas oder? Also ich bringe den Leuten ja eigentlich bei, wie sie das schaffen, dass Texte oder irgendwelche Inhalte halt schöner formuliert sind oder
**Eliot Mannoia:** Qualitativ wir unterrichten wie man es qualitativ benutzt und nicht nur Eingabetaste
**Manuela Machner:** Nein, das definitiv, also der Prompt ist schon qualitativ, das Blöde ist nur, wenn das was, wie soll man sagen, an Inhalt geliefert wird, dann kann der Prompt perfekt sein, kommt wirklich eine perfekte Präsentation raus, ein perfekter Förderantrag, nicht dass wir solche Sachen schon gemacht hätten, und im Hintergrund ist nicht wirklich viel was.
Das ist ja wie, wenn man Menschen durchschaut, sage ich jetzt einmal, wie merkt man es, indem da einfach sehr viel Füllwörter sind, indem da sehr viel Floskeln drinnen sind, indem halt möglichst wenig Konkretes drinnen steht. Man sollte machen, in der theoretischen Aufgliederung oder in der Aufgliederung sollte unter Umständen aber all diese...
Schleifen die gezogen werden im Inhalt, die Wiederholungen die wunderschön neu ausformuliert sind, ich glaube, das ist schon mal ein Kriterium dass man schnell erkennt, na, ist da jetzt wirklich irgendwas dahinter? Aber weißt du, was auch so lustig ist, was auch herausgekommen ist? Ich habe gedacht, das ist ja egal, weil dann haust du das in die KI und die sagt dir ja dann, was der Substanz drinnen ist.
Das Blöde ist, wenn wirklich keine Substanz drinnen ist, findet die KI beim Zusammenfassen auch nichts.
**Eliot Mannoia:** Ja vielleicht kann die KI zu mir das sagen. Zusammengefasst, macht das ein Satz.
**Manuela Machner:** Gefährlich ist, wenn die KI eine gescheite KI ist und dann ihr Wissen anreichert wieder und so viel Information dazugibt dass das, was die KI sagt, vielleicht durchaus klug ist, das aber gar nicht im Dokument drinnen steht.
**Eliot Mannoia:** Dann versteht die KI das, was du sagen wolltest.
**Manuela Machner:** Genau, deswegen kriege ich jetzt eine Förderung. Ja genau
**Eliot Mannoia:** Ich habe das nur so salopp geschrieben, weil ich mir gedacht habe, dass die KI das dann eh versteht für dich.
**Manuela Machner:** Ist eh eine spannende Geschichte, den Effekt den wir da jetzt gerade haben. Also wir blasen Dinge auf, um vielleicht gewisse Unzulänglichkeiten Unsicherheiten Dinge die wir gar nicht wissen, irgendwo zu kaschieren. Und die andere Seite nutzt jetzt KI, um das wieder zu reduzieren und auf den Punkt zu bringen.
**Eliot Mannoia:** Da gibt es ja diesen Witz eh schon seit einem Jahr, bitte mach diese fünf Punkte in eine E-Mail für mich und dann schickt man es an dem und dann sagt die Person, bitte fass diese E-Mail in fünf Punkte zusammen.
**Manuela Machner:** Das bin ich. Also wenn ihr von mir eine E-Mail kriegt die so ausformuliert ist, ich habe gestern eine E-Mail an einen Kunden geschrieben und da waren einfach so viele Punkte drinnen und dann habe ich mir gedacht ob sie checkt was ich da eigentlich alles von ihr will. Dann habe ich einmal getestet weil ich bin mit Co-Pilot nicht immer so ganz happy, aber dann habe ich Co-Pilot das umformulieren lassen.
Ich sage es euch. So ein langes Mail schreibe ich nie. Co-Pilot hat das umgeschrieben.
**Eliot Mannoia:** Was?
**Manuela Machner:** auch das viel länger. Viel länger. Meine Mails, ich meine, du kennst meine Mails. Bei Mail an den Eliot steht drinnen, Link.
**Eliot Mannoia:** Ja,
**Manuela Machner:** Danke. Also so lang sind meine Mails normalerweise und das war viel länger und dann habe ich da unten noch dazu geschrieben, so nach dem Motto und danke.
Übrigens das hat natürlich Co-Pilot alles geschrieben, nicht ich. Ja, aber die Frage ist, was macht dann die Empfängerin damit? Lass es sich dann wieder auf die Kernpunkte zusammenfassen.
**Eliot Mannoia:** viel...
**Manuela Machner:** frage mich, warum macht das überhaupt Eliot?
**Eliot Mannoia:** Machst du was?
**Manuela Machner:** Warum machen wir Menschen das? Dass wir das Gefühl haben, wir müssen so auftragen wie man im Deutschen sagt.
**Eliot Mannoia:** Höflichkeit halber vielleicht. Es gibt verschiedene Faktoren. Manche haben das Gefühl, sie... Ja, sie müssen da irgendwie eine Etikett auch erfüllen, ist es auch sehr kulturell anders. Ich weiß, in den USA ist es eigentlich auch nicht unhöflich wenn man einfach nur schreibt Manuela. Ich bräuchte das, Bob oder Peter.
**Manuela Machner:** Ja.
**Eliot Mannoia:** Hallo oder Hi und dann am Ende liebe Grüße beste Grüße mit freundlichen Grüßen. In den USA kann man, also auch kommt davon ab ob man jetzt im Süden ist oder in New York, aber in New York kann man wirklich auch schreiben, Manuela, ich brauche das, Peter. That's it. Und ist eigentlich nicht unhöflich gemeint. Österreich haben wir sehr geehrte, ich meine, das ist in Englisch Dear Honorable Sir, ich meine, das ist schon ein Wahnsinn, was wir in Österreich haben. Sehr geehrte und dann mit freundlichen Grüßen. Also ganz, ganz unterschiedlich. Ich bin auch in verschiedenen Berufen, aber wenn man in der Service-Industrie ist, also ich weiß nicht, ich habe ja zehn Jahre in England gelebt.
Und dort war es schon auch im Service-Industry erwartet, dass man dann am Ende schreibt, falls du irgendwas brauchst stehe ich dir jederzeit zur Verfügung. Also dass man auch ein bisschen eine Art Service-Floskel dazu gibt, um zu zeigen, dass man auch nicht nur abarbeitet sondern dass man auch für einen da ist. So, if you need anything, please let me know at any time. Und so weiter und so weiter. Ja, also es ist... Auch kulturabhängig und auch, wenn man Kunde ist oder Dienstleister. Also die Kunden können es sich leisten, LG zu schreiben.
**Manuela Machner:** Ja.
**Eliot Mannoia:** man Dienstleister ist, empfehle ich auch bei meinen Studierenden, weil diesen Semester zum Beispiel arbeiten sie wieder mit einem echten Kunden zusammen. Und dann empfehle ich ihnen, hey, wenn der Kunde LG schreibt Können die das, die sind die Kunde, wir sollten trotzdem irgendwie liebe Grüße schreiben und irgendwie ein bisschen auch diesen Respekt beibehalten. Also es ist auch generationsabhängig, also da gibt es so viele Faktoren.
**Manuela Machner:** Aber bitte sag deinen Studenten ich kann mich erinnern wie ich noch Geschäftsführerin war, was mich immer so angezipft hat, gerade die Studenten haben mir sehr oft die E-Mails geschickt ohne irgendeine Signatur, keine Telefonnummer nichts. Und ich habe irgendeine Rückfrage gehabt oder irgendwas gebraucht, also wollte schnell etwas rückfragen.
Und dann habe ich alle Mails durchsucht um zu schauen, ob irgendwo die Telefonnummer drinnen ist. Also eine Signatur ist auch bitte für Privatpersonen oder für Studenten wenn ihr mit irgendwelchen offiziellen Stellen kommuniziert bitte gebt einfach eine Signatur rein.
**Eliot Mannoia:** Punkt, ja, also viele jüngere Generationen machen sich auch einen Termin aus, um anzurufen, ja, also wo wir vielleicht einfach gleich angerufen hätten, sagen sie, hm, Können wir da und da vielleicht anrufen? Weil es ist fast als Störung gesehen, dass du mich jetzt irgendwie plötzlich anrufst Das ist sehr unerwartet.
Und wir erleben jetzt auch, dass wir von Anrufe zu Texten also die jüngeren Generationen weniger anrufen mehr texten und jetzt wieder in Richtung Sprachnachrichten gehen, weil da es effizienter ist. Warum soll ich jetzt mir die 30 Sekunden Zeit nehmen, um was zu texten eine Sprachnachricht schicken.
Da muss ich nicht mit dir reden, ich muss nicht antworten aber ich muss auch nicht tippen.
Und da kommt auch wieder mehr
Man hat vielleicht nur 50 Wörter oder 50 Charakteren getypt in einer Sprachnachricht, kann man das dann schon 30 Sekunden machen. Also es ist interessant, wie auch die Technologie die Sprache beeinflusst.
Und kürzer dann wieder länger und so weiter. Und