Dr. Hannah Metzler, Neurowissenschaftlerin und Social-Media-Forscherin, erklärt wie Plattformen unsere mentale Gesundheit beeinflussen und was Nuancen in der öffentlichen Debatte bewirken.
Die Forschung zeigt ein differenziertes Bild. Social Media ist nicht pauschal schädlich, aber intensive Nutzung, besonders bei Jugendlichen, kann mit schlechterer mentaler Gesundheit korrelieren. Der Kontext, also wie und warum man es nutzt, ist entscheidend.
Dr. Hannah Metzler
Echokammern sind weniger verbreitet als angenommen. Die meisten Menschen sehen auf Social Media Inhalte aus verschiedenen Perspektiven. Eliot Mannoia betont: Echokammern als Gemeinschaft zu verstehen, also als Gruppen mit gemeinsamen Interessen, ist nicht per se negativ.
Dr. Hannah Metzler
Nachrichtenüberflutung und Sensationalismus führen dazu, dass viele Menschen Nachrichten als überwältigend empfinden. Dr. Hannah Metzler beschreibt, wie Nachrichten, die früher in Tageszyklen kamen, jetzt in Echtzeit und oft negativ gefärbt auf uns einprasseln.
Dr. Hannah Metzler
Bewusste Nutzung statt passivem Scrollen, aktive Interaktion statt reines Konsumieren, und regelmäßige Pausen. Die Bücher Factfulness und Human Kind zeigen, dass die Welt trotz negativer Nachrichten insgesamt besser geworden ist.
Dr. Hannah Metzler
Mind Machine. Emotionale Intelligenz trifft künstliche Intelligenz Ein Podcast mit Eliot Mannoia und Manuela Machner. **Eliot Mannoia:** Hi und willkommen zur nächsten Folge von Mind/Machine. Mein Name ist Eliot Mannoia digitaler Psychologe, wir haben die Manuela Machner, Expertin in KI und Tourismus, und es freut uns sehr , dass wir heute Mag. Dr. Hannah Metzler bei uns haben dürfen, Psychologin und Wissenschaftlerin und sie studiert social Media, Emotion und Missinformation. Vielen Dank dass du heute bei uns bist, Hannah. Wir haben uns ja damals im Technischen Museum kennengelernt Da hast du einen sehr spannenden Vortrag gehalten zu Social Media, ecokammern und Meinungvs..eigentliche Forschung.. Was sind so, um uns mal da einzusteigen in dieses Thema, deine ersten Insights, deine ersten Einsichten? **Hannah Metzler:** Ja ich glaube eine ganz wichtige Sache ist immer zu sagen, zu dem Thema, dass das was die allermeisten Menschen glauben wir wissen und für total wahr halten, dass wir bei ganz vielem noch nicht wissen, ob das tatsächlich so ist. Und da, wo es wissenschaftliche Studien gibt, die ein bisschen so das Thema Fehlinformation, Social Media und Emotionen und auch, wie wirkt sich das auf mentale Gesundheit aus und so weiter, Dass es da, wo es Studien gibt, das nicht immer das bestätigt was in den Medien, was die Politiker, was wir so alle glauben und schon für total selbstverständlich halten. Das liegt ein bisschen daran, dass das natürlich relativ neue Phänomene sind und dann braucht Forschung einfach immer eine Zeit. Noch dazu ändern sich die ganze Zeit noch die Social Media Plattformen es gibt neue, es verändert sich auch das Rundherum auf der Welt. Jetzt gibt es Kriege, vorher gab es keine und so weiter. Also es ist einfach alles ein sehr komplexes Thema. Und Es gibt einfach deswegen sehr viele Mythen die für wahr gehalten werden und auch sehr, sehr vieles, das wir noch nicht wissen. Ich habe gerade letztens auch eine Studie gesehen, die sich angeschaut hat, wie denn so der Konsens ist unter Wissenschaftlern zum Thema Social Media und zum Beispiel eben mentale psychische Gesundheit. Und wenn man sich so den Klimawandel anschaut dann sagen einfach 99 Prozent aller Wissenschaftler dieselben Dinge. Und bei Social Media ist das einfach überhaupt nicht der Fall. Also es gibt so Aussagen wie, Schlaf ist wichtig für die psychische Gesundheit. Da sagen dann 70, 80 Prozent der Forscher das jetzt eine Zahl aus dem Kopf, dass das so stimmt. Aber sie konnten sich nicht einigen auf Social Media hindern den Schlaf und das ist schlecht für die Gesundheit, weil da gibt es schon keinen Konsens mehr. Also wir sind wirklich in einem Bereich, wo man noch sehr vorsichtig sein muss, wenn man sagt, irgendwas ist wahr oder falsch. Genau, das ist das Wichtigste. **Manuela Machner:** Es kommt vielleicht dazu, dass jeder persönliche Eindrücke hat. Also jeder hat ja sein Erleben und dadurch glauben wir alle, wir können jetzt mitreden **Hannah Metzler:** Das ist in der Psychologie sehr häufig so. Die Leute glauben immer, in ihrer Erfahrung ist das so, bei ihrem Kind ist das so, das haben sie einmal so gesehen, deswegen ist das so und das ist etwas Spannendes zu wissen über Menschen und wie man sie gut überzeugt und was wir leichter glauben. Wir funktionieren mit Geschichten und wenn man uns eine Erfahrung, eine persönliche Geschichte erzählt, dann ist das viel überzeugender Als die Statistik und darum, ich komme dann auch oft ein bisschen schwer dagegen an, wenn ich sage, ja, deine Erfahrung mit Facebook oder TikTok ist so, aber die Studie bei tausenden von Menschen über drei Monate sehr gut gemacht, die findet das nicht, es tut mir leid, ja, das ist immer sehr schwierig auch für die Menschen zu glauben. Ich **Eliot Mannoia:** kann mich erinnern als ich deinen Vortrag im Technischen Museum gehört habe, hatte ich eine richtige kognitive Dissonanz. Ich habe das immer so gehört, Echo kann man, Echo kann man, Echo kann man Blasen, Blasen, Blasen. Und dann höre ich deinen Vortrag und denke mir, ich muss auf jeden Fall mit dir reden, das war für mich auf jeden Fall sehr wichtig, auch diese Nuance wirklich zu verstehen. Also super spannend. **Hannah Metzler:** Ja, **Eliot Mannoia:** Was kannst du uns dann also über Echo Kammern **Hannah Metzler:** ist ein gutes erstes Thema. Also ich glaube, eine ganz wichtige Grundsache zu Echokammern ist, das ist was total Menschliches. Menschen bilden Gruppen, Menschen brauchen Gemeinschaft, Menschen können nicht ständig... Sich mit jeder neuen Person, die da herkommt, über jedes mögliche Thema aus allen möglichen Perspektiven unterhalten. Das heißt grundsätzlich mal, Echokammern sind jetzt nicht was Böses, wenn man darüber nachdenkt dass das einfach Gruppenbildung ist und wir Gruppentiere sind. Dann kann man darüber nachdenken wo gibt es Echokammern... Denn überall außer auf Social Media, in unserem Alltagsleben gibt es die natürlich. Unsere Arbeitskollegen, das ist wahrscheinlich eine Echokammer. Unsere Freundesgruppe unsere Verwandtschaft, das ist wahrscheinlich eher eine Echokammer. Also das trifft wahrscheinlich auf manche Menschen auch weniger zu, auf mich total. In meinem Umfeld sind lauter Menschen, die politisch mit mir ziemlich einer Meinung sind. Die Zeitungen die ich so lese auch wenn ich nicht auf Social Media gehe, das sind meistens eher nicht die von der gegenüberliegenden politischen Seite. Also man kann auch schon mal so anschauen wie sind denn Echokammern offline und da haben die ersten Studien, also im Jahr 2011 war das gezeigt, dass die Offline-Echokammern tendenziell sogar ein bisschen stärker sind als die Online-Echokammern, weil ich offline überhaupt nicht konfrontiert werde mit anderen Gesellschaftsgruppen wie denn auch, denen begegne ich ja irgendwie nicht, außer ich werde mal im Auto von der Polizei aufgehalten oder irgend sowas aber im Normalfall in meinem Alltag Treffe ich wenig Menschen, die komplett andere Lebenseinstellungen und einen anderen Bildungshintergrund usw. haben. Mittlerweile haben wir auch sehr große, gute, neue Studien. Ich denke gerade an eine, ich glaube, da kommen die Daten aus dem Jahr 2020, so zur Zeit ungefähr. Welche Wahl war damals? Biden gegen Trump, glaube ich war damals in 2020. Und da hat man wirklich über drei Monate hinweg alle Facebook-User, die halbwegs regelmäßig in den USA Facebook verwenden, analysiert und dann sieht man schon, es gibt Menschen, die sind in einer Echokammer aber da ging es so um Pi mal Daumen, ich kann die Zahl wieder nicht genau auswendig, 20% der Menschen. Bekommen ungefähr 75% dessen was sie sehen in ihrem Newsfeed, aus sogenannten gleichgesinnten Quellen. Das inkludiert jetzt Zeitungen und Freunde und Politiker und alle, die sich so grundsätzlich mit ihnen einig sind. Das heißt, bei 20% gibt es das. Aber da kommt auch immer noch ein bisschen was, kommt nicht aus gleichgesinnten Quellen. Und es gibt aber genauso das Gegenüber. Am anderen Ende des Spektrums gibt es auch die, ich glaube es waren da sogar eher 25% der Menschen, die sind im Gegenteil einer Echokammer. Die bekommen 75% ihrer Nachrichten aus total bunten Quellen, die nichts damit zu tun haben, was eigentlich ihre eigene Einstellung ist. Und der Großteil der Menschen ist da irgendwo dazwischen. Und es stimmt auch, dass die Algorithmen die ein bisschen lernen, was wir gerne sehen und so, dass die diese Echokammern so leicht verschärfen Das stimmt schon, aber ich glaube, der Grundeffekt ist einfach der, dass Menschen gerne sich mit anders gleich... Gesinnten Menschen unterhalten, dass wir gerne hören, was unsere Perspektive bestätigt und wenn ich jetzt diesen Algorithmus abdrehe, dann ist es nicht vorbei mit der Echokammer dann werde ich mir weiterhin Dinge suchen, die mich interessieren Wenn ich zum Beispiel skeptisch bin, ob Windräder irgendwie gut sind, dann werde ich Irgendwas googeln zu Windräder und Gefahr und dann finde ich was ganz anderes, als wie wenn ich sage, Windräder gut für die Umwelt oder so. Also man muss immer den Faktor Mensch mitdenken und es ist wirklich so, dass sich auf Social Media das einfach sehr stark zeigt, dass wir dazu tendieren, eher Sachen zu suchen, die uns bereits interessieren da sind eher Menschen drin, die sich für ähnliche Dinge interessieren, also es ist einfach so ein, wir sind dem nicht komplett ausgeliefert und die Technologie macht da was mit uns, sondern Menschen machen sowas grundsätzlich, die Die Technologie lernt das, dann macht sie es vielleicht noch ein bisschen schlimmer aber es würde das Problem genauso geben ohne den Algorithmus. Und noch dazu, das Problem ist gar nicht so schlimm, wie wir glauben. Und vielleicht, was ich ganz am Anfang gesagt habe, wir brauchen Echokammern, wenn ich sie übersetze als... Gruppenbildung, Gemeinschaft, Menschen, mit denen wir uns über Dinge austauschen können, die uns wichtig sind, die uns interessieren. Das heißt, man muss das sehr viel nuancierter sehen. Man muss einfach insgesamt schauen, bekommen eh Menschen ungefähr news aus allen verschiedenen Perspektiven die wichtig sind für große wichtige Entscheidungen vielleicht, wen sie wählen oder so gibts da viele die so radikalisiert in einer kleinen Echokammer sind und wie erreichen wir die? Löst Dass irgendwas aus, dass wir auf Social Media so viele Gruppen sehen, die wir sonst nicht sehen, führt vielleicht das zu Konflikten, dass es da zu wenig Echokammern gibt. Da gibt es auch Studien, die in diese Richtung weisen. Also es ist einfach ein viel komplexeres Thema als lasst uns Echokammern auflösen und alle politischen Probleme sinken. So war jetzt eine lange Antwort. **Manuela Machner:** Naja, aber ist das nicht ein bisschen so, dass dieses, ich nenne es jetzt Filtern, weil ich glaube, was man auch bewusst sein muss, das Wort Echo kann man es vielen auch nicht bewusst, was das überhaupt bedeutet, ja, also dass du dich in deinen Bubbles in deinen Bereichen weiterbewegst und in der virtuellen Welt und so wie du gesagt hat in der echten Welt. Was mich interessieren würde, gibt es eigentlich da den Vergleich zu, ich sage jetzt, die Welt vor dieser Auswahl, weil es entsteht ja dadurch, dass es jetzt auch diese Auswahl Erstens gibt es viel mehr Informationen, das muss man sagen wie früher. haben wir auch so das Bedürfnis, dass wir zielgerichtet uns informieren und wir haben auch viel mehr Auswahl. Also früher, wie ich Kind war, haben wir ORF1 und ORF2 in Österreich gehabt und da habe ich mir... habe ich mir Wenn ich wirklich im Fernsehen schaue, habe mich in den Ferien in der Früh russisch angeschaut. Dann habe ich wenigstens Fernsehen schauen können, aber mich natürlich der Russischkurs völlig nicht, gar nicht interessiert hat. Aber trotzdem diese russischen Puppen, das habe ich spannend gefunden und ein paar Worte hab ich aufgeschnappt, aber ich wurde von meinem Gefühl her früher, dadurch, dass es diese Auswahl nicht gegeben hat, schon mit viel mehr Themen, anders gesinnten Themen, anderen Inhalten konfrontiert, die ich irgendwie dann doch aufgenommen habe oder verarbeitet habe oder mich irgendwie gedanklich damit beschäftigt habe und da gibt es dazu auch wissenschaftlich was, da habe ich jetzt schon das Gefühl, dass das wegfällt. Also wir haben in der Konsumation von Informationen, dadurch, dass sehr viel auch digital ist, wir haben Netflix, das uns die Filme zeigt, die uns prima gefallen. Wir haben Spotify, die uns die Musiks die Podcasts vorschlägt die auch eher unseren Gedanken entspricht, Medien in Print, wenn wir sie kaufen, tun wir sowieso in der Richtung kaufen, Bücher auch. Und die Social Media Kanäle sind auch noch so ausgerichtet. Und auch der Medienkonsum, also natürlich der Medienkonsum war vorher immer schon es ist ein Unterschied ob du Kronen Zeitung, Standard Leser oder Kleine Zeitung Leser bist und da nicht den Eindruck, dass die Vielfalt doch immer geringer wird? **Hannah Metzler:** Hm Erstens einmal, weil du gefragt hast, gibt es da ein Vorher-Nachher? Gibt es nicht. Wir haben von vorher keine Daten. Das ist auch etwas ganz wichtiges, immer zu begreifen,. dass ganz viele Dinge erst sichtbar geworden sind: Wie konsumieren Menschen überhaupt Medien, seit wir social Media haben? Weil vorher gab es die Daten nicht. Da konnte man die Menschen fragen, welche Zeitungen liest du wie oft und menschliches Gedächtnis bei solchen Dingen ist nicht wahnsinnig zuverlässig Dann haben sie gesagt, ich schaue ungefähr so oft in die Zeitung dann macht noch die soziale Erwünschtheit ein bisschen was aus. Es gab vor Social Media einfach keine Aufzeichnung davon. Wie Menschen Medien konsumieren. Vielleicht stimmt es nicht ganz, ich bin nicht Medienwissenschaftlerin, ich kann mir vorstellen, dass es bei Fernseher zum Teil Aufzeichnungen gibt, wer sich wieviel da einschaltet. Ich habe Zeitungsabos und solche Geschichten, aber ich habe es nicht in diesem Detail, in dieser Auflösung wie ich jetzt habe. Ich bin mir ganz sicher, dass insgesamt die Vielfalt von Informationen, die zugänglich ist für uns, ist natürlich dramatisch angestiegen. Wir werden quasi Es ist ein Überangebot und man weiß gar nicht, wohin schauen. Ich weiß nicht, ob ich mich trauen würde, zu wetten oder quasi so eine Hypothese zu unterschreiben für eine Studie dass im Durchschnitt die Vielfalt dessen was wir heute sehen an Perspektiven weniger ist als früher. Ich habe so ein Bauchgefühl das sagt für die meisten Menschen wahrscheinlich tendenziell eher nicht, weil heute verschiedene News so viel leichter zugänglich sind. Ich schaue nur auf eine Online-Website von einer Zeitung, wo ich früher, ich hätte mir nicht fünf verschiedene Zeitungen gekauft, jetzt schaue ich schon einmal schnell auch in verschiedene Zeitungen rein. Ich glaube auch, dass mir über Social Media mehr verschiedene Zeitungen zugespült werden, als früher, wenn ich vielleicht einfach nur den Standard oder die Vorarlberger Nachrichten oder so abonniert gehabt hätte. Also ich glaube, tendenziell Würde ich mich nicht trauen das zu unterschreiben Ich kenne keine Studien, die sich jetzt wirklich damit beschäftigen, wie ist es vorher, nachher ob es sowas gibt. Genau. Einfach auch die Studien, die es gibt, die zeigen, dass 25% der Menschen 75% ihrer Newsfeeds nicht aus gleichgesinnten Quellen sehen. Allein das schon. Wäre das früher passiert? Wenn ich in Vorarlberg lebe und die Vorarlberger Nachrichten lese und ORF und ORF 2 und 1 habe oder so, wäre das passiert? Ich weiß es nicht. Es ist da schon eine Bandbreite an Möglichkeiten vorhanden. Was ich mir viel eher vorstellen kann, ist, dass Viele Menschen heute einfach Social Media zur Unterhaltung nutzen, statt dass sie Fernsehen schauen. Und dann geht es einfach um Unterhaltung. Dann geht es da um, weiß nicht, Sport, Katzenvideos irgendwelche Celebrities und so weiter Die meisten Menschen lesen nicht politische Nachrichten. Früher schon nicht und heute auch nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass der Fernsehkonsum zum Beispiel ein bisschen zurückgegangen ist, aber ich weiß immer wieder, wenn ich die Studien sehe, Dazu dass der immer noch sehr hoch ist. Also wenn wir heute schauen, wo bekommt die Mehrheit der Menschen ihre Nachrichten her, wenn sie wirklich Nachrichten konsumiert, dann gewinnen das noch nicht Social Media. Das ist immer noch Fernseher ganz weit oben. ... Aber wie gesagt, ich bin nicht ein bisschen da. **Manuela Machner:** Gewisse Zielgruppen schauen halt gar keine Nachrichten mehr. Also vielleicht noch die TikTok, ORF TikTok oder Instagram oder Kleine TikTok, das weiß ich auch von meinen Kindern Ich bin überzeugt dass meine Kinder nicht einmal wüssten, wann irgendeine Fernsehnachrichtensendung im Fernsehen überhaupt wäre, geschweige denn welcher Kanal **Hannah Metzler:** Ja, das würde mich auch insgesamt interessieren wie die Der Nachrichtenkonsum insgesamt sich entwickelt hat. Ich glaube, dass da das eigentliche Problem liegt, weil wir ja oft über Fehlinformationen reden und alle glauben alles Mögliche. Eigentlich ist das Problem, dass sich Menschen immer weniger für Politik und Nachrichten interessieren, den Medien immer weniger vertrauen und dass insgesamt die Teilnahme die Interaktion mit Nachrichten abnimmt und nicht irgendwie alle ganz viel Blödsinn glauben und nur mehr schlechte Nachrichten lesen, sondern sie verlieren einfach insgesamt das Interesse. **Eliot Mannoia:** Ich wollte noch kurz mal auf das Thema von Echo Kammern, weil ich glaube, Missinformation wäre dann schon auch der nächste Teil, den ich auch sehr gerne mit dir ansprechen möchte. Aber es war ja, du hast mich ja damals auch auf das... Buch von Chris Bale, aufmerksam gemacht, Breaking the Social Prism, mit diesen Echokammern experimentiert wurde, ich glaube vielleicht sogar in dieser ähnlichen Kampagne in den USA, die du erwähnt hast vorher, so 2020, **Hannah Metzler:** Ja, ich glaube vorher schon. Ja, ich glaube 2016 eher oder so. Ja voll. **Eliot Mannoia:** wo die Leute von einer Partei Sachen von anderen, kannst du das vielleicht kurz **Hannah Metzler:** die kann ich gern beschreiben, ja. Also diese Hypothese das Echo kann man sozusagen... Dafür verantwortlich sind, dass sich die Gesellschaft polarisiert und wir alle uns nicht mehr einig sind. Die gab es schon damals. Und ich glaube, dass die Datenerhebung so rund um das Jahr 2016, 17 rum gewesen sein muss. Die Studie ist von Christopher Bayl aus 2018. Und das war die erste Studie Die wirklich versucht hat, diese Echokammern aufzulösen weil die Forscher und die Gesellschaft geglaubt haben, das verbessert dann, wie wir miteinander klarkommen. und die haben wirklich zufällig die Menschen zu zwei verschiedenen Gruppen zugeteilt und diese Menschen sind dann jeweils einem Bot gefolgt ich glaube für circa einen Monat Und der Bot hat Meinungsführer der anderen politischen Seite in den Feed gespielt Das war eine Studie damals auf Twitter. Und Meinungsführer das sind jetzt die Politiker selbst, aber wahrscheinlich auch alle möglichen anderen Menschen, die sich da befinden Äußern und klar eine republikanische eine demokratische Meinung haben. Das heißt, wir reden schon eher von starken klaren Meinungsäußerungen, nicht von nuancierten, wissenschaftlichen, so wie ich das jetzt mache. Und dann hat man einfach geschaut vorher und nachher, wie polarisiert waren die Menschen in ihren Einstellungen zu verschiedenen politischen Themen. In ihren Emotionen gegenüber der anderen politischen Seite und so weiter. Und da ist das Gegenteil von dem passiert, was sich die Wissenschaftler und jetzt der Standard-Zuhörer der noch nie über das Thema nachgedacht hat, erwarten würde. Und zwar sind die Menschen polarisierter geworden. Das heißt, vorher ein mir ist die Politik eigentlich wurscht aber ich wähle eher demokratisch weil XY ist mir wichtig oder so. Der ist nachher viel extremer nur mehr für die Demokraten und gegen die Republikaner gewesen und umgekehrt Das heißt, Menschen in der Mitte mit nuancierten Meinungen sind eher nach außen gegangen auf dem politischen Spektrum. Und da ist so ein bisschen die Hypothese die Menschen haben erst mitbekommen, welcher politischer Kampf um wer hat eigentlich recht da online überhaupt passiert und hatten das Gefühl dann, sie müssen jetzt Stellung nehmen in der Ja, in diesem Ringen darum, wer jetzt da die Hoheit gewinnt. Und sie haben wahrscheinlich auch gemerkt, Menschen mit so nuancierten Meinungen die hört man da gar nicht, die sieht man da gar nicht, die haben ja nur diese starken polarisierten Meinungen gesehen. Und das hat die Menschen im Gegenteil eben nicht gemerkt Nuancierter gemacht und hat einen Blick auf die andere Perspektive zu kommen, sondern hat bei ihnen schwierige Emotionen, negative Emotionen ausgelöst und die Meinungen verstärkt. Das heißt man muss wirklich aufpassen, wenn man solche Experimente macht. Das heißt nicht, dass das Immer so gehen muss. Ich glaube, dass es auch was damit zu tun hatte, dass das Meinungsführer waren und dass es schon auch gut ist, die andere Seite zu verstehen und zu begreifen, aber dass es da einen viel vorsichtigeren Zugang braucht, wo die Menschen sich vielleicht auch mal über was anderes verbinden können, wo sie merken wir mögen beide Fußball oder sonst irgendwas. Ah, bei dem politischen Thema da sind wir uns nicht so einig aber uns beiden ist das Thema eigentlich nicht so wichtig. Und so lerne ich erst einmal die andere Seite Kennen und verstehen und so könnte ich wahrscheinlich Polarisierung abbauen, aber einfach jetzt, da die Leute der anderen Seite aussetzen und Echokammern auflösen, scheint kein Erfolgsrezept zu sein. **Manuela Machner:** Ja, aber da kommen ja auch Dinge dazu, kann ich mir vorstellen, wie Werteverständnisse. Also die Leute wollen sich vielleicht zwar nicht sicher haben, aber wahrscheinlich ein grundsätzliches Werteverständnis und ich kann mir schon vorstellen, dass du dann, wenn du so mit starken Gegenüberpositionen, also du hast ja wahrscheinlich schon eine gewisse Grundposition, also gerade wenn du jetzt auf der politischen Ebene unterwegs bist. Und wenn jemand eine starke Gegenposition einnimmt, dann hast du wahrscheinlich auch das Gefühl, deine persönlichen Werte verteidigen zu müssen und dann noch stärker in Kontra gehst also als zu sagen, ah ja, der hat eh Recht und jetzt folge ich ihm. Also ich kann mir vorstellen, dass solche Dinge da ja auch eine Rolle spielen, Dass du in eine Verteidigungsposition gehst. Die Frage Ist schon, inwieweit Echo-Kammern oder Bubbles sozusagen Einflüsse haben können, wenn du noch im, dich finden bist. Oder wenn du noch in der Entwicklung bist, oder überhaupt völlig offen bist und sagst naja eigentlich habe ich eh noch keinen Plan dazu und ich beschäftigt mich einmal irgendwie damit. Ich glaube, dann wird es besonders spannend, weil dann natürlich du das auch als Informationsquelle nimmst nicht nur auf der emotionalen Ebene sondern vielleicht auch auf der kognitiven Ebene hast. **Hannah Metzler:** Ja, ich finde, das ist total die gute Frage, wie das auf Menschen wirken wird, die eben vielleicht noch gar keine Meinung haben. Auch dort, wenn ich anfange so systematisch darüber nachzudenken, dann denke ich als erstes mal wieder, wie war das früher? Wenn ich früher irgendwo in Tirol in einem Bergdorf aufwachs, dann gibt es wahrscheinlich nur so eine Perspektive auf die meisten politischen Themen, die ich da automatisch abbekomme und ich habe wenig Chance, aber muss ja auch Überhaupt andere Perspektiven zu hören, weil ich habe kein Social Media. Ich habe kein Internet, wo ich einfach nachschauen kann. Vielleicht habe ich Fernseher und schaue hin und wieder Nachrichten aber ich weiß auch nicht, wie viel das früher Menschen früher mehr Nachrichten geschaut haben, wirklich im Fernseher. Ich kann es schwer einschätzen. wieder zu sagen, hat sich es geändert und wie war das bisher und sind nicht Jugendliche sehr oft in einer Bubble überhaupt, wenn sie Teenager sind und mit ihren Peers abhängen. Das zu vergleichen mit was da jetzt passiert, finde ich schwierig. Ich glaube, ich hoffe, dass das bisher schon so war, dass das meiste Wissen das Menschen bekommen, das dann auch wirklich Nützlich ist oder richtig ist, ich weiß nicht wie man sagen soll, um die Welt zu verstehen, In unserem Bildungssystem vermittelt wird. Ich weiß nicht, ob Jugendliche früher über Fernseher, Zeitung lesen so gelernt haben wie die Welt funktioniert. Ich glaube nicht. Also ich zumindest habe das nicht gemacht als Zwölfjährige, dass ich mir politische Nachrichten angeschaut habe. Ich kann mir schon auch vorstellen, dass das bei gewissen Themen jetzt, wenn wir sagen der Gaza-Krieg und dann war das auf einmal riesig auf TikTok und sowas, dass das Da natürlich einen Eindruck schafft bei Menschen, die sich das sonst gar nicht angeschaut haben. Das kann ich mir vorstellen. Studien kenne ich keine dazu. Ich weiß auch nicht spezifisch als Wissenschaftlerin Bescheid was da bei Jugendlichen passiert. Insgesamt weiß ich zu Menschen, dass... Das soziale Umfeld einen Rieseneffekt drauf hat, was wir glauben. Das heißt wahrscheinlich auch unsere Familie und so weiter unsere Schule, die werden alle einen Einfluss haben. Social Media auch, als ein Faktor von vielen. Und ich weiß auch, dass das Wissen das wir schon haben, das Wichtigste ist, wenn es darum geht, was wir glauben und was wir nicht glauben. Das heißt, wenn ich jetzt irgendwie Klar einordnen kann, aufgrund von dem, was meine Eltern so denken oder in der Schule so diskutiert wird, das, was jetzt da irgendwie nicht ganz dazu passt, was ich auf TikTok sehe, dann werde ich es nicht glauben. Also nicht alles, was ich in den Feed gespült bekomme glaube ich. Wenn ich wirklich gar keine Ahnung habe, ein komplettes blank slate bin, auf dem noch ein leeres Blatt auf dem gar nichts steht, dann kann ich mir schon vorstellen, dass die ersten Nachrichten die ich bekomme... Prägen, was ich mal denken werde. Aber auch nicht jetzt in Isolation. Dann wird es auch darum gehen, was glauben andere Leute um mich rum. Reden die anderen Schüler in der Schule dann drüber? Ich kann wieder nur die Komplexität einordnen, weil Studien dazu, weiß ich nicht, ob es die gibt, kenne natürlich sie auch nicht, ob es tatsächlich einen Effekt hat. Ob Jugendliche jetzt heute dann viel stärker sich einfahren in eine Richtung als früher. Ja, okay. **Manuela Machner:** aber welche Möglichkeiten sie haben und das hast du ja gut gesagt. Die Jugendlichen haben ja diese Peer-Gruppen, nenne ich. Und ich glaube, was schon der große Unterschied war, wenn du jetzt ich war zum Beispiel Außenseiterin und hätte vielleicht mit gewissen Leuten mich besser connecten können, weil es ähnliche Menschen gegebn hat, die ähnlich getickt haben wie ich in der virtuellen Welt. In meiner direkten Umwelt leider nicht so was, glaube ich, schon passiert ist, dass gerade wenn du irgendwo Schwächen hast oder irgendwelche speziellen Interessen oder spezielle Ausrichtungen, du merkst das ja bei Jugendlichen, die jetzt, In irgendeinem außerordentlichen Bereich auch entweder begabt sind oder vielleicht auch Probleme haben, dass die sich hier zusammenfinden können, weil sie plötzlich Gleichgesinnte haben, weil das im Vorarlberger Dorf vielleicht nicht existiert **Hannah Metzler:** Genau. **Manuela Machner:** Dort wird er halt keinen Zweifel zu bekennen, dass er schwul zum Beispiel ist, oder dass er irgendwelche Probleme hat und ich glaube dadurch entsteht auch dieses Bubble-Gefühl, dass die Leute sich dort zusammenfinden die Algorithmen unterstützen denke ich schon, dass mehr Inhalt oder viel Inhalt da kommt und du dadurch auch mehr mit den Leuten abhängst in der virtuellen Welt. **Hannah Metzler:** Genau halt Menschen, die früher keine Community gefunden hätten, mit Menschen, die ähnliche Themen haben, die können sie jetzt besser finden. Und ich glaube, das ist halt wahr im Positiven wie im Negativen. Ich glaube, gerade so über die queere Community nachzudenken da gibt es sehr viele positive Beispiele, gibt sicher auch viele andere in die Richtung. Und natürlich, dann gibt es die negativen Beispiele wo irgendwelche kleinen radikalen Gruppen online versuchen, Menschen zu rekrutieren. Und früher haben sie das vielleicht Offline gemacht und das war ein bisschen schwieriger, gab es trotzdem. Ich sage auch immer wieder gern, Hitler ist auch passiert, da gab es keine Social Media. Also so Radikalisierung, Polarisierung, das passiert alles tatsächlich und das passiert jetzt vielleicht ein bisschen anders und wir können uns gut beobachten auf Social Media, aber es ist nicht so, dass es das gibt wegen Social Media. Aber ja, kleine Gruppen die irgendwie sich zu bestimmten Themen austauschen, die ermöglicht Social Media total in positiver und in negativer Hinsicht glaube ich. **Eliot Mannoia:** Und du arbeitest auch um Algorithmen geht. Kennen Algorithmen oder können Algorithmen uns besser kennen als unser engster Freund? Der war ja auch vor 10 Jahren mit dieser ganzen Cambridge Analytica Geschichte, diese Ocean Personality Tests und so weiter, dass das ja mit nur, weiß nicht, 20 Likes kennt er dich besser als ein Kollege, mit 100 Likes kennt dich das Algorithm besser als dein Freund und mit 500 Likes besser als die eigene Frau oder Ehepartner Was meinst du **Hannah Metzler:** Ja so wie du das sagst dieses Statement, finde ich, hört man schon ein bisschen, dass du auch vermutest, dass das zu extrem ist. Dass ein Algorithmus dich besser kennt als deine engsten Freunde, da kann ich ausnahmsweise, das mache ich selten eine klare Antwort geben, das halte ich für ausgeschlossen. Das heißt nicht, dass ein Algorithmus nicht manche Dinge weiß, die ein Freund nicht so weiß, zum Beispiel Würdest du gerade gerne Katzenvideos sehen oder Mathematikbeispiele oder sowas Das weiß mein engster Freund vielleicht gerade nicht. Aber ein Algorithmus hat sehr selektive Informationen. Da geht es um, was finde ich gerade unterhaltend. Da geht es um ganz viele psychologische Themen und andere Hobbys die ich habe. Wie es mir gerade mit meiner Mama geht und in der Schule und alles Mögliche weiß der Algorithmus nicht. Das gute Freunde wissen. Das ist so mal das Erste das man sicher sagen kann. Dann ist natürlich die Frage, kann dieses Micro-Targeting wenn ich bestimmte psychologische Tests habe zu meiner Persönlichkeit, kann das ausgenutzt werden, um mir besser irgendwelche Werbung oder Fehlinformationen oder sowas zu verkaufen? Das ist was das hätte man grundsätzlich mal für plausibel halten können. Zu sowas kann man zumindest eine Studie machen. Bei Cambridge Analytica, das ist so ein berühmter Fall, wo Menschen, wo oft in den Medien darüber geredet wird oder wurde damals, dass das dort passiert ist und ich glaube, da ging es auch um russische Desinformation, die dann eher so Menschen zugespielt wurde, die dann eher Trump gewählt hätten 2016 und sonst das eigentlich nicht gemacht hatten. Das ist so die Hypothese die da im Raum steht und dazu gibt es konkret Studien und wir wissen, dass Dass Cambridge Analytica nichts ausgemacht hat. Also wir wissen erstens einmal zu russischer Desinformation, da wären 2016, dass Menschen, die mit dieser Desinformation interagiert haben, die waren die eh schon hardcore überzeugte Trump-Wähler waren, wo es gar nichts mehr zu holen gab und die meisten anderen Menschen haben es gar nicht viel gesehen. Und zu Cambridge Analytica spezifisch wissen wir auch einfach, Dass dieses Micro-Targeting nicht funktioniert. Menschen sind sehr schwierig zu überzeugen Und nur weil ich jetzt einen Facebook-psychologischen Persönlichkeitstest habe, der wahrscheinlich aus psychologischer Sicht, kann ich sagen, keine sehr gute Qualität hat, Kann ich noch nicht Menschen jetzt auf einmal manipulieren, die ich vorher nicht hätte manipulieren können. Da gibt es glaube ich wirklich eine Analyse, die sich anschaut hatte Cambridge Analytica einen Effekt. Die Nachrichten die die Menschen da bekommen haben, haben die irgendwie was verändert in der Meinung, im Verhalten dieser Menschen und da gibt es keine Hinweise darauf. Das heißt, Cambridge Analytica ist einer dieser Mythen. Das heißt, Für mich jetzt nicht, dass Microtargeting grundsätzlich nicht funktionieren kann. Und ich bin auch wirklich keine Expertin zum Microtargeting und kenne das nicht. Ich weiß nur grundsätzlich, wirklich Menschen überzeugen ist schwierig. Und es reicht mir oft schon, ganz grobe Dinge zu wissen, wie, das ist eine Frau in ungefähr dem und dem Alter, um abschätzen zu können Was für Produkte oder Informationen die interessiert. Und dieses subtile, mag sie jetzt Harry Potter oder nicht, weiß nicht, was da sonst noch alles für Likes dabei waren, macht dann nicht so viel Zusatzeffekt. Und grundsätzlich ist Werbung wenig effektiv. Sie ist effektiv im Durchschnitt, einen kleinen Prozentsatzeffekt hat sie, aber es ist nicht so, dass Menschen eine Information sehen und dann sich sofort was kaufen oder sofort was glauben. Es ist einfach grundsätzlich sehr schwierig Menschen zu überzeugen und zu manipulieren. **Eliot Mannoia:** Also da merkt man, dass man mit einer Wissenschaftlerin redet Wenn ich eine geladene Frage stelle, ist es nicht okay. **Hannah Metzler:** Ist total okay. Da kann man dann super sagen, nein, das stimmt eindeutig nicht. Das kann ich selten sagen. **Eliot Mannoia:** Ja, ja nein, super. Und ich glaube, das ist auch jetzt ein perfekter Shift into das Missinformationsthema. Was sind so deine Gedanken mit deinen aktuellen Entwicklungen und mit KI in Bezug zur Missinformation? **Hannah Metzler:** bei Missinformationen stimmt auch das meiste, was wir glauben, nicht und trotzdem muss ich immer dazu sagen, Ich finde nicht Fehlinformation gut. Ich glaube nicht, dass die gute Effekte hat auf die Welt. Ich glaube nur, dass ihr Effekt stark überschätzt wird und wir ein bisschen aufs falsche Thema fokussieren wenn wir glauben, dass Fehlinformation für ganz vieles schuld ist an Übel auf der Welt. Das glaube ich eher nicht. Ich glaube, dass die Fehlinformation ein Spiegel ist, wie sehr Menschen in eine Demokratie vertrauen, in Institutionen in die Wissenschaft vertrauen, in die Medien vertrauen. Umso mehr Korruption es in einem Land gibt, umso weniger vertrauen Menschen ihrem politischen System und ihren Institutionen umso leichter hat es Fehlinformationen. Da gibt es auch wirklich Studien, die das zeigen. Nur weil jetzt Missinformationen So oft als Ursache gesehen wird dafür, was dann politisch passiert, muss man wirklich sagen, ich glaube, sie ist mehr Spiegel als Ursache. Man kann sich auch wieder ganz objektiv anschauen Wie häufig ist Fehlinformation? Da kenne ich jetzt Zahlen nicht zu den neuesten Plattformen zu denen gibt es einfach wenig Studien oder ich kenne sie noch nicht, aber auf früher Twitter, Facebook, Instagram und so weiter, da bewegen wir uns wirklich im Prozess Einstelligen Prozentbereich von dem, was da so gepostet wird auf Social Media, dass wirklich Fehlinformation ist. Um die 5% war es in einer unserer Studie auf Twitter während der Pandemie. Es hat sich auch während der Pandemie nicht großartig verändert, wie viel Fehlinformation es gibt. Obwohl die Leute dieses Gefühl haben, die Menschen haben während der Pandemie insgesamt viel mehr Nachrichten gelesen, das meiste davon waren aber vertrauenswürdige Nachrichten nicht Fehlinformationen das heißt nicht, dass manche Menschen, die dem System nicht vertraut haben, die der Politik nicht vertraut haben, die nicht abgetaucht wären. In irgendwelche Fehlinformationsbubbles, Leute, die eh schon immer ein bisschen skeptisch waren zu Impfungen, jetzt erst recht geglaubt haben, dass da irgendwas faul ist und so weiter. Und ich glaube, eine ganz wichtige Tatsache, die immer so ein offenes Rätsel bleibt, wenn man mir jetzt glauben würde, ist... Warum glauben dann so viele Menschen so viel Blödsinn? Und da muss man immer dazu sagen, es ist niemand von uns auf die Welt gekommen und hat geglaubt dass Impfungen toll sind. Ich nehme jetzt Impfungen oder den Klimawandel als so typische Beispiele. Der Grundzustand des Menschen ist einer des Nichtwissens Auch wenn wir nachdenken menschen im mittelalter was die alles geglaubt haben ablass zahlen und dann eher in den himmel kommen oder menschen noch viel früher die irgendwie im dschungel leben in gruppen von 50 bis 100 menschen und glauben die bäume sind beseelt und die sterne sind götter und die früher haben wir später haben wir noch geglaubt irgendwie dass sich die sonne um die erde dreht also wir haben einfach immer schon ganz viel blödsinn geglaubt und es ist ein bisschen mehr Ein Wunder zu erklären, wie viele Menschen sich tatsächlich schon impfen lassen, obwohl es so unintuitiv ist, sich einen Erreger in den Körper spritzen zu lassen. Also ich sehe das mehr so als eine Erfolgsstory, wie weit die Wissenschaft und unser Bildungssystem gekommen sind, dass in den meisten Ländern auf der Welt Sehr viele Menschen schon so viel Vertrauen haben, dass sie sowas Unintuitives machen. Dass so viele Menschen mittlerweile glauben, dass der Klimawandel menschengemacht ist und CO2 nicht gut ist obwohl niemand von uns CO2 sehen kann. Niemand kann das nachprüfen. Aber die absolute Mehrheit der Menschheit ist überzeugt. Da sieht man irgendwie einfach, dass vieles in unserer Gesellschaft doch besser funktioniert, als wir dann glauben, wenn wir in den Medien und auf Social Media immer nur negative Nachrichten sehen. Und Das muss man einfach sehr mitdenken. Wir kommen von einem Zustand des Nichtwissens und ganz viele Menschen glauben ganz viel Blödsinn. Das ist eine Tatsache und ich glaube einfach, dass nicht vorrangig Social Media Fehlinformation dran schuld ist. Die gibt es, die ist nicht gut, aber die hat keine riesigen Effekte und sie ist auch nicht wahnsinnig häufig. **Manuela Machner:** Aber jetzt, wenn wir uns die Entwicklung Richtung KI-Systeme anschauen, da wird es noch nicht wirklich etwas dazu geben. Aber Fehlinformationen wie sie jetzt auch möglich sind, sage ich jetzt einmal. Es ist ja schon ein bisschen ein Unterschied. Da haben halt zwei Parteien nicht Parteien im politischen Sinn, sondern zwei Richtungen haben diskutiert über das Thema Impfung. Und es gibt verschiedene Tendenzen, die über den Klimawandel diskutieren. Aber jetzt haben wir ie Situationen, dass wir Videos haben, die echt ausschauen, also wir vertrauen unseren Augen schon sehr sehr stark. Also für diejenigen, die sehen können, wir vertrauen sehr dem gesprochenen Wort. Wir vertrauen Menschen, die für uns vielleicht ein Vorbild sind oder einen gewissen Status haben. jetzt sind wir schon mit einer Entwicklung konfrontiert aus meiner Sicht, wo das sich verändert, weil... Jetzt schon noch ein bisschen ein Unterschied ist ob ich ein Video sehe von einem Hochwasser oder ein Video sehe von irgendetwas und denke um Gottes Willen was passiert da jetzt gerade und in Wirklichkeit gibt es das ja vielleicht gar nicht. Also wie siehst du da die Entwicklung? Mir ist klar dass du jetzt nur die theoretischen Zugang hast, weil es wahrscheinlich noch gar keine Erkenntnisse dazu gibt, aber verändert das diese Sichtweise **Hannah Metzler:** Ich glaube, dass das vorübergehend zu Hoppalas führen könnte. Dass Menschen, denen noch nicht bewusst ist, dass man jetzt Videos einfach so kreieren kann mit KI ganz einfach, da mal drauf reinfallen werden. Ich glaube auch, dass das langfristig nicht so sein wird, weil Menschen sind sehr lernfähig Und wir werden einfach jetzt, mittlerweile wissen ja schon sehr viele Menschen, Bilder kann man fälschen, Videos kann man fälschen und schon jetzt werden viele Menschen, die halbwegs gut informiert sind, nicht mehr alles glauben, nur weil sie es in einem Video sehen, weil das sehr schnell geht, dass Menschen auch als Gruppe verstehen können Worauf kann ich mich verlassen und wo nicht? Ich glaube, besonders kritisch wird es natürlich mit KI, wenn sie so tut, als wäre sie jemand, dem wir vertrauen. Da kann ich mir vorstellen, dass wir wirklich gute Strategien lernen müssen, dass wir da nicht auf irgendwelche Scammer reinfallen, die jetzt mit der Stimme von unserer Mutter am Telefon ganz viel Geld von uns verlangen. Ich glaube aber, auch dort werden wir relativ schnell lernen, Nur weil jemand sagt, er ist meine Mama. Wenn der unplausible Dinge erzählt und verlangt dann muss ich erst einmal überprüfen mit wem ich es hier zu tun habe. Vielleicht lernen wir dann Strategien wie wir haben irgendwie ein Kennwort, das wir uns ausgemacht haben, dass man dann irgendwie kurz nachfragen kann oder so, aber ich glaube nicht, dass jetzt deswegen alles im Chaos enden wird und niemand mehr irgendwem irgendwas glauben wird. Ich kann mir eher vorstellen, dass das so wäre, wenn ich jetzt schon zum Beispiel in Russland leben würde, wo ich eh schon keine Medien habe, auf die ich mich verlassen kann, wo ich weiß, da ist viel beeinflusst und ich sowieso schon einmal Eher nichts glaube. Ich glaube, in Österreich und allgemein in Europa haben die meisten Länder schon noch Mediensysteme denen die meisten Menschen vertrauen. Und ich kann mir vorstellen, dass dann diese Quellen einfach viel wichtiger werden in Zukunft wieder. Dass ich dann wieder sage, ich glaube das nicht, weil ich es auf Social Media gesehen habe, aber das tun jetzt schon sehr wenige Menschen, Dinge glauben nur weil sie sie auf Social Media sehen, sondern ich glaube dieser Quelle, weil ich weiß, die ist zuverlässig Und diese Quelle muss ich dann die Arbeit machen und überprüfen, ist dieses Video echt oder nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich da gewisse Dinge verändern, aber ich glaube jetzt nicht, dass Missinformation zur Riesenkatastrophe führt, weil es jetzt KI gibt, die natürlich sehr leicht erlaubt sehr viel Missinformation herzustellen. Es gibt einfach jetzt schon sehr viel Fehlinformation im Netz. Das Internet ist riesig da gibt es voll viel Blödsinn. Und das Wichtige ist nicht, wie viel Blödsinn es da draußen gibt, Sondern die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen und was sie sich dann tatsächlich anschauen. Und die meisten Menschen gehen nicht random irgendwo hin und schauen sich irgendwelche blöden Blog-Einträge an, von denen es dann in Zukunft vielleicht noch tausendmal mehr gibt, weil sie so leicht zu produzieren sind mit KI, sondern die meisten Menschen, wenn es ihnen darum geht, was wirklich zu wissen, Zu verstehen, gibt es jetzt eine Pandemie oder nicht, ist ein Hochwasser oder nicht, die werden zu vertrauenswürdigen Nachrichtenquellen schauen und solange die Journalisten dort gut arbeiten und die nicht irgendwelche KI-Videos für bare Münze nehmen, glaube ich, sind wir nicht dem Untergang geweiht. Wie gesagt, heißt nicht, dass es nicht Hopperlas geben wird, aber ich glaube, es gibt da einen Weg vorwärts sozusagen **Eliot Mannoia:** Ich glaube das auch. Ich habe das auch schon ein paar Mal gesagt, dass die Medienhäuser, Standard, New Yorker Guardian und so weiter vielleicht eine Art Renaissance erleben können. Die haben ja sehr viele Einbüsse erleben müssen durch Facebook und Google und so seit den Mitte 2000er, dass sie dann jetzt vielleicht wieder wirklich so wie Leuchttürme in der Gesellschaft sind. **Hannah Metzler:** Hoffentlich. Eine schöne Vision. **Eliot Mannoia:** Nett. Ich lerne schon noch sehr viel auch auf Social Media, dass die Welt flach ist. Da habe ich auch zum Beispiel dargelernt. **Hannah Metzler:** Du hast es sofort geglaubt oder? Einmal eine Nachricht gesehen, sofort geglaubt. Viele Informationen werden dich für immer verloren. **Eliot Mannoia:** Ich sehe, dass die Welt flach ist. Wie die Manuela gesagt hat, die Augen lügen nicht. Aber Was könnte man gesellschaftlich machen mit Algorithmen oder mit der Bildung? Was wären da so ein paar Lösungsmöglichkeiten **Hannah Metzler:** bin keine Bildungsexpertin, das muss ich gleich dazu sagen. Dazu habe ich keine großen Empfehlungen. haben sich sehr viele andere schlaue Menschen sicher sehr viele Gedanken gemacht. Aber Bildung ist wichtig. Was könnte man auf Social Media tun? Und mit den Algorithmen tun. Ich glaube, da gibt es noch sehr viele offene Fragen. Überhaupt wie große Effekte Algorithmen haben können. Die Studien, die wir bisher haben, zeigen, dass sie keinen Rieseneffekt haben, leider, weder zum negativen noch zum positiven Effekt Es gibt kleine Effekte. Es gab eben auch wieder im Jahr 2020 drei große Studien, wo man Algorithmen verändert hat auf Facebook für drei Monate vor der Wahl Joe Biden gegen Trump und sich dann angeschaut hat, wenn ich den Algorithmus abdrehe oder wenn ich einen Algorithmus mache, der viel weniger gleichgesinnte Inhalte präsentiert, verändert sich die Meinung der Menschen, verändern sich die Emotionen der Menschen und so weiter. Und im Großen und Ganzen muss man sagen, nein, da ist nichts passiert. Da ist aber auch gar nichts passiert. Die Menschen haben zum Beispiel mehr... Fehlinformationen in Ihrem Newsfeed gehabt, wenn man den Algorithmus abgedreht hat. Das ist jetzt nicht so toll, also Algorithmen tun nicht nur negative Dinge pushen. Wenn man sich einfach fragt was würde ich denn gerne pushen auch wenn ich vielleicht keine großen Effekte haben kann mit Algorithmen, vielleicht kann ich kleine Effekte haben, Dann will ich natürlich vertrauenswürdige Nachrichten pushen wenn ich das einfach entscheiden kann. Vielleicht will ich auch extra Feeds haben auf Social Media oder sogar extra Plattformen wo es um politische Themen gehen soll, die nicht optimiert sind für Unterhaltung so wie das jetzt eigentlich alle Social Media Plattformen sind, wo nicht die stärkste Emotion unbedingt gewinnt Sondern wo ich zum Beispiel Inhalte nach oben reihe im Newsfeed, die nuanciert sind, die von beiden Seiten eines politischen Spektrums oder jeder anderen Einstellung, die von beiden Seiten geliked wurden, wo Leute von beiden Seiten mitdiskutieren. Die könnte ich ja irgendwie zum Beispiel mal nach oben geben, weil dann mache ich vielleicht Überschneidungspunkte sichtbar oder eben die nuancierten Meinungen die Leute die sonst eher still sind. Ich glaube, es geht auf jeden Fall darum, diese extremen Stimmen die wir viel zu sehr hören auf Social Media, deren Sichtbarkeit zu reduzieren und die nuancierten Stimmen, die Leute, die auch nicht so ganz wissen, was sie eigentlich glauben, die Vor- und Nachteile sehen, die sichtbarer zu machen. Wie man das jetzt Genau macht mit Algorithmen, die dann auch noch Informationen präsentieren die von den Menschen gesehen werden wollen, weil wenn ich dann nur mehr super vertrauenswürdige Nachrichten und komplexe analytische Analysen oder so, ja, intellektuelle Geschichten poste dann wollen die Menschen das ja auch nicht mehr sehen. Also es ist echt so eine Frage, wie mache ich es dass es Unterhaltsam und interessant bleibt und dass es trotzdem eine gute Qualität hat. Und ich glaube eine Möglichkeit ist es auseinanderzunehmen und sagen hier Unterhaltung und hier politisch nuancierte Diskussionen zu wichtigen Themen und dann können sich dort die Menschen damit beschäftigen, die es interessiert und ich muss vielleicht nicht die politischen News rein spülen da wo die Menschen gerade eigentlich sich unterhalten wollen. Ob das dann funktionieren wird, ob man damit Geld machen kann, ist immer so eine Frage. Da ist noch vieles offen. **Manuela Machner:** Na ja, nicht nur das, sondern das Problem, was wir haben. Ich glaube, dass es genug Möglichkeiten für die Menschen, die so interessiert sind und ja den Weitblick haben und das Interesse haben, die haben nicht das, ich glaube, nicht wirklich dieses Problem in Wirklichkeit. Die können sich, die holen ja gezielt die Informationen an. Aber die große Masse ist ja eher diese Masse die... konsumiert diese Informationen und die sagen halt leider, ich sage jetzt, die Langweiligen sie nicht, sondern sie wollen halt kurz, knapp und vielleicht noch lustig irgendwelche Informationen konsumieren und das ist halt die große Masse und das ist in der Realität, du musst diese aber erreichen, weil das ist die Masse auch unserer Bevölkerung und der Masse der Menschen, die leben und wir können nicht Davon ausgehen, dass jeder eine Matura und einen Maturabschluss hat und das überhaupt einmal alles verarbeiten kann an Informationen und diesen Gesprächen folgen kann. Und gerade für die Personen ist es sehr wichtig, auch durchaus nuancierte Informationen zu bekommen, aber vielleicht heruntergebrochen und vereinfacht, und auch in Häppchen und klar verständlich und ich glaube da würde es ansetzen und auch nicht schwarz weiß, sondern die aufzubereiten aber da hat natürlich keiner Interesse, weil die politischen Parteien wollen nur ihre Sichtweisen, die Unternehmen, die etwas verkaufen wollen wollen auch nur ihre Sichtweisen prädestinieren. Ich meine, Medien versuchen das jetzt eh schon auf sehr einfache Art und Weise. Zum Teil eben auf diesen Kanälen irgendwo zu kommunizieren überhaupt nur die Informationen an den Mann und an die Frau zu kriegen. **Hannah Metzler:** Ich glaube, dass es total stimmt, dass wir eigentlich die Menschen erreichen müssen, die schwer zu erreichen sind. Also ich würde mich nicht trauen zu sagen, dass die heute schwieriger zu erreichen sind als früher. Ich glaube, der Großteil, die Masse interpretiert sich nicht. **Manuela Machner:** erreicht werden, wenn die Zeitung gelesen haben oder konnten nicht lesen oder in anderen Szenarien das nicht, aber sie entscheiden doch mit, die politische Entwicklung, wenn wir es jetzt auf der politischen Ebene sehen, weil die politische Entwicklung, und sie betrifft es ja auch, das ist ja das, was man oft unterschätzt meiner Meinung nach. Gerade all diese Entscheidungen und diese Entwicklungen sehr nett, auch wenn sie sich nicht mit betreffen, tut es jeden von uns, also alle diese Geschichten. Und deswegen ist auch wichtig, dass ihnen das, glaube ich, klar **Hannah Metzler:** Ja, der allgemeine Bildungsauftrag ist auf jeden Fall sehr wichtig. Da müssen wir dranbleiben. **Eliot Mannoia:** Gibt es noch etwas, was wir vielleicht nicht besprochen haben, wo meinst, wow, das gehört zu diesem Thema Echokammern, Missinformation, Algorithmen, Social Media, **Hannah Metzler:** Es ist immer eine sehr schwierige Frage, mir fällt jetzt auf die schnelle Nix ein. Ich glaube, wir haben die Echokammer die Algorithmen, die Fehlinformationen Wir haben ein bisschen angedeutet dass es immer... Einfacher ist für extreme Meinungen auf Social Media, die starken Meinungen, dass man die viel mehr hört, auch in den Medien, da hören wir ja auch nur die außerordentlichen und extremen und überraschenden Dinge und ganz viel Gutes, das langsam über die Zeit passiert, hören wir nicht. Eine kleine Sache, die gefehlt hat zu Social Media und Fehlinformationen ist, dass das sehr... Die sehr konzentriert ist, wer Fehlinformation konsumiert, wer da stark polarisiert ist, das ist stark konzentriert in dieser kleinen Minderheit mit extremen Meinungen. Und wir müssen uns alle immer wieder bewusst machen, dass das, was wir da auf Social Media sehen, nicht ein breites Bild der Bevölkerung ist, sondern ein kleiner Ausschnitt wo wirklich In vielen Studien sind es 1, 2, 3 Prozent der User, die 80 Prozent der Interaktion mit Fehlinformationen haben. Und für politische Nachrichten ist es ein bisschen mehr. Da sind es nicht nur 1, 2 Prozent, sondern ein paar mehr. Ich kann jetzt keine Zahl sagen, aber es ist auch ein kleiner Teil der Bevölkerung, dass wir einfach nicht vergessen, dass Social Media so einen verzerrenden Effekt hat, weil es uns die Extreme zeigt von beiden Seiten und nicht die große, breite Masse der Bevölkerung. Zumindest nicht zu politischen Themen. Und bei anderen Themen auch. Wir sehen immer die Menschen, die motiviert sind, die da richtig drin sind im Thema, die äußern sich. Alle anderen sagen nichts dazu. Und deswegen heißt das nicht, dass die ganze Gesellschaft total begeistert ist von dem was diese kleine Gruppe für gut hält. Das darf man einfach nicht vergessen und sich vielleicht als Mensch mit nicht so starken Einstellungen zu einem Thema auch immer mal wieder zu Wort melden und zu sagen, ich bin mir da nicht so sicher ich finde das hat auch Nachteile, viel nachdenken tu ich drüber eh nicht einfach um mehr sichtbar zu machen, was so die breite Masse denkt, und dass es die auch noch gibt. **Eliot Mannoia:** Super spannend. Also ich bin wahnsinnig froh, dass wir auch dieses Thema angesprochen haben. Denn wie gesagt, als wir uns kennengelernt haben, das war für mich wirklich diese Nuance, diese... Ja, sehr, sehr wertvoll und ich finde es auch für unsere Zuhörerinnen und auch für die Gesellschaft sehr wertvoll, das ein bisschen unterscheiden zu können und das mit Echokammern, das ist in Englisch Homophilie, vielleicht ist es in Deutsch ein ähnliches Wort, dieser Trend oder dieses Bedürfnis für Menschen in ähnlichen Gruppen zu sein. Ich fand das super, wie du das gesagt hast am Anfang, Offline, vielleicht sogar mehr als online die Leute sich im Kaffeehaus oder in kleinen Gruppen oder mit Freundeskreisen oder die Zeitungen, die sie lesen eh auch offline ihre Echokammern so gesagt haben, ist ja gut so. Genau. Es auch gut ist, ja, absolut, sonst hätten wir einfach zu viele Eine kognitive Überlastung wenn wir da wirklich zu jedem, wie du gesagt hast auch zu jedem Thema, zu jeder Perspektive eine Meinung haben müssen, sollten, also Das sind wahnsinnig wertvolle Sachen. Ich versuche das jetzt irgendwie so gut wie möglich zusammenzufassen, aber es ist, ja, ich finde auch, was du am Ende gesagt hast, auch was der Christopher Bale gesagt hat, das es die ruhige moderate Masse die Moderaten, die eher auf Social Media sitzen Zuhören, zuschauen aber eher die kleineren Extremen, die die eigentlich posten. Es steht ja nicht jeder gerne auf der Bühne und dass das relativiert werden muss, sollte, dass das bei Missinformationen nicht so extrem ist, wie man denkt und da fällt mir auch ein... Irgendwer hat mal gesagt, wenn die Nachrichten täglich gekommen sind, da haben sie aufgehört Nachrichten zu sein. Wenn man am Anfang einmal in Woche die Nachrichten bekommen hat, das waren sie noch Nachrichten. Sobald sie in Tageszyklen gekommen sind, ist es dann schon eher sensationalism irgendwie geworden. **Hannah Metzler:** Überfordert gerade. **Eliot Mannoia:** auch... Wie? **Hannah Metzler:** Überfordernd geworden, oder? Dann gibt es viele Menschen, die einfach nicht mehr Nachrichten mitlesen und hören wollen. **Eliot Mannoia:** Ja. genau, zu viel, meine Mutter sagt auch: Immer so schlechte Nachrichten! Und das erinnert mich dann auch an Factfullness das Buch oder Human Kind, die zwei Bücher kann ich echt empfehlen, dass eigentlich das Leben sehr sehr gut und besser geworden ist als früher und das fand ich auch spannend, den Vergleich den du gemacht hast geschichtlich, wir haben früher viel Blödsinn geglaubt mit Sternen mit den Sonnen der die, Erde umkreist und so. Wertvolle Folge, ich glaube auch wirklich für unsere Zuhörer auch. Vielen, vielen Dank, Hanna, dass du dabei warst für deine Einsichten. Ich habe sehr viel gelernt und freue mich, in Kontakt zu bleiben und dich wieder bald zu sehen! **Hannah Metzler:** Danke vielmals Mir hat Spaß gemacht, Dann bis zur nächsten Folge. Alles Liebe!. Ciao.