Manuela Machner und Eliot Mannoia diskutieren, ob und wie KI-Nutzung unser Gehirn und unsere kognitiven Fähigkeiten verändert.
Wenn wir bestimmte kognitive Fähigkeiten nicht mehr trainieren, weil KI sie übernimmt, können diese Fähigkeiten nachlassen, ähnlich wie ein Muskel, der nicht benutzt wird. Eliot Mannoia fragt, ob wir in Zukunft ins Fitnesscenter für das Gehirn gehen müssen.
Eliot Mannoia
Wer nie lernen musste, einen Weg zu finden, hat diese Fähigkeit nie wirklich trainiert. Wenn KI Orientierung, Entscheidungen und Problemlösung übernimmt, fehlt die Übung für den Ernstfall. Das betrifft besonders Generationen, die mit KI aufwachsen.
Eliot Mannoia
Manuela Machner beschreibt das Risiko eines All-Inclusive-Lebens, das zwar bequem ist, aber kognitive Fähigkeiten verkümmern lässt. Gleichzeitig erkennt sie, dass für Menschen mit vielen Alltagsproblemen mehr Unterstützung durch KI auch eine Entlastung sein kann.
Manuela Machner
Laut einer Studie, die Eliot Mannoia zitiert, treffen wir täglich fast 200 Entscheidungen rund ums Essen. Barry Schwartz beschreibt dieses Phänomen als Paradox of Choice: Zu viel Auswahl paralysiert uns. KI könnte diese Entscheidungslast reduzieren.
Eliot Mannoia
Früher brauchten wir den Schmied, den Bäcker, den Bauern. Heute ermöglicht Digitalisierung und KI ein Leben mit weniger sozialer Abhängigkeit. Netflix ersetzt das Wirtshaus, Online-Dating ersetzt das Ausgehen. Das verändert soziale Fähigkeiten und Resilienz.
Eliot Mannoia
Mind/Machine. Emotionale Intelligenz trifft künstliche Intelligenz Ein Podcast mit Eliot Mannoia und Manuela Machner.
**Manuela Machner:** Herzlich Willkommen zu **Manuela Machner:** Und das ist egal, ob es eine KI ist oder ob mir jemand anderer als Person das zusammenschreibt. Dass ich dann weniger Verständnis vom Thema habe und weniger Gehirnzonen aktiviere, ist glaube ich auch nachvollziehbar.
**Eliot Mannoia:** Ja, also ich glaube die Prämisse von der Studie hat auf jeden Fall seine Gültigkeit, insbesondere wenn man auch diese ältere Studie mit Google Maps und Hippocampus und Special Memories sich anschaut. Also da gibt es schon Indizien dazu, dass dieses Phänomen, dass es das schon gibt, auch jetzt wenn diese Studie vielleicht eine geringere Anzahl von Personen hatte.
Wo wirklich gute Effekte oft zu sehen sind, ist, wenn man wirklich diesen hybriden Ansatz, also wenn man es zuerst selber schreibt und dann die KI drüber schauen lässt oder als professioneller Editor so gesagt nutzt, dann können die Ergebnisse wirklich viel besser in Bezug zur Qualität von der Arbeit sein.
**Manuela Machner:** ich finde es auch andersherum spannend, also ich tue das andersherum ganz gerne, ich lasse mal, ich diskutiere mal irgendein Thema mit der KI, wo ich sage, das interessiert mich, wie schaut da die Lage aus, was gibts da für Referenzbeispiele, oder welche Dinge auch immer. Und dann gehe ich normalerweise in den Deep Dive hinein. Also ich gehe zuerst von der Oberfläche und dann beschäftige ich mich im tieferen Zusammenhang damit. Also ich mache es sogar sehr oft umgekehrt Also einfach um selbst einmal einen Überblick zu bekommen, es gibt ja auch beim Lernen auch diese 20-80-Methode das hat ja jetzt gar nichts mit KI zu tun, man kann sagen, so nach dem Motto mit 20% aus diesem Fachgebiet gib mir die wichtigsten 20% aus dem Fachgebiet damit ich so 80% der Zusammenhänge verstehe. Und das kann man auch über KI-Systeme ganz gut machen. Und dann sich auf einzelne Punkte zu spezialisieren, um tiefer hineinzugehen.
**Eliot Mannoia:** Ja also man kann es ja zur Inspiration nutzen, dann selber und dann wieder für den Feinschliff. Also man kann es ja bei diversen Schnittstellen und auch diverse KIs einsetzen KI für Texte oder KI für Perplexity mit Quellen suchen oder analysieren oder auch sogar zu visualisieren, wenn wir verschiedene KI wie Napkin, AI oder was auch immer nutzen, um Diagramme zu erstellen, dann auch, weil vielleicht kann man sicherlich auch spannende Workflows machen
**Manuela Machner:** Ja, wobei wir da schon auf einem sehr hohen KI-Nutzungslevel uns unterhalten, ja, also das muss man jetzt schon ganz ehrlich sagen, also 0815 Nutzer, also es ist gar nicht böse gemeint wenn du im Alltag KI einfach als Hilfe dazu nimmst dann hast du weder die Zeit, wenn es jetzt im beruflichen Kontext ist, noch die Muße oder auch teilweise das Wissen nicht, dass du hergehst und sagst ja und jetzt gehe ich dann da abwägen oder sonst etwas, weil wieso nutzt du KI, weil du schnell eine Antwort brauchst. Und weil du deine Tagesaufgabe einfach erledigen musst und da ist KI nur Mittel zum Zweck und nicht... Es ist ja nicht so, dass der normale Nutzer jetzt eine Forschungsarbeit macht oder irgendeine Studie macht, sondern braucht einfach irgendwo eine Antwort. Und die Frage ist natürlich schon das, wenn wir uns, und das mit Google Maps möchte ich ganz gerne, dass du näher erklärst, weil ich glaube, dass vielen nicht bewusst ist, was damit gemeint ist. Das finde ich ein sehr prägnantes Beispiel, das glaube ich jeder von uns nachvollziehen kann. Magst du erklären, was die Studie gesagt hat? Das finde ich nämlich echt super.
**Eliot Mannoia:** Ja, also dadurch, dass wir Google Maps haben und ich habe das auch vor kurzem selber erleben dürfen, weil mein Handy eingegangen ist und ich musste zu einem Meeting gehen und ich habe wirklich Sekunden bevor ich die Wohnung verlassen habe habe ich mir gedacht, ich muss mir ja eigentlich aufschreiben und wo ich hin muss im zweiten, dritten Termin.
Den ersten Termin wusste ich, wo ich hin muss, aber ich musste schon planen. Beim dritten Termin weiß ich nicht, wo ich hin muss und ich kann das dann nicht einfach unterwegs am Handy schauen, sondern ich muss mir eigentlich das aufschreiben und habe wirklich auf Papier aufgeschrieben die Adresse und dann noch zu Hause auf Google Maps geschaut und Aber die Studie hat einfach gezeigt, dass durch die Nutzung von Google Maps wir uns mehr auf das verlassen und unsere eigenen Fähigkeiten zur Orientierung weniger einsetzen und dass das dann auch wirklich den Bereich im Gehirn wieder verantwortlich ist, also für Spatial Awareness und Spatial Memory. also räumliches Gedächtnis und räumliche Orientierung dieser Hippocampus auch kleiner
**Manuela Machner:** geworden es nennt man Atrophie also wenn ein bestimmtes Gebiet oder biologisches nicht mehr eingesetzt wird dass es dann auch irgendwie so ein bisschen abstirbt oder kleiner wird und das ist wirklich spannend was da passiert und deswegen brauchen wir da auch wieder ein Bewusstsein
um
**Eliot Mannoia:** ein bisschen dagegen zu wirken.
Ich glaube ja auch als Psychologe, dass genau wie wir ins Fitnesscenter gehen, um
**Manuela Machner:** aktiv zu sein, weil wir den ganzen Tag sitzen, werden wir vielleicht irgendwann mal Braintraining machen müssen. So, du, ich gehe jetzt kurz ins Fitnesscenter und dann mache ich noch Braintraining, weil einfach so viel, und das ist eigentlich auch gerade, was ich gerade sehr stark forsche auch, Für mein Buch, wo ich sehr gespannt bin, weil
weil diese
**Eliot Mannoia:** diese Bequemlichkeit auch wirklich Sachen von uns wegnimmt, die so Skills, Fähigkeiten die wir dann halt aktiv dann wieder, und deswegen auch für Bildung finde ich müssen wir viel Bildung machen.
Viele Universitäten zum Beispiel haben jetzt erlauben dass man KI bei der Diplomarbeit, Masterarbeit, Bachelorarbeit nutzen darf. Da finde ich wären die Defensios wichtiger, also dass man das dann wirklich, wenn man es vorträgt weiß, von was man spricht, dass man es verteidigen kann, dass man in die Tiefe gehen kann.
Ja, ihr könnt KI nutzen, aber ihr müsst noch darüber reden können und kritisch und analytisch und Verteidigung.
Also da wird sich viel tun.
**Manuela Machner:** Ja ich glaube, wir haben ja mehrere Ebenen. Nur weil die KI die Diplomarbeit schreibt, kommt es natürlich darauf an, was für eine Fachrichtung du hast. Ob deine Fachrichtung Publizistik ist, wo es ums Schreiben an sich
**Eliot Mannoia:** Ja
**Manuela Machner:** ob deine Fachrichtung Medizin ist, wo du dann in Wirklichkeit einen Menschen aufschneidest.
Ja. Bei Mediziner ist mir ziemlich egal, wie er das ausformulieren lässt, solange er in der Praxis einfach weiß, was er da tut, sage ich jetzt einmal. Ich glaube, dass diese Trennung ist auch zwischen realer Welt und theoretischer Welt an der Stelle. Ich finde das nur so spannend mit dem Orientierungssinn.
Also ich habe einen extrem guten Orientierungssinn. Ich fühle mich manchmal wie eine Taube, wenn man mich irgendwo aussetzt, ich finde immer zurück. Ich war schon mit 19, ich werde nie vergessen, ich irgendwie in Wien, bin mit einem Taxi zu einer Tante von mir gefahren und war fünf Jahre später wieder in Wien bin am gleichen Bahnhof ausgestiegen, hatte zwar die Adresse irgendwo im Kopf aber habe dann...
Es geschafft, zu Fuß zu meiner Tante zu gehen, damals noch ohne Map und ohne allem, und habe hingefunden auf Grund dessen, ich weiß zwar nicht ob ich einen Schmarrn zusammengegangen bin, weil ich mich irgendwie orientiert habe an die Taxifahrt vor 5 Jahren, aber hab hingefunden. Und man kann mich relativ gut irgendwo aussetzen, und wenn ich irgendwo auf einer Map einmal gesehen habe, Raumlage, dieses Hotel liegt dort und dort, dann werde ich hinfinden. Ich gehe vielleicht Umwege, aber ich werde hinfinden. Das spannende ist, dass ich natürlich inzwischen auch aus Bequemlichkeit den kürzesten Weg suche weil wenn ich mit Koffer und Gepäck zum Hotel gehe, dann mag ich auch nicht meinem unterbewussten Orientierungssinn folgen, sondern folge auch einer Google Maps Geschichte und ich hab in mir so ein Battle zwischen dem was mein Instinkt sagt, wo ich hinmuss und dem was google mir ansagt. Und ich mir denke das kann ja nicht stimmen, das müsste rechts liegen und warum geht er jetzt links mit mir. Also die
Frage, und ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob auch mein Orientierungssinn da jetzt abnimmt. Aber man sieht, Trotz allem, auch wenn man Fähigkeiten vielleicht hat, man nutzt sie dann vielleicht gar nicht mehr, weil das ja bequemer und es ist natürlich treffgenauer, als wenn man es nicht nutzt.
Und ich finde das total schade und das sage ich auch bei allen meinen Kursen diese Sprachgeschichte also diese Schreibgeschichte, es gibt Menschen, die schreiben einfach genial die haben das im Blut oder können das oder haben es gelernt oder wie auch immer und machen es auch mit Leidenschaft. Und dann herzugehen und zu sagen, ich ersetze die Texte von solchen Menschen oder motiviere die Menschen, effizienter schneller Texte generieren zu können, weil es ihre Arbeiten vielleicht einfach länger brauchen, weil die Qualität halt da so gut ist. Und zu sagen, wir machen jetzt trotz allem, so gut du ein KI-System trainierst es ist trotzdem ein Einheitssud in einem gewissen... ja, ein hochqualitativer, wenn ich es gut trainiert habe, dann ist es ja wirklich schwach wenn ich sage, jetzt soll der machen, ja. Also, der soll es bitte selber schreiben. Also das wäre das
tragischste meiner Meinung nach, wenn wir Menschen, die noch dazu irgendwo ihre Fähigkeiten auch haben, in die Rolle bringen, dass sie ihre besonderen Fähigkeiten auch nicht mehr nutzen, sondern der KI das abgeben, also das und bei den jungen Leuten, und da gebe ich dir recht, bei der Bildungsthematik ist das, die entdecken ja ihre Fähigkeiten oft erst. Und für mich ist schon die Frage, wenn ich diese, also ich bin dafür, dass man es in der Bildung einsetzt, ich halte gar nichts davon, dass man sagt, das gehört verbannt und keine Ahnung was. Aber ich glaube
trotzdem, dass man einen Freiraum auch schaffen muss, wo dieses Talent oder diese inneren Fähigkeiten auch entwickelt werden können.
Und wenn man das gleich alles an Systeme abgibt, dann wird man wahrscheinlich da gar nicht drauf kommen, dass jemand ein Sprachentalent hat und in Wirklichkeit in der Lage ist, relativ einfach zehn Sprachen zu lernen, weil es ja nicht mehr notwendig ist.
**Eliot Mannoia:** Ich lerne noch immer Deutsch.
**Manuela Machner:** Aber ich meine,
**Eliot Mannoia:** Du kannst sicher noch Nummern oder? Du kannst sicher noch auswendig Telefonnummern einige, oder?
**Manuela Machner:** Ja, also überschaubar. Also inzwischen
**Eliot Mannoia:** ich auch ein paar.
**Manuela Machner:** so acht bis zehn Nummern glaube ich, schaffe ich noch.
**Eliot Mannoia:** Wirklich? Das ist mehr als ich kenne. Zwei drei vielleicht. Aber ja, ich kann von meiner Großmutter noch die Nummer, ich kann von unserer damaligen Festnetznummer noch die Nummer, als wir Kinder waren. Aber ja.
**Manuela Machner:** habe ich alle nicht mehr. Ich habe nur die aktiven Nummern im Gehirn. Mein Gehirn löscht alles was nicht ist.
**Eliot Mannoia:** Die weiß ich nicht, siehst du? Unterschied, Unterschied, Wahnsinn, sehr spannend. Ja, aber das ist es. Wir sind damit aufgewachsen und haben diese Fähigkeit aber was ist mit der Jugend, die mit Google Maps oder mit Nummern die gespeichert sind, aufwachsen die üben?
**Manuela Machner:** Ja die Notwendigkeit gibts es nicht mehr.
**Eliot Mannoia:** Ja,
**Manuela Machner:** Es gibt ja die Notwenigkeit nicht mehr, sich eine Telefonnummer zu merken, im Normalfall, muss man sagen. Und verstehe ich natürlich auch. Aber, dass die Gehirnzonen da brach liegen, wundert mich dann auch nicht. .
Aber so wie du sagst brain training es gibt eigene apps das wenn wir manchmal fad ist was gestehe ich sehr selten ist dann dann spiele ich solche Dinge und da gibt es dann so Sachen zum wie viele die Zahlenkombinationen kannst du dir merken. Also da ziehst du das für eine kurze Zeit und dann wirst du halt gestafelt und bei mir ist halt bei zehn Zahlen dann aus. Aber ich bin Zahlenaffin das muss ich auch sagen. Und da weiß ich schon von vielen Jungen die sagen, um Gottes was hast du jetzt für Zahlen gesagt? Und bei sechs ist es dann oft schon aus. Weil sie
es nie gebraucht haben.
**Eliot Mannoia:** Ja, deine Zahlaffinität weiß ich ja nicht. Du machst mit Begeisterung deine eigene Buchhaltung.
**Manuela Machner:** Begeisterung ist jetzt überschaubar, aber ich habe meine Zahlen schon im Griff, ja. Außerdem habe ich ein KI-System, das muss ich jetzt schon auch sagen also ich habe ein Buchhaltungsprogramm KI ist ein bisschen übertrieben, aber ein Buchhaltungsprogramm das scannt mir alle meine Rechnungen automatisch und tut schon alles vorausfüllen weil mir das ja zu blöd ist also diese abzutippen
**Eliot Mannoia:** ich weiß.
**Manuela Machner:** ich habe jetzt echt festgestellt in einem Workshop, es gibt wirklich auch große Betriebe die tatsächlich ihre Rechnungen, die sie Eingangsrechnungen haben, geben sie noch händisch ein in die Buchhaltung ja, ja dann habe ich mir gedacht, boah, der kann die Zahlen sicher noch super.
**Eliot Mannoia:** Naja, in der Hotelbranche werden ja auch oft die Stammdaten von einem Gast auf Zettel also ich muss das ja auch noch ausfüllen manchmal Adresse und so.
**Manuela Machner:** statt Pre-Check-In, ja. Da haben wir noch viel Entwicklungspotenzial. Also was glaubst du welche Gehirnzonen oder Gehirnzonen, welche Fähigkeiten werden unsere Gehirne in Zukunft einfach... Verlieren können, weil wir es nicht mehr brauchen werden. Schreiben, brauchen wir in Zukunft noch schreiben. Wobei einbisschen muss ich schmunzeln, weil ich kann mich erinnern ich weiß nicht, du bist jung dafür, ich kann mich erinnern als ich jung war, hat es geheißen, irgendwann werden wir alle nicht mehr Bücher lesen weil das Fernsehen da ist.
Und
**Eliot Mannoia:** Ja, natürlich.
**Manuela Machner:** Aber theoretisch schreiben bräuchten wir nicht mehr, Rechtschreiben sowieso
**Eliot Mannoia:** Was mir mehr Sorge bereitet ist eher das kritische Denken, dass man vielleicht einfach alles auf Abruf hat und das weniger hinterfragt Besonders es gibt ja diese Statistiken, die ich glaube eh schon zu niedrig sind, dass fast 70% der ArbeitnehmerInnen AI nutzen, mit oder ohne Erlaubnis vom Arbeitgeber oder Arbeitgeberin.
Und da finde ich irgendwie ein bisschen ein Risiko. Weil wenn jeder so heimlich nutzt für Antworten schnell und vielleicht nicht so hinterfragt Ja, da müssen wir halt aufpassen Aber genau da brauchen wir einfach Aufklärung
**Manuela Machner:** Ich glaube, kritisches Denken nicht nur am Arbeitsplatz. Ich glaube, kritisches Denken finde ich noch viel schlimmer Jetzt haben wir Studie also es gibt ja Studie in letzter Zeit haben wir viele.
Wir haben am Anfang, im ersten Jahr, wo wir unseren Podcast gemacht haben, eigentlich uns nie auf Studien bezogen. Und jetzt gibt es offensichtlich so eine Fülle die uns interessiert. Wir haben ja vor kurzem erst die Nutzung analysiert und da ist es darum gegangen, wie viele Leute schon privat eigentlich für Selbstverwirklichung und für Eigenoptimierung kI-Systeme nutzen. Das heißt, wir überlegen uns selber nicht einmal mehr, wir uns selbst können. Das heißt; was soll mein Lebensziel sein, was ist mein Lebenszweck wie kann ich meinen Körper optimieren, meine Ernährung optimieren und sonst was. Ich beschäftige mich vielleicht gar nicht mehr mit den Lebensmitteln ich beschäftige mich gar nicht mehr mit dem Sport, ich beschäftige mich gar nicht mehr damit, sondern lass mir einen fertigen Plan und handle nur mehr wie ein, wie soll man sagen, nicht wie ein Roboter, das wäre jetzt falsch, aber wie halt vorgegeben, wie ein Sklave dieses Stundenplans oder dieses Ernährungsplans. Und man muss ja schon sagen, wenn ich die Welt regieren wollen würde, würde ich genau das machen, dass ich sage die Leute tun dann nur mehr das, was die KI möchte.
Und wenn ich natürlich, und das ist das, was du meinst glaube ich.
**Eliot Mannoia:** Ja.
**Manuela Machner:** nicht mehr lernen kritisch das alles zu hinterfragen, weil sie sich die Zeit dafür nicht nehmen, weil es ist ja praktisch Jetzt machst du mir einen ernährungsplan, wie nehme ich 10 Kilo ab und ich halte mich daran, das wird auch wahrscheinlich wirken. Dann muss ich mich gar nicht damit auseinandersetzen, was eigentlich das Problem dahinter ist, sondern ich mach das jetzt nach Strich und Punkt und that's it. Und warum sollte man kritisch denken?
**Eliot Mannoia:** Wir haben mehr und mehr geoutsourced. Es wird mehr ausgelagert. Auch hier wird auch gesellschaftlich. Wir mussten früher ins Wirtshaus gehen für Entertainment, jetzt haben wir Netflix. Und da ist auch etwas, was stark bemerkbar ist, nicht nur das kritische Denken, sondern auch die sozialen Fähigkeiten, also die Social Skills miteinander zu reden.
Wenn wir uns nicht einig sind, Mussten wir es bereinigen früher im Dorf ja da war nicht so die die Möglichkeit jetzt digital online in der Firma ja ja in der Firma ist es schon noch schon noch muss man das wurde das ist das ist dieses dieses dieses Stammgefühl noch da irgendwie zum bestimmten Grad da muss man miteinander bis noch mehr umgehen aber Im privaten Umfeld ist es leichter auch bei Online-Dating, dass dieses Ghosting oder diese Sachen wo man sagt, okay, ich antworte einfach nicht.
**Manuela Machner:** gibt
**Eliot Mannoia:** wirklich, also unglaublich das könnte man sich in einer Firma oder in einem Stamm nicht vorstellen, dass man plötzlich einfach nicht mehr redet Also das wäre dann sehr unhöflich oder das wäre wirklich, ja.
**Manuela Machner:** Online,
**Eliot Mannoia:** Ich antworte einfach nicht oder ich disconnecte von dieser Kommunikation oder von dieser Person, wenn ich diesen Konflikt nicht ausführen möchte.
**Manuela Machner:** Aber spannend, ist schon eine spannende Geschichte, was du da jetzt sagst weil heißt, wir verlieren eigentlich, wenn wir uns auf das zu 100% einlassen, sage ich, diese ganzen Fähigkeiten Möglichkeiten, die es da gibt, dann verlieren wir eigentlich das Irgendwo schon, was uns Menschsein ausmacht oder? Also jetzt sagen wir, in Wirklichkeit verlieren ein bisschen die Lernfähigkeit, also Erfahrungen zu lernen, weil wir machen vielleicht gewisse Erfahrungen gar nicht mehr, aus denen wir Konsequenzen ziehen und lernen können. Wir verlieren die Kritikfähigkeit dadurch auch, weil wir ja gar nicht mehr einschätzen können, ist das richtig oder falsch und weil es und vielleicht,
Einfach so bequem ist, dass es uns nicht mehr interessiert zu sagen, ja, ob das richtig oder falsch ist, in Wirklichkeit solange es für mich passt, passt es. Und dann verlieren wir auch noch die Kritikfähigkeit, also dieses Thema Konfliktfähigkeit, ich gehe in einen Konflikt hinein Oder ich lerne damit umzugehen, also ich weiche diesen Konflikten aus, weil es ja auch wieder unbequem ist. Also alles in Wirklichkeit was uns das Leben schwer macht, werden wir versuchen, oder mit
Hilfe von KI Systemen oder was auch immer, aus dem Weg zu gehen Ich haben wir immer schon versucht aus dem Weg zu gehen, nur möglich war es nicht. Und jetzt wird es vielleicht möglich werden. ist natürlich schon die Frage, was macht uns tatsächlich Menschsein aus?
Und wozu muss unser Gehirn dann noch, was muss unser Gehirn, was, umgekehrte Frage, wir haben ja jetzt gesagt, wie verändert KI das Gehirn, was muss unser Gehirn in Zukunft, oder wenn wir es zulassen was macht dann das Gehirn tatsächlich noch? Also wenn wir jetzt nicht die Best Case nehmen, wir sind alle sehr Erwachsene kritische und, und und und. Menschen, die uns damit auseinandersetzen, wenn wir das nicht tun, was ist dann die Aufgabe noch des Gehirns?
**Eliot Mannoia:** Das ist die Frage. Und es ist ja nicht nur die KI oder die Technologie, die das beeinflusst, sondern auch Wohlstand, Lebenserwartungen.
**Manuela Machner:** Lebenserwartungen und
**Eliot Mannoia:** ich sage es oft, Urbanization, also dass wir mehr in Städten wohnen, dass wir auch mehr Single bleiben.
**Manuela Machner:** also Da ist von der Esther Perel eine belgisch-amerikanische Therapeutin die wirklich sehr bekannt und wirklich toll ist, was die alles macht.
**Eliot Mannoia:** Wirklich einige Bücher und TED-Talks also kann ich empfehlen.
**Manuela Machner:** wie über...
**Eliot Mannoia:** Die Ehe redet und dass die Ehe heutzutage nicht mehr das ist, was die Ehe früher war und früher musste man eine Ehe haben, einfach ökonomisch, einfach, es war wirklich
**Manuela Machner:** wie
schaffen wir es? Einer muss arbeiten, einer muss auf die Kinder aufpassen und es war irgendwie, es war einfach...
Die Kinder halten uns im Alter. Das war ja auch ein Faktor
**Eliot Mannoia:** Absolut. Und jetzt, wir haben in China mittlerweile, das habe ich auch vor kurzem geforscht, so viele Singles, dass viele Businesses sich jetzt auf dieses viele Singles es gibt etliche Millionen, weil China hat ja so viele Menschen, 200 Millionen Singles oder so, glaube ich,
**Manuela Machner:** haben
**Eliot Mannoia:** Restaurants wo man alleine essen kann und das sind so wie Booths.
**Manuela Machner:** also das
**Eliot Mannoia:** so wie wie sagt man Booth?
**Manuela Machner:** so wie kleine Kammern.
so
**Eliot Mannoia:** dass man sich nicht wie Kojen, so dass man sich nicht unangenehm fühlt, wenn man alleine isst ja. Solo Diners und dann auch Karaoke Booths, also Karaoke Plätze, wo man auch einzeln es buchen kann, ja.
**Manuela Machner:** das ist ja viel kontraproduktiver. Die Leute sollten ja irgendwie Leute kennenlernen. Wie will ich jemanden kennenlernen, wenn ich...
**Eliot Mannoia:** es geht ja nicht von der Regierung, es geht ja von Businesses und die passen sich an, was die Leute wollen und nicht, was ich
**Manuela Machner:** wollen, wo sie noch weniger Chance haben, jemanden kennenzulernen, weil da sitzt nicht noch ein Single am Nebentisch den ich sehe, wo ich vielleicht irgendwie schaffe Kontakt aufzunehmen.
**Eliot Mannoia:** Ich sage nicht, dass es gut ist, im Gegenteil aber ich sage nur, die Gesellschaft passt sich an, aber auch in Europa, ja, ich muss nicht ins Wirtshaus gehen, ich habe Netflix Ich muss nichts zu Billa, ich kann online liefern lassen, ich muss nicht Essen machen sogar, ich kann einfach Essen bestellen, ich kann sogar von zu Hause arbeiten.
Ich habe Pornografie-Zugriff das ist auch ein Riesenthema für die Jugendlichen, also der Zugriff an diverse Pornografie. Jetzt mit KI, wo ich auch Freundschaften ersetzen kann.
**Manuela Machner:** das
**Eliot Mannoia:** Das ist auch im Westen Wir haben zwar die Restaurants und die Karaoke-Booths nicht, aber wir haben sehr viel, das es ermöglicht unabhängig aber auch mit weniger Gehirn zu leben.
Und das, um deine Frage jetzt eigentlich konkreter zu beantworten wenn wir das nicht aktiv angehen, werden wir nicht wirklich eigentlich unser Gehirn brauchen.
**Manuela Machner:** Ich meine, ich kenne Leute, die tun das sowieso nicht, also die benutzen das auch so nicht auch ohne KI. Nein, aber es ist natürlich eine gesellschaftliche Entwicklung, die passieren kann, das muss man schon sagen und das schleicht sich so ein, irgendwie das Gefühl. Mit all den Vorteilen und mit diesen Optimierungen, die wir Möglichkeiten haben, dass wir ganz stark aufpassen müssen, dass wir uns nicht in einen goldenen Käfig hineinbegeben, dass wir sozusagen ein All-Inklusiv-Leben Das einfach bequem praktisch uns alles ermöglicht und hat natürlich einen Reiz, das muss man sagen. Und das kommt auch auf den Menschen drauf an. Menschen, die viel struggeln in ihrem Leben und mit sehr vielen Problemen kämpfen. Ist das natürlich in der Vorstellung auch absolut der Best Case, muss ich auch sagen. Also wenn ich mich nicht mehr darum sorgen muss, wie ich meinen Job erledigen kann oder wie ich meine Kinder versorgen kann und und und. Und ich hätte so ein Szenario, dann habe ich noch immer lieber einen Golden Cave als ein Leben voller Struggles oder Problemen.
Also wir sind ja auch sehr elitär in unseren Überlegungen, das muss ich auch sagen.
**Eliot Mannoia:** Ja, aber wenn du dir überlegst, dass wir früher vielleicht einen halben oder ganzen Tag damit verbracht haben, uns um Ernährung zu kümmern und jetzt ist es so ein Nachgedanke, so ich habe Hunger, ich esse jetzt was.
**Manuela Machner:** Ja, weißt du, das ist unsere Generation auch schon. Also meine Schwiegermutter arbeitet noch immer mit ihren, ich glaube, Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage. Ich glaube, 87 Jahren, für sie ist das nur immer ein halbtages Job. Was gibt es heute zum Essen und wann ist das am Tisch und passt das allen? Und ist ein 97-jähriger Schwiegervater zufrieden mit dem
**Eliot Mannoia:** Aber das ist natürlich ein Generationenthema
**Manuela Machner:** Bei uns würde kein Mensch mehr so viel Arbeit investieren und so viele Gedanken vor allem auch in hinein
**Eliot Mannoia:** Aber auch da, wieder paradoxisch, gibt es eine andere Studie die ich sehr spannend finde, dass wir im Tag durchschnittlich fast 200 Entscheidungen treffen, nur fürs Essen, nur in Bezug zu Essen, 200 Entscheidungen laut einer Studie.
**Manuela Machner:** Also jedes Mal, wenn ich bei der Schokolade vorbeige, entscheide ich mich, nein, ich nehme sie jetzt nicht. Nein, ich nehme sie jetzt nicht.
**Eliot Mannoia:** Ich nehme sie. Es gibt einen Barry Schwartz, der redet Paradox of Choice, das ist auch ein cooles Buch, über das die Anzahl an Vielfalt uns eigentlich auch paralysiert weil wir zu viel Auswahl haben.
**Manuela Machner:** aber die KI macht das eh wieder weg. Die macht reduziert das mal jetzt eh wieder.
**Eliot Mannoia:** Vielleicht kommt das dann wieder dagegen.
**Manuela Machner:** den Diätplan und sagt, du kaufst genau diese Lebensmittel ein und du kochst genau diese Geschichten. Ich glaube, dass das jetzt genau auch aus diesem Paradox heraus entstanden ist, dass das so spannend für uns ist, weil wir nicht mehr tausende Entscheidungen treffen wollen. Und wir dankbar sind, wenn eine kompetente KI Uns Entscheidungen abnimmt. Und dadurch müssen wir nicht mehr denken, nicht mehr selber Entscheidungen treffen.
Das ist eigentlich nur die Fortführung dieses Paradox. spannendes Thema. Also,
**Eliot Mannoia:** Sehr philosophisch auch, was wird kommen, was wird passieren, wie wird es unser Gehirn
**Manuela Machner:** auch
**Eliot Mannoia:** physisch verändern, wenn wir mehr Zugang und Möglichkeiten haben, wie wird sich das auf unsere Resilienz auswirken, was macht das mit diversen Generationen wenn
wir vielleicht noch den Weg finden mussten, aber unsere jungen Generationen vielleicht diese Fähigkeit nie eigentlich wirklich in der Praxis nutzen oder lernen müssen oder üben müssen, es ist ja auch etwas wie ein Muskel, dass wenn man das nicht benutzt es auch kleiner wird, also unglaublich was auf uns zukommt, vielleicht werden wir wirklich ins Fitnesscenter für das Gehirn Gehen müssen.
Also spannendes Thema und wir freuen uns auf eure Kommentare und eure Ideen dazu und sehen uns nächste Woche wieder.
**Manuela Machner:** Alles liebe, Ciao