Verändert KI unsere Persönlichkeit? Manuela Machner und Eliot Mannoia diskutieren, ob und wie KI-Nutzung unsere Denk- und Verhaltensweisen beeinflusst.
Aktuelle Studien zeigen, dass Grundpersönlichkeitsmerkmale durch KI-Nutzung nicht verschoben werden. Was sich verändert, ist eher die Bereitschaft, bestimmte Anteile der Persönlichkeit zu zeigen oder zu unterdrücken. Die Grundstruktur bleibt.
Manuela Machner
KI-Systeme liefern sofortige Antworten. Wer sich daran gewöhnt, erwartet diese Geschwindigkeit überall. Manuela Machner beschreibt, dass sie kaum noch googelt und keine langen Texte mehr lesen mag, weil die Erwartungshaltung auf sofortige Antworten konditioniert wurde.
Manuela Machner
Wahrscheinlich ja. Wer gestresst und ungeduldig ist, wird durch intensive KI-Nutzung tendenziell noch gestresster. Wer offen und neugierig ist, profitiert. KI wirkt eher als Verstärker vorhandener Muster, nicht als Transformator der Persönlichkeit.
Eliot Mannoia
Das Milgram-Experiment zeigte, wie stark Autorität das Verhalten beeinflusst. Digitale Anonymität wirkt ähnlich: Wenn niemand zuschaut, verhalten sich Menschen anders. KI-Systeme können diesen Effekt verstärken, weil die soziale Kontrolle fehlt.
Eliot Mannoia
Algorithmen belohnen Inhalte, die Emotionen triggern, nicht sachliche Qualität. Das führt dazu, dass Menschen provozieren, weinen oder polarisieren, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen, unabhängig davon, ob das ihrer Persönlichkeit entspricht.
Eliot Mannoia
Mind/Machine. Emotionale Intelligenz trifft künstliche Intelligenz. Ein Podcast mit Eliot Mannoia und Manuela Machner.
**Eliot Mannoia:** Hi und willkommen zur nächsten Folge von Mind/Machine. Mein Name ist Eliot Mannoia, digitaler Psychologe und heute reden wir von KI, zwei Persönlichkeiten
**Manuela Machner:** .... Wer? Wir? Die Persönlichkeit, die ich darstelle ist die Manuela Machner Ich bin spezialisiert auf KI im Tourismus und in unseren Gesprächen soll es ein bisschen um KI Plauderei gehen das heißt wir unterhalten uns über Themen, die uns beschäftigen, die vielleicht auch für euch interessant sind, abseits vom technischen Deep Dive, mit denen wir im KI Alltag konfrontiert sind. Haben wir schon gespaltene Persönlichkeiten auf Grund der KI Nutzung? Was meinst du?
**Eliot Mannoia:** Ich würde sogar einen Schritt zurückgehen und vor der KI allein schon mit der Digitalisierung. Ich glaube, wir haben oft zwei Persönlichkeiten schon, wenn es Face-to-Face ist, also Gesicht-zu-Gesicht versus hinterm Keyboard. Also allein da im Online-Gaming, auf Online-Welten die Tolls, wie man sie so nennt wie sie sich manchmal aufführen oder wie...
Ja, wie sie sehr aggressiv sein können auch manchmal und dann geht es Gesicht zu Gesicht ganz anders. Also diese Accountability, also wie so gesagt... Man kann sich verstecken hinter dem Keyboard und ist auch da schon vielleicht mit weniger Manieren oder ein bisschen eine andere Persönlichkeit. Oder vielleicht ist man in der Schule halt vielleicht nicht Sportler oder irgendwie sehr populär, aber im Onlinespiel ist man Player 364, der, weiß nicht, mega Respekt hat, weil er so viele Items hat und Skins und voll irgendwie strategisch super drauf ist.
Und sein altes Ego dort ist vielleicht... Ja, super und beliebt und in der echten Welt vielleicht weniger oder umgekehrt. Also ich glaube, da spalten sich schon auch dann verschiedene Sachen und mit der KI kann ich mir nur vorstellen, dass das dann zu einem ganz anderen Level kommen wird, wo man vielleicht mit der KI...
Ich weiß es nicht aufhört Danke und Bitte zu sagen vielleicht. Und ja, wer weiß, wie siehst du das?
**Manuela Machner:** Ja das glaube, ich auch, aber ich weiß nicht, ob es dann wirklich eine zweite Persönlichkeit ist oder ob man einfach einen Teil seiner Persönlichkeit sozusagen nutzt für diese Dinge, also sportlich zu sein sehe ich jetzt nicht so als Persönlichkeit dahinter, die Persönlichkeit ist eher, dass man nicht konsequent genug trainiert. Und dass man so tun kann als wäre man sportlich Ich glaube, dass jemand wenn er in seiner Persönlichkeit keine Gewalt Affinität hat, er sich auch im virtuellen Raum schwerer tut mit Gewalt oder mit Gewaltakzeptanz oder Gewaltdurchführung. Glaube ich schon, oder? Glaubst du nicht? Also ich würde jetzt nicht, in ein Shooting-Spiel shooten glaube ich weil es mir so suspekt ist, eine Waffe halten zu wollen oder Gewalt aktiv ausüben zu wollen. Ist das nicht so? Glaubst du nicht?
**Eliot Mannoia:** Nein also plakativ kann man das eh nicht so sagen, dass das Ja oder Nein ist. Nein, nein, ich glaube, du hast eh schon recht. Wenn du nicht besondere Vorlieben hast, dann wirst du sie auch nicht online jetzt unbedingt haben. Ich glaube aber, dass es dann vielleicht Unterschiede gibt, was man sich vielleicht traut.
Diese Hemmschwelle, schaut keiner zu... Oder ja, also TikTok zum Beispiel die Geschichte, die du mir mal erzählt hast, ich glaube, die müssen wir nicht im Detail hier wiederholen weil das ist schon ziemlich ein Wahnsinn wo erwachsene Männer mit Jugendlichen interagieren auf Social Media, aber ich glaube da auch, dass das...
Ich glaube, es steckt viel mehr in uns drinnen, als wir vielleicht wahrnehmen. Es gibt ja diese berühmten Experimente auch, die Psychologie, das Milgram-Experiment, ich glaube, das war dort, wo sich die Leute als... Die eine Gruppe als Gefangene und die anderen als Gefängniswärter und alleine durch die Uniform und die Position, die diese Machtausübung plötzlich komplett ausarten, also die mussten das dann auch stoppen.
Dann gibt es berühmte Experimente wo auf der einen Seite war ein Schauspieler der falsch war.
Aja mit den
**Manuela Machner:** Elektoshocks oder?
**Eliot Mannoia:** Ja mit
den Elektroschocks, genau. Also es waren natürlich keine echten Elektroschocks aber eine Person im weißen Kittel, also es ging darum zu testen wie sehr Autorität prägt. Und es war, die wollten wissen, wie konnten Leute im Zweiten Weltkrieg in Konzentrationslager arbeiten, wie...
Weißt du, wie war das möglich? Und da haben sie Autorität getestet so auf die Art. Und ja, wenn das Schauspieler eine falsche Antwort bekommen hat, musste die Person einen Elektro-Schock geben. Und auch da haben oft die Leute das gemacht dann. Und das sind jetzt nur zwei.
Vorallem
**Manuela Machner:** eigentlich fast bis zum Tod also das waren ja dann also die da wussten die Teilnehmer nicht, dass das ja nur ein Probesetting ist. Und die haben ja wirklich auf den Knopf so lange gedrückt, bis der Schauspieler im Prinzip daran zugrunde gegangen wäre, wenn es echt gewesen wäre.
**Eliot Mannoia:** Ja, und das ist die Sache. Es gibt so viel in uns, dass wenn wir uns Gesicht zu Gesicht treffen oder in einem kulturellen Austausch ob das jetzt im Dorf in der Stadt, in der Community, in der Kirche egal wo, Wir uns anders benehmen vielleicht als in digitalen Sphären oder vielleicht mit einer künstlichen Intelligenz,
**Manuela Machner:** Hemmschwellen-Talk.
**Eliot Mannoia:** ja, aber auch diese Nachvollziehbarkeit nicht vielleicht da ist. Wenn ich der Peter bin, dann weiß alle, das war der Peter, aber wenn ich im Spiel, weiß nicht, 3, 6, 4 heiße dann habe ich auch diese Anonymität die da mitschwingt
**Manuela Machner:** Ja, das heißt aber, dass wir in unseren Persönlichkeitsstrukturen alle unser Engel und unser Teufelchen haben, sage ich jetzt einmal. Die Frage ist natürlich, wie stark das ausgeprägt ist, dass man überhaupt Ideen hat, solche Dinge auch zu machen. Also es gehört schon, entweder soziale Prägung in irgendeiner Art und Weise, glaube ich dazu oder halt auch eine gewisse Veranlagung.
Also ich glaube, dass wenn man diese Veranlagung nicht hat, dann schreibt man auch nicht auf TikTok oder sonst was jungen Mädels tiefe, perverse Geschichten und teilweise nicht einmal unter 1, 2, 3, sondern unter seinen Klarnamen. Das war so eine Geschichte die ich Eliot erzählt habe, Und das spannende war, da gibt es eine Folgegeschichte dazu. Es haben Männer jungen Mädels Dinge öffentlich geschrieben, die absolut unter jeder Kritik sind.
Und eine Influencerin hat diese Themen aufgegriffen und hat diese Herren mit ihren Profilen und Profilfotos auch öffentlich gezeigt und die Kommentare, die diese geschrieben haben. Und das sind Familienväter, das sind deine Nachbarn, das sind einfach ganz normale Menschen. Und die teilweise auch wirklich ihre Klarnamen verwendet haben und ihre eigenen Profilfotos verwendet haben und ich habe dann nur im Nachgang ein Video von ihr gesehen wo sie wieder diese Beispiele gebracht hat, dann aber nicht mehr die Klarnamen angegeben hat, weil sie gesagt hat ihr wurde von Personen gedroht sie anzuzeigen und sonstige Geschichten zu machen, weil sie denen wirklich geschadet hat. Also sie haben sich selbst geschadet möchte ich dazu sagen. Und da ist ein bisschen, diese Opfer und Täterrolle vertauscht worden. Das finde ich auch einen ganz spannenden Aspekt aber hat jetzt nichts mit dem Thema KI eigentlich zu tun. man sieht schon, dass das...
**Eliot Mannoia:** Ein ganz menschliches thema das ist und ich glaube was ich oft sage ist wir brauchen einfach psychologisch gesündere Menschen in der Gesellschaft das würde viele Probleme lösen ja nicht nur die emotionalen Intelligenz aber wirklich einfach psychologisch gesündere Menschen denn die Technologie ist nur ein Enabler und jetzt nicht Schuld an der Sache, aber wenn Menschen so eine Wut haben oder so eine Frustration dass sie dann in diversen negativen Wegen ausarten, das sollte nicht sein.
KI Systeme
**Manuela Machner:** sind Werkzeuge, momentan zumindest, aber auf der anderen Seite ermöglichen sie natürlich Dinge, die plötzlich einfacher funktionieren. Und ich glaube schon auch, dass auch KI-Systeme aufgrund dessen wie sie reagieren und mit uns als Menschen interagieren,
Einfluss auf unsere Persönlichkeit haben können.
Also es kann ja positiv sein. Ich sage ganz ehrlich, wenn Chat GPT immer sagt und mich lobt, vielleicht kopiere ich das Verhalten
ja auch und sage, mei, der sagt immer, wie toll ich bin und wenn meine Tochter irgendwas macht, sage ich ihr auch, wie toll sie ist. Weil ich das irgendwo ständig selbst höre. Und das muss man sagen, wir Menschen lernen sehr sehr stark durch Nachahmung und durch Vorbilder.
Und das kann uns schon die Persönlichkeit beeinflussen. Auf der anderen Seite erlebe schon selbst auch, dass ich sicher ungeduldiger geworden bin durch KI-Systeme weil ich mir Antworten sofort erwarte, weil ich... Für mich ist es total schwierig ist etwas zu suchen. Also ich google ja nicht mehr. Also für mich existiert google defacto nicht mehr. Ich gehe nicht auf drei Websiten. Das interessiert mich nicht.
Ich will eine Antwort und dann überprüfe ich vielleicht auf der Quelle diese
eine Antwort, aber alleine solche
Geschichten. Ich mag nicht mehr elendig lange E-Mails lesen oder Texterklärungen lesen Das interessiert mich überhaupt nicht mehr. Also es hat sicher meine Ungeduld noch gefördert.
**Eliot Mannoia:** Ich meine, in der Digitalisierung an sich sage ich auch oft, dadurch, dass wir einfach nicht mehr diese Abhängigkeit aufeinander haben. Ich brauche nicht den Schmied für Werkzeuge oder den Bäcker für Essen oder den Bauern für Lebensmittel oder wie auch immer. Das sind wir auch, wenn man uns Online-Dating anschaut.
Also wir sind früher, ja, früher mussten wir raus, bei schlecht, gut Wetter, egal, um Leute zu treffen. Wir mussten ins Wirtshaus für Entertainment. Jetzt haben wir Netflix. Ja, das lokale Wirtshaus ist nicht mehr so wichtig, wenn ich mein Netflix habe zu Hause oder mit Online-Dating muss ich auch nicht raus, wo ich vielleicht Rejection bekomme, also Ablehnung von diversen Personen, sondern ich swipe mal auf der Couch und wenn mich, weiß nicht, 50 Personen ablehnen, ist es ja okay, weil die 51.,
ich bin ja eh auf der Couch und es ist gemütlich. Also es ist die Bereitschaft Scheitern zu können, die Bereitschaft für Ablehnung, die Resilienz, wie du auch meinst die Geduld, die sozialen Fähigkeiten Ich finde auch, zum Beispiel bei den Jugendlichen, dass sie sehr gerne schreiben. Telefonieren ist schon nicht mehr so okay, weil in einer Echtzeit-Konversation muss ich in Echtzeit mitdenken Aber wenn ich schreibe kann ich...
Mir Zeit lassen, ich kann später antworten ich kann Google nachfragen, ich kann ein Meme schicken vielleicht oder ich kann einfach mit einem Emoji antworten und ja, ich glaube, da verändert sich sehr viel eigentlich.
**Manuela Machner:** Ja, ich muss nicht in Echtzeit reagieren, ich glaube nicht, dass man irgendwas nachschaut. glaube, die Jungen haben nicht das Thema, dass sie Angst haben, Also schon eine falsche Antwort, aber nicht eine sachlich falsche Antwort, sondern ich glaube, dass es da stark darum geht, was kann der gemeint haben? Ich merke schon auch, dass dieses Overthinking, da oft eine Rolle spielt. Die hat mir das geschrieben, was könnte das bedeuten.
Und man muss schon sagen, wenn man, und ich weiß nicht, ob dir das nicht auch so geht, wenn man etwas schreibt ist es ja oft viel schwieriger es wirklich so zu vermitteln wie du es meinst. Ich bin auch eher der Schreiber, muss ich sagen, also ich schreibe lieber Mail, als ich anrufe aber ich habe gelernt für mich selbst, dass Anrufen oft der bessere Weg ist, weil einfach so viel Interpretationsspielraum in dem geschriebenen Text drinnen steht.
Und auch wenn der Kunde mir eine Anfrage schickt und sagt, ich hätte gern dieses oder jenes, rufe ich zurück an,
und hinterfrage das noch einmal weil ich dann einfach merke, okay, zwischen dem, was er jetzt geschrieben hat und dem, was er gemeint hat, ist oft eine Differenz.
**Eliot Mannoia:** man sagt ja, Kommunikation ist 80% nonverbal und allein auch im Telefon können Sachen missverstanden werden.
Wobei die Jungen
**Manuela Machner:** dem wieder entgehen mit den Sprachnachrichten. Also die hören die Sprachnachrichten, über die Sprachnachrichten kriegen sie die Intonierungen mit, haben aber genug Zeit, um darauf zu reagieren und sich das anzuhören. Also ich bin überhaupt kein Sprachnachrichten-Fan, also wenn mir jemand eine Sprachnachricht
schickt. Übrigens Eliot, wenn man mir eine Sprachnachricht schickt, kann, der Elliot mag das manchmal auch ganz gern, Kann es passieren, dass ich einen halben Tag warte, mir das anzuhören weil ich mir dafür dann das Gefühl habe, die Zeit nehmen zu müssen? Eine Nachricht überfliege ich schnell einmal, aber eine Sprachnachricht da habe ich das Gefühl, da muss ich mit dem Gehirn mehr dabei sein. Also ist auch ganz spannend, oder? ich glaube, aber das, was du angesprochen hast ist ein Riesenfaktor. Dieses Thema, was macht es mit Themen wie Kritikfähigkeiten?
Was macht es mit Feedback-Kultur? Wie gehen wir damit um? Wenn KI-Systeme uns permanent sagen, wie toll wir sind, dann in der Realität die Chefin sagt, das war Mist, was du gemacht hast. Darf sie das dann noch sagen und wie ordne ich für mich Kritik dann noch ein?
**Eliot Mannoia:** Ja kommen wir zu diesem Thema Resilienz und als Gesellschaft der Resilienz von unserer Gesellschaft also ja Ich glaube nicht, dass sie jetzt vielleicht unbedingt die Persönlichkeit an sich verändern, da ist, ich glaube, es sind Attribute, die sehr stark verändert werden, wie Geduld und solche Sachen, aber ich glaube, die Im späteren Folge, also wir wissen ja, dass die Persönlichkeit sehr oft im jungen Alter schon wirklich sehr stark sehr viel geformt ist, oder mit sechs, sieben Jahren, acht Jahren.
Und dann natürlich, was die Kinder von den Eltern sehen, was du auch vorher angesprochen hast, dass wir lernen das sehr viel durch Beobachten und Imitation, also wir imitieren. Da kann sich die Persönlichkeit dann schon auch sehr stark prägen lassen von unseren, wie sagt man, Role Models, also wenn unsere Eltern...
Wie sie uns ihr Leben vorleben.
**Manuela Machner:** Ja, also es gibt ja Studien, die sich damit beschäftigen und die besagen ja, dass diese Grundstrukturen also diese Grundpersönlichkeitsmerkmalen aus momentaner Sicht sie jetzt noch nicht verschieben. Also das ist ja das, was wir vorher gesagt haben, also wenn du dich in der virtuellen Welt so benimmst, dann liegt das an deiner Grundpersönlichkeit, die du einfach hast oder nicht hast, ja, und die Frage ist ja nur, kommt sie heraus, oder war
sie im Verborgenen, oder
lassen wir sie zu, diese zu erkennen.
**Eliot Mannoia:** Die verschiedenen Personas sie manifestieren sich verschieden je nach Zeit, online, offline, auch wenn man nicht gegessen hat. Manche Leute werden hungry, also wenn man hungrig ist.
**Manuela Machner:** gibt es ja eigene Werbesendungen, also wer nicht so Diva oder wie das heißt. Aber ich glaube, dass das auch diese Grundpersönlichkeiten immer hat, einen Einfluss darauf hat, wie wir KI nutzen. Also wenn du hernimmst diese Offenheit zum Beispiel. Es ist ja auch eine Grundpersönlichkeitsstruktur, wie offen geht man auf Dinge zu oder wie offen ist man als Persönlichkeit. macht natürlich dann auch den Unterschied aus, wie geht man mit den Systemen um. Oder wie gewissenhaft ist man, wie strukturiert ist man. Und das spiegelt sich dann einfach sagen wir so.
**Eliot Mannoia:** Ja, wie neurotisch man ist oder wie offen.
**Manuela Machner:** Genau. Wobei ich kann mir gut vorstellen, wenn man neurotisch ist oder sehr nervös ist oder sehr gestresster Typ ist, das verstärkt also ich glaube schon, dass KI-Systeme diese Dinge verstärken können. Wenn man ein gestresster Typ ist und man nimmt dann noch die KI-Systeme her, die einen dann noch mehr stressen Ich glaube, dann kann
man schon in diesem Rad drinnen landen.
Glaubst du nicht?
**Eliot Mannoia:** Ja es wäre spannend eine Studie dazu zu machen mal ob sie Persönlichkeitsmuster verstärken ja Ich glaube, wenn man gezielt versucht, an sich zu arbeiten, dann kann die KI auch als Werkzeug dazu dienen, vielleicht Muster oder bestimmte Sachen zu reduzieren, wenn man es wirklich gezielt nutzt. Aber wenn man es unbewusst nutzt und man ist vielleicht sehr stressig und neurotisch und man nutzt es in diesem Wahn, dann kann das vielleicht noch über den Wahn fördern.
**Manuela Machner:** noch gestresster, gell? Ich bin ja vielleicht nicht neurotisch aber als gestresster Typ bist du dann noch gestresster aber das geht eh so schnell und das muss auch schneller gehen.
**Eliot Mannoia:** Ja das ist die Geduld wieder, oder? Also ich würde dich jetzt nicht als gestester Mensch empfinden.
**Manuela Machner:** Das würde vielleicht nicht jeder so unterstreichen. Ich bin schon sehr gestresst also ich bin schon jemand, der immer unter Strom steht, das schon. Ich kann aber sehr gut im hier und jetzt sein. Also so wie jetzt bin ich nur hier oder wenn ich mit Menschen spreche bin ich nur in dem Moment das geht gut, aber sobald ich aus der sozialen Interaktion gehe, bin
Ich auf Turbo. Irgendwer hat einmal zu mir gesagt, du bist wie ein Duracell-Hasel. Ich weiß nur nicht, wer wann bei dir die Batterien tauscht. Du wirst das nicht kennen, Duracell, oder?
**Eliot Mannoia:** Oh ja, ich kenne die Werbung noch, sicher. Ja das
**Manuela Machner:** Und so bin ich, wenn ich abseits von sozialen Interaktionen bin, dann bin ich auch immer so wie ein Duracell Hase.
**Eliot Mannoia:** Ist ja Energie. Energie finde ich Positives.
**Manuela Machner:** Ja, nein, ich möchte es gar nicht werten. Ich glaube, es gibt alle Faktoren zu viel und zu wenig. Also, ich habe ein Riesenthema mit Menschen, die keine Energie haben. Also, damit tue ich mich immer extrem schwer. Also, die so latschert sind und nichts kann. Und meine Dialektbegrifflichkeiten.
**Eliot Mannoia:** Also dann antworte ich mit dieser Frage. Glaubst du dass du Verschiedene persönlichkeits ausprägungen hast online echte welt versus KI oder bist du online gleich tik tok gleich KI gleich
**Manuela Machner:** Also ich glaube, ich bin gleich, insofern dass ich ein eher extrovertiert auftretender Mensch bin. Das glaube ich. Ich bin ja auf allen Ebenen ich bin, glaube ich authentisch und ich bin sehr offen und ehrlich. Nein, ich glaube das trifft es schon. Ich bin genauso wie ich jetzt im Call bin bin ich wenn ich mit jemandem rede. Da bin ich glaube ich sehr authentisch bin. Ich glaube, dass ich in Wirklichkeit viel überlegter bin, als die Leute glauben. Also ich bin sicher sehr kopfgesteuert in vielerlei Hinsicht auch wenn ich sehr, wie soll man sagen, spontan wirke. Meine Kopfsteuerung funktioniert nur sehr schnell. Also sage ich das, sage ich das nicht, es ist ein sehr, sehr schneller Prozess in meinem Gehirn aber ich bin sehr Kopfgesteuert, ob ich was tue oder nicht und wirke aber sehr spontan
Und das weiß ich auch, dass die Außenwirkung so ist, aber es ist sehr kopfgesteuert und auch bewusst gemacht.
Also ich mache selten was völlig unbewusst
**Eliot Mannoia:** Ja so hätte ich dich auch eingeschätzt.
**Manuela Machner:** Ja, aber es stimmt schon, ich glaube, mein virtuelles Wesen und mein... Aber es ist auch eine aktive Entscheidung dazu, das muss ich auch sagen. Also eben wieder kopfgesteuert es ist schon meine aktive
Entscheidung so zu sein wie ich bin, ob das jetzt ein Tik Tok Video ist,
oder wie auch immer. weiß, ich könnte mich aber auch dagegen entscheiden. Ich weiß, dass ich mich hinstellen könnte und auch anders agieren könnte, was nicht mir entsprechen würde. Das würde gehen, das weiß ich. Aber es ist eine aktive Entscheidung zu sagen, ich trete so auf, wie ich tatsächlich bin. Aber es ist jetzt nicht dem Zufall überlassen.
Also in meinem Fall jetzt.
**Eliot Mannoia:** Ja spannend.
**Manuela Machner:** Und du umgekehrt jetzt die frage zurück also du sagst jetzt von dir selbst eigentlich dass du ja nicht so gern der showman bist oder zumindest habe ich es interpretiert oder also so mit selfies selber so wie ich es manchmal mache hallo und übrigens tiktok spricht jetzt nicht so deiner Geschichte.
**Eliot Mannoia:** also privat auf social media bin ich eigentlich fast nicht mehr unter unterwegs war ich war früher auf instagram aber auch da habe ich eher Bilder von Locations, also mich hat Fotografie interessiert mich auch noch, aber ich mache es jetzt weniger, aber ich habe fotografiert, mich sehr fasziniert und ich habe da so eher Fotos gemacht von Locations Also ich habe eigentlich...
Nie Selfies von mir. Aber auf LinkedIn, wegen der Selbstständigkeit und der Algorithmus bevorzugt echte Menschen und nicht nur Gebäuden, bin ich da out of my comfort zone und mache es auch.
Da lerne ich neue Seiten von mir kennen, wo ich mir denke, warum nicht? Man soll ja auch ein bisschen irgendwie Ich arbeite oft auch an Selbstbewusstsein und denke mir so, ja, warum nicht stolz sein, wo du gerade bist und was du gerade machst und die, die ich kennen, wissen eh, dass du bescheiden bist und dass du jetzt da nicht, ja, also es funktioniert und das ist, habe ich wieder viel über mich gelernt. Und
Komme damit eigentlich sehr gut klar. Und was ich auch spannend fand, auf der Uni, wo ich unterrichte, haben sich einige den Podcast angehört. Die gemeint ich komme sehr anders rüber im Podcast als im echten Leben. Ich habe keine Ahnung wie oder wo.
**Manuela Machner:** Aber du hast mir nicht erklärt lassen, was so anders ist. Ich sage es euch Leute, jetzt habe ich hier die volle Panik weil ich kenne Eliot ja auch nur als Podcast-Partner. Also wie bist du dann in echt?
**Eliot Mannoia:** Ich weiß nicht, also ich glaube, ich bin so wie ich bin, aber vielleicht bin ich ein bisschen zurückhaltender online, es ist auch für mich, Deutsch ist halt nicht meine Muttersprache, das ist für mich immer so etwas, was ein bisschen mitschwingt dass... Ja, dass ich da einfach, ich glaube, dieses Überlegen wie bei dir, dass das Überlegen schnell geht, geht bei mir eher im Englischen.
Und im Deutschen ist es halt Millisekunde länger oder wie auch immer. Keine Ahnung.
**Manuela Machner:** Ja, das macht sicher einen Faktor aus. Also ich habe ja gesagt das letzte Mal habe ich irgendein Video von dir gesehen auf Englisch und das war für mich auch eine völlige Challenge, weil es natürlich eine ganz andere Wirkung plötzlich ist, also vielmehr das selbstbewusste Auftreten nach außen. Also ich glaube, auch die Sprachthematik ist da natürlich ein Thema.
**Eliot Mannoia:** Ja.
**Manuela Machner:** ich glaube, das macht schon etwas aus. Ja, es fordert uns schon auch, also dieses, so wie du sagst jetzt aus der Comfort-Zone herauszugehen, das jetzt in der digitalen Welt ist, weil das ist ja eine digitale Selbstdarstellung, dass wir auf LinkedIn halt präsentieren, was wir machen, was wir tun, was wir sind und das macht schon auch was mit einem, also auch das Feedback, also ich glaube dass Also ich muss gestehen wenn ich da TikTok-Feedback kriege, was halt nicht immer positiv ist, was auch gut ist so, Da muss ich aufpassen, dass ich nicht sofort in diese Rechtfertigungsschiene falle weil ich muss mich nicht bei
jedem und für alles rechtfertigen was ich sage und was ich tue. Und das ist eine bewusste Entscheidung.
**Eliot Mannoia:** Aber du machst das super, muss ich sagen, mit Comfort Zone, weil was du alles auf YouTube Shorts auf TikTok machst, du hast vor kurzem vor 200 Leuten in Englisch, was auch nicht deine Muttersprache ist, eine Keynote gehalten, die super war, also das machst du auch, das finde ich super.
**Manuela Machner:** Ja, aber das ist Komfortzone verlassen, unabhängig jetzt von KI-Systemen, ist glaube ich schon ein wichtiger Faktor und ich glaube, dass wir auch aufhören müssen uns in der Persönlichkeitsentwicklung einerseits für alles zu rechtfertigen und auch uns immer zurückzunehmen. Also ich glaube, das sind eben diese Persönlichkeitsthematiken. Wie du gesagt hast, ja, du kannst stolz sein, ja, warum, also im deutschsprachigen Raum neigt man sowieso ein bisschen dazu Selbstlob stinkt heißt es ja bei uns und irgendwie habe ich dann angefangen für mich selbst zu sagen, Selbstlob stimmt weil vor lauter uns selbst zurücknehmen, tun wir uns selbst unter den Scheffel stellen und machen es uns selbst eigentlich schwerer. Das sind aber eher psychologische Faktoren wo die KI Systeme unterstützen ja auch die starken Leute. Also
die Algorithmen du siehst ja auch, wenn sie ausspielen und gerade die Social Media sind ja Paradebeispiele eigentlich, was wird supported. Und es wird sehr stark supported. Dinge die anderen Menschen triggern. Wir machen uns oft so viele Gedanken bei Content-Geschichten, welche sachlichen Contents bringen wir rüber und in Wirklichkeit ist es ganz, ganz selten tatsächlich der Sach-Content Außer in irgendwelchen Nischenthemen, aber sehr, sehr oft ist es, wie kommst du als Mensch an, und das zeigen die KI-Systeme dir auch, ja, also auf TikTok hat es jetzt eine Zeit gegeben, da haben die Leute am Anfang geweint weil sie ihre... Produkte nicht verkaufen oder die Mutter halt sich selbstständig gemacht hat und das Produkt nicht verkauft. Das war so ein Trigger für die Leute, länger auf dem Video zu bleiben, weil du kannst Geld verdienen damit, wenn du viel Interaktion und viel Zeit auf, wenn Leute viel Zeit auf deinen Videos verbringen.
Und was bewirkt das? Also du siehst so ein Kurzvideo und am Anfang weint jemand oder ist verzweifelt oder hat irgendeine Emotion. Und dann bleibst du dort einerseits triggert es dich auf der anderen Seite hast du Mitleid oder Neugierde also irgendwelche Emotionen werden bei dir getriggert und dadurch bleibst du drauf und das fand ich schon ganz spannend weil da einfach da sieht man auch wieder wie die algorithmen arbeiten die super Sachen sind super ausgespielt worden weil die menschen halt darauf reagiert haben auf diese Emotionen und auf diese Aktionen. Und das
macht schon, passt man sich dem dann auch an und sagt, ich mache auch irgendwelche Geschichten nur deswegen, damit ich da hier... mehr Zugriffszahlen bekomme. Ich folge einem wirklich coolen Unternehmer aus Deutschland, der ist sehr kontroversiell unterwegs, also der ist sehr provokant unterwegs, Richtung Mitarbeitergeschichten und so. Und der hat auch gestern oder vorgestern ein Video gemacht und gesagt, den Fehler, den ihr alle macht, ihr wollt alle nett sein und Meinungen vertreten die alle vertreten ihr müsst provozieren, ihr müsst eine Gegenstellung einnehmen. Und dann habe ich mir gedacht und auch dazu kommentiert das musst du aber auch wollen. Also Dinge nur deswegen zu machen, dass der Algorithmus dich besser ausspielt, weil du halt provuzierst und Leute dir drunter schreiben, dass du ein Depp bist, muss ja auch wieder in deine Persönlichkeitsstruktur passen.
**Eliot Mannoia:** aber ich bin wirklich fest davon überzeugt dass die größte Sucht der Gesellschaft die Aufmerksamkeit ist. Und alle wollen Aufmerksamkeit, ob das jetzt auf Social Media ist oder das tolle Auto oder die Uhr, die was auch immer. Und deswegen ist es ihnen oft wurscht was für Kommentare dann unten stehen.
Hauptsache sie polarisieren und bekommen die Aufmerksamkeit. Im Grunde genommen sind sie vielleicht eh auch in der Mitte und haben nicht so eine Wut entweder
auf dieser Seite oder auf dieser Seite. Aber sie tun nur so wegen der Aufmerksamkeit. Und das ist irgendwie verzerrtes Bild, weil da gibt es auch Studien dazu, dass es eigentlich die Extremen sind, auch in der Minderheit eigentlich.
Es wird nur mehr gezeigt. Aber die Moderaten, also viele, die nur beobachten, es gibt viele, die
Die
**Manuela Machner:** fallen nicht auf, weil sienicht sichtbar sind.
**Eliot Mannoia:** Genau, 80% schauen auf Social Media, 20% posten oder so, dieses Pravitos Law oder wie auch immer, die genauen Zahlen habe ich jetzt nicht im Kopf. Also das war jetzt nur eine Schätzung, ja.
**Manuela Machner:** Ja, also hat KI uns verändert, wenn man es jetzt zusammenfassen würde? Ne, Die Persönlichkeit wahrscheinlich nicht. Wie wir uns vielleicht nach außen trauen, oder unsere Comfort Zone verändern durchaus aber nicht nur durch KI sondern das digitale Umfeld. Auf der anderen Seite verstärken natürlich diese ganzen Systeme das, wie wir sind, oder kann verstärken wie wir uns geben oder wie wir uns zeigen und wie wir sind.
**Eliot Mannoia:** Und
**Manuela Machner:** ich habe es ganz spannend jetzt gefunden zum Abschluss deine Aussage dass du sagst einer der größten Süchte ist die Sucht nach Aufmerksamkeit Das machen gerade diese ganzen Social-Media-Kanäle verstärkend dass diese Algorithmen, das liegt auch der Erfolg dahinter, dass man sagt, man hat diese, wenn wir es in der realen Welt schon nicht mehr haben, dann in der digitalen Welt, die digitale Welt ist da aber auch momentan ja noch sehr getrennt zu betrachten, es ist zwar unser Alltag aber Wie soll man sagen, nicht im Hier und Jetzt immer angekommen deswegen gibt es durchaus auch dort den Freiraum dass Menschen in der digitalen Welt, sich anders geben, sich anders zeigen, anders auftreten, weniger Hemmungen haben, sich auch zu positionieren in gewisse Richtungen. Positive wie
negative.
Und die Frage ist ob man das nicht in seiner Persönlichkeitsstruktur hat, wenn man das schon macht. Und ob KI auch diese Dinge unterstützen kann. Ich glaube, und das sieht man an der heutigen Diskussion, dass es diese
Trennung de facto, digitales leben, echtes Leben gar nicht gibt, sondern, dass die Dinge miteinander verschmelzen. Und wahrscheinlich werden wir das in massiver Art und Weise in den nächsten Jahren noch viel stärker erleben, weil die digitale Welt in unserer Welt viel stärker noch implementiert sein wird. Da werden wir noch viele spannende Themen dazu haben und schauen wir mal, ob unsere Persönlichkeit sich noch verändert. Wir hoffen ihr bleibt alle live dabei. Mit viel positiven Input und Vibes. Und wir
hören und sehen euch. Alles Liebe.