#73 KI zur Selbstoptimierung

KI wird zunehmend zur Selbstoptimierung genutzt. Manuela Machner und Eliot Mannoia diskutieren Chancen und Risiken dieser Entwicklung.

FAQ: KI zur Selbstoptimierung

Was hat die Harvard-Studie 2025 über KI-Nutzung herausgefunden?

Laut einer Studie im Harvard Business Review haben sich die Top-Use-Cases von KI verschoben: Statt Ideengenerierung und Content-Erstellung stehen 2025 Therapie, Organizing my life und Finding Purpose an der Spitze. Eliot Mannoia sieht das als Spiegel der Gesellschaft.

Eliot Mannoia

Was verrät ChatGPT über dich, was du selbst nicht weißt?

Manuela Machner hat ChatGPT gefragt: "Was weißt du über mich, was ich selbst nicht weiß?" Das Ergebnis hat die Realität gut getroffen. Kritikpunkt: zu wenig soziale Kontakte außerhalb der Arbeit. KI erkennt Muster aus der Art, wie wir kommunizieren, nicht nur aus dem Inhalt.

Manuela Machner

Wie funktioniert ein Custom GPT zur Tagesplanung?

Manuela Machner hat sich ein Custom GPT gebaut, das Bewegung, Auszeit und Pausen rund um ihre Termine einplant. Das Tool funktioniert technisch einwandfrei. Das Problem: Man muss es dann auch wirklich nutzen. Die Umsetzung bleibt beim Menschen.

Manuela Machner

Wo steckt die Gesellschaft laut Maslow-Pyramide fest?

Eliot Mannoia erklärt: Physiologische Grundbedürfnisse und Sicherheit sind im Westen erfüllt. Als Gesellschaft stecken wir zwischen Esteem Needs (Anerkennung) und Selbstverwirklichung fest. Maslow hat später noch Transzendenz ergänzt: Es geht nicht nur um dich, sondern auch um die Gemeinschaft.

Eliot Mannoia

Warum ist blindes Folgen von KI-Ratschlägen gefährlich?

KI-Systeme geben oft nur positives Feedback. Wer nicht kritisch promptet, hört nur, was er hören möchte. Manuela Machner und Eliot Mannoia warnen: Selbstoptimierung mit KI ist sinnvoll als Sparring-Partner, aber nicht als Guru, dem man blindlings folgt.

Manuela Machner

Transkript

Mind/Machine. Emotionale Intelligenz trifft künstliche Intelligenz. Ein Podcast mit Eliot Mannoia und Manuela Machner.

**Manuela Machner:** Herzlich Willkommen zur neuen Folge von Mind/Machine. Ich bin Manuela Machner, Beraterin für KI im Tourismus. Und heute reden wir über die Tatsache, dass offensichtlich immer mehr Menschen KI Systeme nehmen, um sich selbst zu optimieren. Also gar nicht für die Arbeit, sondern für ihre persönliche Selbstfindung.

**Eliot Mannoia:** Ja, mein Name ist Eliot Mannoia, digitaler Psychologe und in diesen kurzen Podcast-Forums wollen wir euch Gedankenanstöße geben und euch inspirieren und einfach mal verschiedene KI- und menschliche Themen erzählen. Wie, Manuela, ich weiß ja, du bist ja eine richtige Power-Userin von diversen KI-Tools und ich weiß nicht, wie viele Subscriptions du hast zu wie vielen Tools.

**Manuela Machner:** Ich auch nicht.

**Eliot Mannoia:** Wahnsinn. Wie siehst du das Thema? Weil du bist ja auch als Selbstständige, nutzt ja auch sehr viele Tools und auch wenn es dann um deine, ja, weiß nicht, Purpose und Optimierungen geht. Ja

**Manuela Machner:** Naja, also ich glaube es sind zwei Themen der Optimierung, das Business-Optimierung, ich glaube da sind wir uns einig, da läuft sehr viel mit Hilfe von KI Systemen. Ich finde es so spannend, wir sind ja auf das Thema gekommen auf Grund einer Harvard Veröffentlichung und vor einem Jahr hat sich alles gedreht um Content-Erstellung von den Nutzverhalten und all diese Businessoptimierungen und jetzt scheint sich das Blatt zu wenden und die Leute sagen zumindest in den Befragungen, dass sie die KI unter anderem dafür nutzen ihre Zeit zu planen, ihre Freizeit auch zu planen und auch um ihren persönlichen purpose zu finden. Also die Sinnhaftigkeit ihres eigenen Lebens durch KI herzuleiten. Und ich gestehe dadurch, dass ich in meinem Leben nicht so viel Zeit habe, außer der Arbeit, habe ich jetzt diesen Fokus noch nicht so wirklich gefunden dabei. Wie ist dein Zugang? Als digitaler Psychologe hast du sowieso einen ganz anderen Zugang dazu.

**Eliot Mannoia:** Ja, also für mich ist es sehr verschmelzt, also für mich ist die Arbeit, ist so gesagt sehr stark mein Purpose und mein Leben und für mich. Mich fasziniert halt wirklich, wie die Technologie uns Menschen beeinflusst und diesen Impact, den es hat. Und da nutze ich schon auch die KI vermehrt um auch privat und beruflich zu optimieren, aber jetzt eher so in Bezug auf... Nicht nur performance, sondern einfach um blinde Flecken aufzudecken, diese Confirmation bias also man findet das, was man denkt und sucht, oder finden möchte und da einfach mal ein bisschen eine Objektivität reinzubringen, das finde ich als Selbstständiger sehr spannend, also ob das jetzt auch im Privat oder beruflich.

Für mich überschneiden sich diese Grenzen sehr stark. Aber ja, es ist schon ziemlich mächtig was alles machbar ist. Besonders auch vielleicht zum Transkribieren von Meetings, wo man dann nicht nur die Notizen bekommt, aber man kann auch fragen, gibt es da blinde Flecken oder wie ist mein Kommunikationsstil?

Also das ist schon sehr spannend.

**Manuela Machner:** Ja, da hat es ja auch diese Challenges gegeben bei Chat GPT, gibt es immer wieder so Challenges, das war so, wie man diese Puppen gemacht hat, die 3D-Puppen, man hat ja auch, also es gibt diese Frage die eine Zeit lang kursiert ist, was weißt du über mich, was ich selbst nicht von mir weiß, also diese sozusagen, auf Grund der Art, wie ich mit der KI kommuniziere, lernt das KI System uns sehr gut kennen. Ihr braucht jetzt nicht, es geht da gar nicht so sehr um das Thema, was Inhaltlich was erzähle ich da alles, sondern einfach, wie gehe ich um, bin ich eine direkte Kommunikatorin, also ich bin relativ strukturiert, wenn ich prompte, oder wenn ich überhaupt kommuniziere mit dem KI System sehr business-orientiert, und das ist dann schon spannend, was herauskommt, also ich war mir zuerst nicht sicher, ob ich das überhaupt wissen will, was Chat GPT über mich weiß.

Ähm, in Wirklichkeit hat es schon die Realität gut getroffen. Bei mir war halt dann der Kritikpunkt der, dass ich zu wenig soziale Kontakte außerhalb der Arbeit habe. Für jeden der mich kennt, der sagt ist eh klar.

Aber, dass das die KI auch weiß, war schon heftig.

**Eliot Mannoia:** Es gibt ein neues, wo man sagt, ich möchte mehr über mich erfahren, bitte stell mir 10 Fragen über Wertesysteme und gib mir dann eine Analyse. Also ich schicke es dir dann weiter. Aber es gibt ein neues, was auch ziemlich faszinierend ist.

Vielleicht schreiben wir das dann auch unten in den Podcast rein, falls ihr solche Selbstfindungsgeschichten mit dem KI-System eures Vertrauens machen wollt.

**Manuela Machner:** Weil das muss man schon sagen, man gibt ja auch sehr viel Preis, wenn man solche Fragen dann beantwortet. Und ich finde das ja ganz lustig weil es oft diese Bedenken gibt, will ich das ja überhaupt?

Und ich glaube, das muss auch jeder für sich selbst da beantworten Definieren, wie weit er sich auch einem Computer öffnen will. Weil ich erlebe halt schon, dass viele auch offener sind dem Computer gegenüber, weil der Computer nicht bewertet, in dem Sinn. Im Gegenteil, Chat GPT sagt immer, wie super du bist. Dass das ja alles eigentlich gut ist und gibt da halt dann Input, was du besser machen solltest. Das Thema ist aber noch immer das. Egal wie gut die KI euch kennt und euch Tipps gibt, machen müsst ihr es dann trotzdem.

**Eliot Mannoia:** Die Umsetzung müssen wir noch selber machen, aber ich glaube, um da vielleicht ein bisschen tiefer zu gehen, ich glaube es ist nicht nur die, was möchte ich einem Computer zählen, Wer ist hinter diesem Computer? Ob das jetzt OpenAI ist, also ob das ein amerikanisches Großkonzern ist oder ein europäisches Konzern, also das auch mit, obwohl ich glaube, die Datenmengen sind so groß, dass wenn jetzt eine KI weiß, dass ich gern, weiß nicht, wurscht wenn man am Samstag ist, glaube ich nicht, dass das, ja, so problematisch ist.

Da könnte man jetzt in ein anderes Thema gehen, weil dann haben wir jetzt das Manipulationsthema Und dass es ja Grundsettings gibt in allen diesen Systemen von ihren eigenen ethischen Grundeinstellungen her. Und da jetzt, ich habe im Pro-Account von Chat CPT die ersten Shopping-Empfehlungen jetzt schon bekommen. Das heißt, ich kann direkt in Chat CPT irgendwas bestellen. Also in Wirklichkeit gehe ich dann auf Amazon, Ebay , Deichmann, diese großen Geschichten. Das heißt natürlich, umso besser mich die KI kennt, umso eher wird sie mir dann auch die Shopping-Möglichkeiten wieder vorschlagen, also ganz so ist es ja nicht.

**Eliot Mannoia:** Ja und deswegen, es sind die Unternehmen hinter die Maschinen. Das ist glaube ich, was uns auch wirklich bewusst sein muss. Es ist nicht nur ein Computer. Es ist wirklich, welches Unternehmen, welche Werte stehen dahinter. Und besonders, wenn etwas kostenlos ist.

**Manuela Machner:** Es wird im Normalfall kein Mensch mehr auf unsere Daten schauen, sondern es sind Algorithmen. Und die Algorithmen ziehen ihre Schlussfolgerungen. So wie auf der Straße, wenn man jemandem begegnet, die Person dich einschätzt scannt und einen ersten Eindruck hat, macht das das KI System, macht das nur ein bisschen besser als wir Menschen.

Wobei es ja spannend wäre, KI-Systeme schätzen dann ein, bist du ein Massenmörder oder irgendwas. Also, wahrscheinlich gibt es schon psychologische Faktoren, die das definieren könnten. Auf Grund deiner Vorstellungen oder Antworten. Aber eigentlich, wir wollen ja selbst optimieren, also nicht böse Dinge machen. Also, ich habe es ja einmal probiert. Ich habe mir gedacht, ich hatte so... Ich durfte heuer drei Wochen Auszeit nehmen, ich war auf Reha und dann habe ich sozusagen das erste Mal wieder gespürt was es heißt, ohne permanent zu arbeiten, zu leben.

**Eliot Mannoia:** Du hast eh gearbeitet, oder?

**Manuela Machner:** Ja klar, aber nicht permanent, weil ich hatte einen Stundenplan, Urlaub mit Stundenplan, so habe ich das Gefühl gehabt, weil ich Therapien hatte und so Geschichten und ich habe jede Pause zum Arbeiten genutzt, mehr oder weniger, aber es war super, weil ich einen Stundenplan wo ich auch andere Dinge drinnen stehen hatte als arbeiten. Und dann habe ich gedacht, ich optimiere mich und habe mir ein custom GPT geschrieben, das folgendes machen würde, wenn ich es nutzen würde, da sind wir wieder bei dem Umsetzen.

Ich habe gesagt, er soll mir so einen Stundenplan erstellen. Ich gebe ein, wie meine Termine an dem Tag sind oder sage halt, was für einen Termin ich habe. er soll mir aber rund um diesen Tagesablauf auch Stundenpläne erstellen für Bewegung, für ein bisschen Auszeit, für ein bisschen, also alles andere als Arbeiten halt. Das GPT funktioniert super.

**Eliot Mannoia:** Ja.

**Manuela Machner:** Nutzen muss man es halt. Also der Ansatz der Selbstoptimierung war ja da, dass man sagt, okay, jetzt bräuchte ich jetzt den nächsten Schritt. Siehst du, ich muss mir noch eine Automatisierung oder einen Agent überlegen. Vielleicht geht es mit einem Agent, der dann plötzlich einen Computer ausschaltet und sagt, so, eine Stunde lang ist der Computer deaktiviert du gehst jetzt raus

**Eliot Mannoia:** Aber wenn du dann eine Deadline hast, dann fängst du richtig zum Schwitzen an, wenn das plötzlich... Ja, also das weiß ich nicht, aber der Punkt fehlt noch, also dieser Tritt in den Hintern.

**Manuela Machner:** die Systeme sind halt wirklich gut, indem sie uns auf Sachen hinweisen, aber wir müssen es dann wirklich noch machen.

**Eliot Mannoia:** Aber was ich ganz spannend finde, wenn ich Gespräche habe, gerade mit jungen Leuten, die nutzen aus meiner Sicht viel, viel mehr im privaten Kontext auch diese Sachen. Also zum Thema Ernährung und in Bezug auf die Haut, Sportprogramme, Trainingsprogramme erarbeiten und so weiter. Da geht schon ganz, ganz viel. Also da nicht nur in diesem Business-Kontext, sondern auch wirklich. Zu sagen, ich brauche jetzt einen Trainingsplan. Also da keine ganz viele, die übrigens sich Trainingscoachen lassen zum Thema, mit von Chat GPT oder anderen Programmen.

**Manuela Machner:** Ja, ich finde es auch praktisch manchmal so für Sparring Ideen also wenn ich mir Perspektiven zwischen der Familie, also Sachen überlegen möchte, einfach von einer anderen Perspektive, ich habe meine eigene Wahrnehmung, aber dann, wenn ich zum Beispiel sage, okay, Chat GPT, meine Mutter, mein Bruder und so, und es geht um folgendes Thema, wie würdest du das vielleicht betrachten? Und einfach dieses, so gesagt, nicht jetzt richtige Empathie aber zumindest ein Verständnis zeigend Ja, also der Computer tut halt so. Also es ist natürlich eine Empathie, aber sie kann sich hineinversetzen so gesagt. Auch wenn es jetzt nur systematisch ist. Aber man kann sagen, okay, ja, die Person könnte das Thema vielleicht von dieser Perspektive sehen oder von dieser Seite. Und das finde ich sehr spannend.

Also einfach ein bisschen über seinen eigenen Tellerrand zu schauen und ein paar neue Impulse zu bekommen. Das finde ich auch sehr wertvoll immer. Ja.

**Eliot Mannoia:** Familienaufstellung könntest ja sogar machen theoretisch also ich weiß nicht ob das kennst, könnte man theoretisch

**Manuela Machner:** Ja, aber Familienaufstellungen geht es sehr stark auch um das Physische, also die Präsenz die Nähe ob die Person über dir steht und siehst du uns so oder so Stimmt, also man müsste das verschieben in echt. Das funktioniert vielleicht noch nicht so. Aber ja, es ist schon spannend. Aber ich habe es so spannend gefunden in dieser Studiengeschichte, wie es sich verändert hat. Also, dass wir vor einem Jahr eigentlich noch den primären Fokus gehabt haben im Bereich Ideengenerierung, was , 2024 die drei Themen waren. Ideeengenerierung, Therapie und Companionship, war schon vor einem Jahr Thema und Suche, also spezifische Suche und jetzt sind wir bei der Therapie, organizing my life. Das ist komplett neu, also das haben die Leute überhaupt noch nicht im Fokus gehabt. Finding purpose, das ist auch neu dazu gekommen. Das heißt, dass wir der KI, also das auch zutrauen, das muss man schon sagen, das hat schon was mit Vertrauen ins System zu tun.

Zu glauben, dass mir ein Computerprogramm helfen kann, mein Purpose zu finden, finde ich schon sehr vertrauensvoll, oder? Also ich weiß nicht, welche Menschen,...

**Eliot Mannoia:** ja aber ich glaube ich glaube es ist also ich hoffe dass die menschen es so gesagt nutzen um ihnen dass sie selber drauf kommen also Durch die Kommunikation meinst du? Genau, dass es einfach nur wie ein Sparring-Partner ist, in Bezug zu Organizing my Life oder Finding Purpose, also ein Sinn vom Leben, dass es eher dieses Gespräch ist und dass die Person hoffentlich selber drauf kommt oder dann am Ende sagt, das stimmt oder das nicht. Aber ich finde es ein Wahnsinn, also als Psychologe finde ich das ein wahnsinnig spannender Spiegel von der Gesellschaft, dass die drei meistgenutzten Aspekte, Therapie und Gemeinschaft, also Companionship, das Leben organisieren und dann das Dritte den Sinn zu entdecken finde ich schon sehr also da merkt man, was in der Gesellschaft wirklich gerade auch gebraucht wird vielleicht.

Wie siehst du das?

**Manuela Machner:** Aber ich finde es traurig, dass das eigentlich Dinge sind, wo man normalerweise... Unbedingt Menschen braucht. Ich sage organizing my life von mir aus, das ist für mich noch so Termin ausmachen vielleicht oder Dinge koordinieren oder Trainingspläne erstellen aber Sinn des Lebens finden das waren, also das war auch wenn du sagst es ist Kommunikation und ich lasse mich inspirieren das waren, also das sind ja Themen, da hat man bisher sehr tief vertraute Menschen gebraucht dafür.

[Transkript fortgesetzt...]

**Eliot Mannoia:** Macht es gut. Ciao.