#45 Wenn die KI für uns spricht!

KI übernimmt Kommunikationsaufgaben: Sie schreibt E-Mails, beantwortet Anfragen und spricht in unserem Namen. Manuela Machner und Eliot Mannoia über die Konsequenzen, wenn KI für uns kommuniziert.

FAQ: Wenn die KI für uns spricht

Was bedeutet es, wenn KI für uns spricht?

KI-generierte Texte, Stimmen und Avatare können in unserem Namen kommunizieren. Das eröffnet neue Möglichkeiten, wirft aber Fragen über Authentizität, Verantwortung und Manipulation auf.

Welche Chancen bietet KI als Kommunikationswerkzeug?

Sprachbarrieren überwinden, rund um die Uhr verfügbar sein und konsistente Kommunikation in großem Maßstab sind echte Vorteile. Besonders für Unternehmen mit internationalem Kundenstamm.

Wo sind die Grenzen von KI als Sprachrohr?

Wenn KI in unserem Namen spricht, ohne dass das transparent ist, entsteht Täuschung. Authentizität und Transparenz sind die Grundbedingungen für ethische KI-Kommunikation.

Transkript

Manuela Machner: Hallo, herzlich willkommen bei unserer neuen Folge von Mind/Machine, einem Podcast, der sich auseinandersetzt mit dem Thema künstliche Intelligenz. Ich bin Manuela Machner, spezialisiert auf KI und Tourismus.

Eliot Mannoia: Hi, ich bin der Eliot Mannoia, digitaler Psychologe, und Ziel unseres Podcasts ist es, euch zu inspirieren mit kurzen Gedankenanstößen.

Manuela Machner: Ja, und heute haben wir uns ein spezielles Thema überlegt, und zwar: Wenn die KI für dich spricht. Was meinen wir damit? Es gibt ja immer mehr die Möglichkeit, dass zum Beispiel auf Social-Media-Kanälen ihr selber gar nicht mehr antworten müsst. Das erledigt ein Bot für euch. Also der kommentiert die Beiträge von anderen, der gibt seinen Senf dazu und ihr wisst gar nicht mehr, wo ihr alles kommentiert habt.

Und wir wollen gern wissen: Was haltet ihr davon beziehungsweise was halten wir eigentlich davon, Eliot?

Eliot Mannoia: Ja, spannend. Also ich kann mich ja noch erinnern, vor, weiß nicht, 2007, acht, 19 mit Social Media, dass plötzlich jeder, nicht nur die Medien, sondern mit Social Media auch jeder eine Plattform hat, also eine Greta Thunberg oder wie auch immer.

Jeder konnte irgendwie Leute erreichen. Dann gab's Influencer, die dann mehr Leute erreichen konnten, auch durch einen sozialen Mediakanal. Und jetzt kann eine Person mit, weiß nicht, zehntausend Bots plötzlich noch mehr Personen eventuell erreichen oder einfach ein lauteres Mikrofon vielleicht, wenn man das so als Analogie beschreiben würde.

Also es ist schon ziemlich mächtig, was es dann auch für öffentliche Meinung und für Demokratie für Auswirkungen haben kann. Also natürlich auch das Kommentieren auf Social Media. Du hast es ja auch erwähnt, im Social-Media-Bereich ist es vielleicht ein bisschen harmloser noch, aber auch da.

Ich mein, bei dir ist es ja auch passiert. Was ist so deine Einstellung auf persönlicher Ebene?

Manuela Machner: Na ja, ich find's ganz witzig. Ich hab jemanden auf LinkedIn, der nutzt diesen Bot. Es gibt sicher mehrere, aber bei einem ist es sehr auffallend. Und bei dem ist es deswegen so auffallend, weil er, wenn er selbst kommentiert, eher kritisch kommentiert.

Also es ist kein Ja-Sager-Typus, der immer sagt: „Ja, super bist du", sondern der eigentlich immer durchaus skeptische Kommentare geschrieben hat. Manchmal nervig, aber es war immer spannend, weil du natürlich in der Kommunikation echten Input hattest. Also niemand, der dir immer nur auf die Schulter klopft.

Und plötzlich hat er alle meine Beiträge kommentiert mit: „Wow, super, unglaubliche Eindrücke." Aber immer passend zu dem, was ich gepostet habe. Also es war nicht so, dass es absurd war. Und immer, jeden Beitrag, den ich habe, der wird kommentiert. Und ich hab mir schon gedacht, da stimmt jetzt aber irgendwas nicht, weil es ist so freundlich.

Und irgendwann hat dieser Bot, der im Hintergrund ist, dann bei mir sogar Englisch kommentiert und da hab ich gewusst, okay, das ist jetzt wirklich ein Bot, und hab ihm auch geschrieben und dann hat er geschrieben. Und warum ich das, ich find das eigentlich kritisch aus einem ganz anderen Punkt.

Also natürlich kriegt er dadurch mehr Interaktion, weil die Leute, wenn sie das nicht durchblicken, denken sich: „Boah, der nimmt mich ernst, der nimmt mich wichtig. Der hat sich meinen Content durchgelesen." Ich sehe auch, wenn zum Beispiel sein Bot woanders kommentiert, dass die Leute natürlich darauf reagieren und sagen: „Ja, du hast recht", oder nicht.

Aber das, was ich so kritisch finde an der Geschichte, ist eigentlich das: Wenn du das selber machst, dann setzt du dich ja gar nicht auseinander mit dem, was die anderen Leute schreiben. Und ich bin jetzt nicht auf Social-Media-Kanälen nur, um über mich zu schreiben. Natürlich, das nutzt man, um eine gewisse Reichweite zu bringen oder seine Fähigkeiten in den Mittelpunkt zu stellen.

Aber ich bin ja schon auch auf den Social-Media-Kanälen, um zu sehen, was die anderen machen, um zu lernen. Also gerade KI zum Beispiel, LinkedIn, ich folge ganz vielen Leuten, die rund um KI Dinge entwickeln.

Und wenn jetzt mein Bot das alles liest und kommentiert, ist für mich die Frage: Die Beiträge werde ich dann selber wahrscheinlich gar nicht mehr sehen, weil LinkedIn glaubt, ich hab das eh schon gesehen. Dann fällt ja dieser Fokus weg.

Eliot Mannoia: Ja, es fördert dir auch Beziehungen. Also ich mein, wenn du nicht Bots nutzt. Wenn du auf Veranstaltungen bist und du sagst: „Ah, Manuela, ich hab gesehen auf LinkedIn, du warst dort und hast das gemacht", oder weißt du, das ist doch toll, wenn man durch Social Media auch irgendwie in Kontakt bleibt und weiß, was andere so machen, auch Thought Leadership, also ich weiß nicht, wie man es in Deutsch sagt, Gedankenimpulse oder auch Content veröffentlicht, finde ich immer sehr bereichernd. Und das fördert Beziehungen, also zwischenmenschliche Beziehungen, die wichtig sind und auch, finde ich, Spaß machen. Nicht nur dieses Mechanische.

Manuela Machner: Ja, vor allem es führt Social-Media-Systeme eigentlich ad absurdum aus meiner Sicht.

Weil eigentlich sind Social-Media-Kanäle dafür gedacht, um sich sozial auszutauschen. Jetzt kann man drüber die Meinung haben, die man möchte, also sagen, Facebook oder Instagram oder TikTok oder LinkedIn, das ist alles ein Schrott, das brauche ich nicht, weil ich gehe sowieso auf der Straße unter Leute oder zu den Nachbarn und so.

Und das ist absolut legitim.

Aber wenn ich sie nutze, dann frage ich mich: Du hast es das letzte Mal so gut gesagt, weil wir das schon mal im Vorgespräch diskutiert haben. Du hast gesagt: Die Leute wollen, dass man ihnen zuhört, aber selber hören sie nicht mehr zu.

Also das finde ich ja den absoluten Wahnsinn dahinter eigentlich.

Also die Präpotenz zu sagen: „Na ja, ich bin wichtig genug, mir sollen alle in echt zuhören." Und umgekehrt zu sagen: „Na ja, ich höre dir aber eigentlich in Wirklichkeit gar nicht selbst zu, das macht mein Bot und du bist eigentlich nur derjenige, den ich voll kommentiere, damit du das Gefühl hast, ich bin aufmerksam dir gegenüber."

Eliot Mannoia: Ja. Wir haben zwei Ohren, einen Mund. Wir sollten zweimal so viel zuhören, wenn nicht mehr.

Manuela Machner: Ups. Ich wurde jetzt gestern oder vorgestern in einem Interview gefragt als Abschlussfrage: „Kannst du gut zuhören?" Da habe ich gesagt: „Nein." Und alle waren so überfordert, weil ich einfach nur Nein gesagt habe.

Eliot Mannoia: Oh, du hörst sehr gut zu. Wir unterhalten uns immer prächtig.

Manuela Machner: Ja, aber.

Eliot Mannoia: Es ist wieder, wir haben schon vor ein paar Folgen darüber gesprochen. Wir haben von dieser Urbanization, also die Urbanisierung auf Deutsch, glaube ich, von Dörfern zur Stadt. Das fördert mehr Individualismus und das pusht mehr Egozentrismus.

Und wir sind einfach egozentrischer in der Gesellschaft, weil wir uns weniger auf andere verlassen müssen, mit unseren eigenen Kühlschränken und eigenen Transportmitteln, und ich kann für mich kochen und ich kann mein eigenes Essen liefern lassen. Und diese sozialen Medien fördern eher, dass man gehört werden kann und nicht zuhören muss.

Manuela Machner: Stell dir vor, die Politiker hätten das alle schon gecheckt. Dann würde der Bürgermeister von allen seinen städtischen Einwohnern vor der Gemeinderatswahl alle Postings kommentieren, positiv kommentieren.

Und alle Wähler hätten vielleicht das Gefühl, boah, der Bürgermeister, der weiß wirklich, was mich bewegt.

Das einzig Blöde ist dann, wenn er ausfährt auf die Straßen und die Bürger ihn dann echt treffen und dann sagen: „Na, du hast ja gesagt, ich hab recht. Ja, und wieso hat der Zebrastreifen noch immer keine Ampel? Und du hast ja gesagt, das ist so super. Aber warum funktioniert das noch immer nicht?"

Also solang der Mensch dann noch greifbar ist, wäre das natürlich zwar in der Social-Media-Bubble super, aber in der realen Welt nicht. Aber umso weiter weg natürlich die Person in der Realität ist, umso einfacher ist es. Weil dann kann, weiß ich nicht, ein potenzieller Bundeskanzler uns alles kommentieren und sagen, wie super unsere Gedanken sind.

Und weil den treffe ich nie und kann nicht sagen: „Du hast ja gesagt oder geschrieben."

Eliot Mannoia: Ja, also ich hab eine Idee, die vielleicht ein bisschen over the top ist, aber dass man vielleicht, wenn man online ist, wie einen Führerschein braucht. Weißt du, um einfach diese Trolls und diese Haters, ich weiß nicht, ich nutz wieder sehr viele englische Worte heute, aber einfach Personen, die vielleicht irgendwie nicht nett sind.

Es gibt ja auch in den Schulen viele Leute, die Bullying, Mobbing und so machen, weil sie sich hinterm Keyboard verstecken und man weiß nicht, wer es ist. Also vielleicht bräuchte einfach jeder so eine Art Führerschein, um online zu gehen, und dass man da auch irgendwie zurecht kommt.

Manuela Machner: Eine zentrale Registrierung.

Also gar nicht das Thema Führerschein, dass man's lernt, wie's geht, sondern dass man genau nachvollziehen kann, wenn ich online bin, dass ich das bin. Dann würde sich vieles relativieren, glaube ich auch.

Eliot Mannoia: Ah, das ist dann wieder so Staat und Big Brother. Das ist natürlich jetzt wieder ein

Manuela Machner: ziemlicher Eingriff in die Freiheiten.

Ja, und wir sind ja auch in dem Luxus, dass wir dennoch noch öffentlich unsere Meinung sagen können. Ich hab jetzt einen Beitrag gesehen über das Darknet, was für uns ja das Darknet und das Böse ist, dass es durchaus Länder gibt, wo keine Meinungsfreiheit ist, wo das Darknet die Freiheit bedeutet.

Also das muss man sagen für Leute, die nicht wissen, was das Darknet ist. Das ist ein paralleles Internet. Aus unserer Sicht werden dort Drogen gehandelt, Waffen, Morde verabredet und so weiter. Aber in Staaten, wo du öffentlich nicht irgendwo irgendwas sagen darfst oder dich outen darfst, wo du nicht homosexuell sein kannst, wo du gewisse Dinge einfach nicht sein darfst, dort ist das der Zufluchtsraum für diese Menschen.

Eliot Mannoia: Und auch für Journalisten.

Manuela Machner: Und ich versteh überhaupt nicht, dass wir das als verbrecherisch sehen, weil für sie das eigentlich die Welt ist, wo sie frei sind. Also wir haben natürlich schon eine Luxussituation, muss man auch sagen. Dass wir, auch wenn jeder weiß, wer ich bin, ich meine Meinung offiziell sagen kann.

Also ich kann dafür nicht ins Gefängnis kommen. Wenn ich normal meine Meinung äußere.

Eliot Mannoia: Wenn wir über Privatsphäre reden, ist es eh ein größerer Luxus, als viele sich bewusst sind. Wie gesagt, auch in Europa, wenn wir in Dörfern gewohnt haben, hat jeder sich gekannt.

Da gab's keine Privatsphäre. Wir haben jetzt in den Städten mehr Privatsphäre, als wir hatten. Also Leute glauben immer so Big Brother und das, aber wir haben viel mehr Freiheiten und viel mehr Privatsphäre fast als damals im Dorf.

Manuela Machner: Also ich darf da nur sagen, ich wohne in einer Sackgasse mit ein paar älteren Nachbarn.

Eliot Mannoia: Okay.

Manuela Machner: Also ich hab nicht Big Brother, ich hab eine Big Nachbarin. Und die weiß ganz genau, wann ich nach Hause komme, wann ich weggehe, wer da ist, wie lange die Person da ist, und fragt, hinterfragt auch alles: „Wo warst du die letzten zwei Tage? Warum hab ich kein Licht gesehen? Hast du vergessen, in dem einen Zimmer das Licht auszuschalten?"

Eliot Mannoia: Ja, wirklich.

Manuela Machner: Also ich brauche kein Internet, um eine totale Überwachung zu haben. Und du sagst ja, ich hatte einmal einen Anruf in der Arbeit, weil eines meiner Kinder früher nach Hause gegangen ist und ihren Freund mitgenommen hat. So nach dem Motto: „Du, weißt du eh, also eine deiner Töchter ist schon von der Schule nach Hause und sie hat einen Jungen mitgehabt."

Mitten in der Arbeit mich angerufen. Gell. Also ich brauch kein Internet.

Eliot Mannoia: Genau.

Manuela Machner: Und ich lebe aber eigentlich in einer Stadt.

Eliot Mannoia: Ja, deswegen. Aber dein Punkt ist absolut valide. Also das Darknet für Meinungsfreiheit, Journalisten und so ist auch ein verdammt wichtiger Platz.

Manuela Machner: Na, aber ich glaub, abschließend vielleicht das Thema: Macht es Sinn, um jeden Preis künstlich unsere Reichweiten zu steigern? Warum tut man so was?

Warum schickt man seinen, ich nenn's jetzt Avatar, hinein, statt selbst auf Social Media zu gehen, weil man vielleicht nicht die Zeit hat und weil man in Wirklichkeit nicht das Interesse hat.

Und dann denkt man sich, beruflich gesehen, ich muss auf LinkedIn permanent aktiv sein zum Beispiel. Und dann schick ich halt den Avatar rein.

Ich glaub, dass es am Ende des Tages weniger bringt, als es mir auch schadet. Also das glaub ich schon.

Eliot Mannoia: Ja. Ein letzter kleiner Punkt war auch: Ich hab wirklich vor Kurzem einen Vortrag gehört von der Dr. Professor Hanna Mezlar von der Uni Wien. Und die hat Studien gezeigt, die mit Facebook, Instagram und so gemacht wurden, wo die Personen irgendwie drei Monate keinen Zugriff auf diese Plattformen hatten und es wurde kontrolliert und es war kein Unterschied in der Meinung.

Also es waren irgendwie so Studien, die gezeigt haben, dass diese Bubbles, diese Echo Chambers, was man immer so oft hört, dass also der Einfluss von Social Media auf uns eigentlich weniger Bedeutung hat. Und das war so schwer für meinen Kopf. Ich war so widerständlich. Also ich hab gedacht: Nein, das glaube ich einfach nicht.

Ich bin noch immer nicht ganz hundert Prozent da.

Manuela Machner: Also ich würd auch kleine Argumente finden, ich würd halt sagen, es ist nicht Social Media alleine. Wir haben ja inzwischen viele Bubbles. Also wir haben ja auch die News-Bubble in Wirklichkeit.

Also es ist ja nicht nur Facebook, Insta, was uns manipuliert.

Wir haben ja Netflix, wir haben alles Mögliche, wo wir in Bubbles schon leben.

Eliot Mannoia: Guter Punkt.

Manuela Machner: Also deswegen glaube ich.

Eliot Mannoia: Ja, genau. Und das war eh auch so die Quintessenz von den Studien, dass es vielleicht verstärkt oder ein bisschen amplifiziert.

Manuela Machner: Genau.

Eliot Mannoia: Glaube ich auch. Aber es sind schon die Gefühle oder Gedanken, die man hat.

Manuela Machner: Ja, dadurch entsteht ja auch diese Bubble, weil ich auch immer das Gleiche like. Also ich werde keinen Content mit rechtsradikalem Hintergrund bekommen, weil ich auf den nicht interagiere. Egal in welcher Bubble ich mich bewege. Ich werde gewisse Zeitungen nicht lesen, dadurch werde ich gewisse Informationen dort nicht bekommen.

Ich reagiere in Social Media nicht auf die Dinge, also bekomme ich diese Dinge nicht. Also ich glaub schon, wenn du schon eine gefestigte Meinung hast, dann wird's das verstärken oder dann wird's dir halt das widerspiegeln. Spannend fänd ich so eine Studie, wenn du noch keine gefestigte Meinung zu einem Thema hast, wie das dann unterschieden wird.

Das fände ich eine wirklich interessante Studie. Weißt eh, wenn ich noch ganz blauäugig zu einem Thema gehe.

Eliot Mannoia: Ja. Oder vielleicht unentschieden bei einer politischen Wahl und dann nach drei, vier Monaten, ob da...

Manuela Machner: Genau, ob da dann ein Dings. Aber selbst gerade bei politischen Wahlen, ich glaub, dass du trotzdem innerlich ein gewisses Mindset hast.

Also du hast, glaube ich, eine innere Haltung ab einem gewissen Alter. Wertesystem.

Eliot Mannoia: Und so, ja.

Manuela Machner: Wertesystem, genau. Und ich glaub, dass das dann trotzdem das Brain wird am Ende des Tages. Aber spannend fänd ich's wirklich bei Dingen, wo du überhaupt noch keine Meinung hast, weil du dich mit dem Thema zum Beispiel überhaupt noch nicht beschäftigt hast.

Ich kenn ganz viele, die jetzt in meinen KI-Schulungen, Trainings sitzen und sind noch völlig, sie wissen überhaupt noch nicht, wie sie's einordnen sollen. Und da fänd ich's spannend: Wie entwickeln sich diese Bubbles dann? Also das wäre eine Studie wert meiner Meinung nach.

Eliot Mannoia: Stimmt, ja, das wär gut.

Manuela Machner: Ja, machen wir so eine Studie.

Eliot Mannoia: Ja, na ja, also wir beschäftigen uns auf jeden Fall damit weiter. Spannendes Thema heute wieder. Wir haben gesprochen über: Wir hatten früher, also seit ein paar Jahren die Möglichkeit, auf Social Media selber zu sprechen. Jetzt haben wir durch Bots und die KI die Möglichkeit, dass wer für uns spricht, auch auf sozialen Netzwerken oder auch weiter hinaus, vielleicht per E-Mail oder was auch immer.

Was das für uns tut und was das auch für die Gesellschaft tut. Also verliert Zuhören, nicht an Bedeutung, aber werden wir weniger Zuhören erleben, was wir beide, glaub ich, sehr traurig finden. Also lassen wir uns mehr zuhören. Ist es wichtiger, Reichweite und Erfolg auf Social Media zu haben, als wirklich Beziehungen aufzubauen?

Und dann auch, wie du gesagt hast, wenn man dann irgendwie unterwegs ist und man weiß nicht mehr, was der Bot für dich mit dieser Person besprochen hat, wie der Zebrastreifen. Also es würden dann wirklich Beziehungen darunter leiden, und ist es das wert, nur für die Reichweite?

Ja, spannendes Thema, wenn wir dann plötzlich unsere Agenten haben, die dann für uns diverse Gespräche irgendwie führen in unserem Namen. Also ich glaub, da könnten wir auch noch mal eine Folge drüber machen. Also da sind wirklich viele andere Bereiche, die wir noch nicht mal angesprochen haben.

Dann hast du auch das Darknet angesprochen. Find ich auch sehr spannend, dass nicht nur das normale Internet, sondern auch die sozusagen Parallel-Internetwelt, die oft für Missbrauch und für Waffen, Drogen und so weiter als Marktplatz gesehen wird, aber auch in Ländern dient, wo man weniger Pressefreiheit hat oder Zensur, dass sich Menschen da auch wirklich austauschen.

Oder Amnesty International, also so verschiedene Charities oder auch die Journalisten, die so irgendwie Informationen rausbekommen, was da eigentlich passiert im Land. Also ganz, ganz wichtiges Thema auch für Freiheit und für Demokratie, aber auch für Beziehungen auf einer menschlichen Ebene. Wow.

Super cooles Thema. Manuela, wie immer, toll mit dir zu reden.

Manuela Machner: Ja, und wir freuen uns, wenn ihr das nächste Mal wieder einschaltet, wenn es einen Podcast von Mind/Machine von Eliot und mir gibt. Alles Liebe, macht's gut. Tschüss.

Eliot Mannoia: Tschau.