#121 Vom Schüler zum KI-Unternehmer

Luca ist Schüler, Cello-Spieler und betreibt nebenbei ein Dropshipping-Business mit KI. Manuela Machner stellt fest: Was er über Margenrechnung und Kundenprofiling weiß, wissen viele Unternehmer nicht. Eliot Mannoia erklärt, warum Luca die KI orchestriert wie ein Dirigent.

Häufige Fragen zu Folge 121

Wie findet Luca profitable Produkte für sein Dropshipping-Business?

Luca schaut, was auf TikTok viral geht, und prüft dann, ob das Produkt auf Facebook noch nicht gesättigt ist. TikTok ist schneller als Facebook. Das Zeitfenster zwischen Trend und Marktsättigung ist sein Geschäftsmodell.

Luca

Was ist MCP und wie nutzt Luca es für sein Business?

MCP steht für Model Context Protocol. Luca verbindet Claude Code über MCP mit Higgsfield für KI-generierte Fotos und Videos und mit Facebook Ads. Er muss nur sagen: Mach mir neue Ads. Den Rest koordiniert das System.

Luca

Warum scheiterte das erste Produkt und was hat Luca daraus gelernt?

Das erste Produkt waren Zahnstreifen mit zehn Euro Marge. Luca hat ausgerechnet: Wenn hundert Menschen auf die Webseite kommen und nichts kaufen, sagt das noch nichts. Aber mit zehn Euro Marge kann man nicht mehr als zehn Euro für Werbung ausgeben. Mathematisch nicht tragbar. Er hat aufgehört, bevor er weiter verloren hat.

Luca

Was fehlt in der Schule, das Luca sich selbst beibringen musste?

Margenrechnung, Kundenprofiling, Steuerrecht und Produkthaftung. Luca hat das meiste durch Testen gelernt. Manuela Machner sieht darin eine Aufgabe für Erwachsene: Nicht KI statt Latein, sondern wirtschaftliche Grundbildung als Teil des Lehrplans.

Luca und Manuela Machner

Was wird KI in einem Jahr können, wenn Claude Fable ein Vorgeschmack war?

Luca erklärt: Wir haben über 72 Stunden gesehen, was Claude Fable machen kann. Zwei Menschen haben mit zwei Prompts das Minecraft-Spiel 1:1 nachgebaut. In einem Jahr wird alles automatisiert werden. Der Sprung vom letzten zum neuen Modell ist riesig.

Luca

Links & Quellen

Transkript

**Eliot Mannoia:** Hi, willkommen zur nächsten Folge von Mind/Machine. Manuela Machner ist dabei, KI-Expertin vom Tourismus. Ich bin wieder dabei, Eliot Mannoia, digitaler Psychologe und es freut uns wahnsinnig heute, dass wir den Luca dabei haben. Er ist von Schüler auch Entrepreneur und macht diverse coole Initiativen und bin schon sehr gespannt auf die Reise und was er schon so alles erlebt hat und was er so für Erzählungen hat. Luca, dass du heute dabei bist. Mal zuerst vielleicht, von wo bist du?

**Luca:** Ja. Ich wurde in Kanada geboren und hab dort sechs Jahre gelebt und bin dann nach Wien gezogen. Jetzt lebe ich in Wien schon sechs Jahre.

**Eliot Mannoia:** Also sechs Jahre Kanada, sechs Jahre Wien.

**Luca:** Ich bin aus Japan, Mexiko, Kanada und genau, ja.

**Eliot Mannoia:** Japan, Kanada, Mexiko und Österreicher. Und welche Sprachen sprichst du?

**Luca:** Viele. Eigentlich spreche ich jede Sprache, außer japanisch, von wo ich herkomme. Und ich lerne halt Französisch.

**Eliot Mannoia:** Na bumm. Okay, sehr toll. Und Cello spielst du auch. Ich hab gehört, dass du auch E-Commerce und mit KI einiges machst. Erzähl mal, wo hat deine Reise mit KI angefangen?

**Luca:** Also natürlich in der Schule mit ChatGPT, beginnt wahrscheinlich mit ChatGPT. Vor vier Jahren konnte man nicht mal irgendeinen Code mit ChatGPT machen. Und jetzt meine ganze Webseite, die Werbung können wir alles mit KI gemacht. Also das war wirklich schnell. Ich hab innerhalb von zwei Wochen vier verschiedene Sachen getestet, verschiedene Webseiten, verschiedene Werbungen. Und jetzt, wenn ich Claude Code, würd ich sagen, das ist die beste KI für mich. Man kann's verbinden mit Shopify, mit Tools für Videos und Fotos. Also es ist wirklich praktisch.

**Manuela Machner:** Heißt aber, du hast irgendein Produkt, für das du eine Webseite hast, oder was muss ich mir vorstellen? Also erstens, vor vier Jahren hattest du noch nicht coden können. Vor vier Jahren warst du...

**Luca:** Na ja, vor vier Jahren hab ich nur KI für Texte oder so verwendet. Nur für Schule, Mathematik.

**Eliot Mannoia:** Und was war dann das erste E-Commerce? Weil ich weiß, du hast auch schon ein paar verschiedene probiert. Was war das erste E-Commerce-Business?

**Luca:** Das wirklich Erste, was nicht funktioniert hat, waren so Zahnstreifen, die die Zähne weißer machen. Ich finde halt die Produkte, die schon auf TikTok zum Beispiel funktionieren und ich versuche sie zu replizieren auf Facebook oder Instagram und dann dort meine eigene Nische auf einer anderen Plattform zu bekommen.

**Eliot Mannoia:** Okay, spannend.

**Luca:** Also irgendwas, was auf TikTok funktioniert, und versuch's dann auf Facebook Ads.

**Manuela Machner:** Aber tust du selbst auf TikTok schon vertreiben oder schaust du, welche Influencer erfolgreich auf TikTok Produkte vertreiben und versuchst dann, das auf Insta?

**Luca:** Ich schaue, was auf TikTok ist. Und meistens TikTok ist wirklich schnell, schneller als Facebook und YouTube. Das heißt, ich kann meistens wirklich gute Produkte, die ein hohes Potenzial haben, finden. Und die sind meistens noch nicht auf Facebook.

**Eliot Mannoia:** Sehr spannend. Und wie hast du dann eine Webseite erstellt, eine eigene Domain gekauft, das Hosting, Shopify angebunden, die Zahlungsmöglichkeiten. Wie hast du das alles gelernt?

**Luca:** Also das Erste war wirklich schwierig. Es hat vier Wochen gebraucht für meine Webseite. Sie war wirklich schlecht und hat natürlich kein Geld gemacht. Nur mit den Werbungen verloren. Aber dann das Zweite war so ein Produkt, damit man sich besser fühlt, das ich auf TikTok gefunden hab. Und dieses hab ich analysiert mit Claude und wirklich schnell finden, ob's wirklich Potenzial gibt. Es hat gesucht, ob's schon gibt auf Facebook. Es hat gesucht, ob's wirklich funktionieren könnte, weil natürlich die Customer Profiles auf TikTok, die jungen Menschen, komplett anders sind als die Älteren auf Facebook. Und so was mit Claude oder irgendeiner KI kann man wirklich schnell machen heutzutage.

**Eliot Mannoia:** Das war so ein Gummi, wie ein Gummibärli, aber mit sozusagen Vitaminen.

**Luca:** Genau.

**Manuela Machner:** Aber das heißt, du wickelst den Verkauf auch ab?

**Luca:** Nie Inventar. Genau. Ich such von TikTok, welche Person TikTok verwendet, um diese Produkte zu produzieren. Finde ich und dann verbinde ich die immer mit meinem Shopify. Und wenn ich irgendwas verkaufe, direkt vom Produzenten zum Käufer. Also ich muss nie Inventar haben. Natürlich gibt's dann die Marge, die meistens recht hoch ist bei solchen Sachen.

**Manuela Machner:** Okay.

**Eliot Mannoia:** Dropshipping.

**Luca:** Über 50 %. Genau. Aber nicht ganz, weil ich versuch, eine Marke zu machen. Nicht nur irgendwie, dass es ein paar Wochen ist. Also ich versuche wirklich, eine Marke zu machen, nicht nur irgendein chinesisches Produkt, sondern mein Logo sogar auf dem Produkt zu haben, damit's sich nicht anfühlt wie irgendein chinesisches Produkt.

**Eliot Mannoia:** In welche Markenrichtung gehst du? Was ist deine Ambition als Marke?

**Luca:** Meistens, was man wirklich leicht machen kann, ist Menschen zwischen zwanzig und dreißig. Die sind Impulskäufer. Und wenn's unter, würd ich sagen, fünfzig Euro ist, ist es nicht so schwierig, einen Käufer zu bekommen.

**Eliot Mannoia:** Also zwischen zwanzig und dreißig und unter fünfzig Euro. Also hast du schon einiges gelernt.

**Manuela Machner:** Was ist dein Ziel eigentlich? Jetzt bist du ja noch mitten im Schulwesen. Ist für dich Schule nicht dann völlig theoretisch? Lernst du in der Schule die Dinge, die du das Gefühl hast, dass du sie brauchst? Oder hast du nicht schon das Gefühl, dass das eigentlich mit dem echten wirtschaftlichen Leben als Unternehmer gar nichts zu tun hat, was du da lernst?

**Luca:** Nein, ich finde, Schule ist schon wichtig. Man muss schon irgendeine Grundbildung haben, sonst kann man nichts machen. Das ist so, als würde man einem Baby versuchen, Trading zu erklären, ohne dass es irgendeine Logik hat. Also ich glaub, die Sachen, die nichts bringen, wie Biologie, könnte man sogar sagen, ab der Fünften. Ich glaub nicht, dass ich das jemals wieder verwenden werde, aber es ist schon wichtig für die Entwicklung. Zum Beispiel KI ist sehr kompliziert. Also nicht einfach eine Prompt und dann... Da braucht man schon eine Bildung.

**Manuela Machner:** Aber wie würdest du dir wünschen, dass man KI in der Schule unterrichtet? Jetzt diskutieren die Erwachsenen alle und die Politiker und reden so gescheit, sagen, wir brauchen KI statt Latein oder solche Geschichten. Von deinem Gefühl her, wie du jetzt in der Schule sitzt, wie hättest du gerne einen KI-Unterricht für dich oder für deine Mitschülerinnen in den Fächern?

**Luca:** Na ja, ich find, dass man KI für die Hausübungen verwendet, ist okay. Aber ich glaub nicht, dass das gut ist. Ich glaub, sie sollten lernen, wie man KI produktiv verwendet. Weil einen Aufsatz mit KI zu schreiben bringt überhaupt nix. Sogar wenn man nicht programmiert und die KI programmieren lässt, lernt man was dabei. Man sieht, was die KI macht, und obwohl man nicht programmiert, man sieht, was die KI macht. Und die Lehrer sagen, dass KI schlecht ist, find ich nicht gut.

**Eliot Mannoia:** Sorry, die Lehrer sagen, dass KI schlecht ist bei dir?

**Luca:** Genau, ja. Sie sagen, es zerstört das Gehirn genauso wie TikTok.

**Manuela Machner:** Oje, Eliot, da bin ich viel zu viel auf TikTok.

**Eliot Mannoia:** Die Manuela auf TikTok.

**Manuela Machner:** Ich glaub, das Problem ist, dass das Verständnis nicht da ist. Ich glaub, dass viele Ältere oder auch Lehrer, das trifft eh unsere Generation, sehr oft nicht verstehen, egal ob das jetzt TikTok oder KI oder was auch immer ist. Die Leute probieren das ja nicht selber aus und wissen gar nicht, was das kann oder nicht kann. Weil TikTok kann schlecht sein, wenn du schlechten Inhalt permanent konsumierst, aber wenn du in der KI-Bubble auf TikTok bist, weißt du mehr als viele KI-Experten wissen. Und ich glaub, das ist den Lehrern nicht bewusst. Du kannst KI einfach nehmen, um deine Hausaufgaben schreiben zu können, oder du nimmst KI, um dir Dinge auch erklären zu lassen. Ich hab jetzt mit Gemini mir ein Physikprinzip als Video darstellen lassen, weil ich gern wissen wollte, wie das funktioniert. Allein das, du kannst das zum Lernen nutzen, oder so wie du sagst, du kannst dann auch Dinge umsetzen. Aber ich glaub, das Problem ist, dass das Wissen fehlt.

**Luca:** Und im echten Leben würden die Menschen nicht fair spielen. Würde man nicht KI in einem Unternehmen verwenden, wenn man weiß, dass jeder KI verwenden wird? Würde ich nicht KI verwenden, würde ich weit hinten sein. Wirklich weit.

**Eliot Mannoia:** Und wenn man das erste Projekt von dir anschaut, das mit den Zahnstreifen: Wann hast du gewusst, okay, das funktioniert nicht, ich hör auf und mach das nächste Projekt?

**Luca:** Na ja, es ist eigentlich Mathematik. Ich nehme das Produkt und schaue, was sind meine Kosten? Wie viel Profit mache ich? Wie viel muss ich pro Käufer für die Werbungen ausgeben, damit ich eins verkaufe? Wenn ich eine Marge von zehn Euro habe, kann ich nicht mehr als zehn Euro für Werbungen ausgeben, weil ich sonst im Minus bin. So muss ich kalkulieren, ungefähr welcher Prozentsatz der Menschen würde so ein Produkt kaufen? Vielleicht ein Prozent. Wenn hundert Menschen auf meine Webseite kommen und noch nichts verkauft, sagt das überhaupt nichts, weil die hunderterste Person plötzlich was kaufen könnte. So muss ich fünfhundert Menschen haben und wissen, dass ich verkaufe.

**Eliot Mannoia:** Ja.

**Manuela Machner:** Und ich muss schon eines sagen: Das, was du jetzt hergeleitet hast, da würde ich viele Unternehmer kennen, die das nicht wissen. Die nicht so rechnen oder sich diese Gedanken viel weniger machen, als du es dir gemacht hast. Also ich glaube, du könntest nicht nur KI unterrichten, sondern auch Wirtschaft. Ich glaube, dass das, was du beschreibst, extrem klar zeigt, was du aus deinem Projekt gelernt hast, abgesehen von klassischer Mathematik, einfach Wirtschaftsverständnis.

**Luca:** Beim ersten hab ich schon KI verwendet, aber nur für Texte oder Ideen. Für die wirklichen Sachen wie die Werbungen...

**Eliot Mannoia:** Wie läuft jetzt das zweite Produkt? Weil das erste hat, wenn man so sagen kann, gescheitert. Das find ich super, dass du so schnell aufhören konntest und gesagt hast: Nein, mathematisch passt das nicht, ich hör auf. Viele Menschen wissen nicht, wann sie aufhören sollen. Und du hast gleich gesagt: Nein, ich verdien hier nicht mehr als die zehn Euro Marge. Zum nächsten. Wie läuft jetzt das zweite Projekt?

**Luca:** Ich meine, eigentlich ist es okay. Mit dieser Webseite, sie haben's nicht geglaubt, weil das neue Modell Claude Fable wurde ja in der EU und Amerika... Das fand ich wirklich schade, weil diese Webseite war spektakulär und wie in einer Stunde gemacht. Und mit diesem Produkt ist meine Marge vierzig Euro.

**Eliot Mannoia:** Super, viel besser. Viel mehr Polster. Also eine bessere Marge, da kannst du mehr spielen und auch mehr für Werbung ausgeben. Und hast du, wie ich dich kenne, sicherlich auch schon andere Ideen. Fokussierst du dich auf diese Idee jetzt oder spielst du schon mit ein paar anderen Ideen?

**Luca:** Na, ich weiß, dass so ein Unternehmen nicht so viel machen kann. Es gibt ja nicht unendliche Menschen, die so was kaufen. Man muss realistisch denken. In so einem Unternehmen wie Dropshipping ist es völlig unrealistisch, Millionen zu machen. Wenn man überlegt, mit einer wirklich guten Marge müsste ich ungefähr zwanzigtausend verkaufen. Und ich bin mir nicht sicher, ob es zwanzigtausend Menschen in Österreich gibt, die sowas kaufen.

**Eliot Mannoia:** Nur in Österreich?

**Luca:** Ich mache schon Deutschland und hauptsächlich Österreich. In Amerika ist es wirklich schwierig, da hat man irrsinnig viele Menschen, die genau dasselbe machen.

**Manuela Machner:** Du hast gesagt, du verwendest KI fürs Marketing oder für die Werbung. Heißt das, du machst KI-Videos oder Ads mithilfe von KI-Systemen? Also einerseits lässt du die Kampagnen von der KI planen und dann machst du auch die Umsetzung. Und bist du schon so weit, dass du jetzt einen Agenten hast, der das automatisch macht? Arbeitest du schon mit Agents oder hast du's gecodet, aber mit Claude Code?

**Luca:** Ich hab Higgsfield, da kann man Fotos und Videos machen, in einem Model-Context-Protokoll verbunden mit Claude Code. Dann geht das zu Facebook. In Wirklichkeit muss ich nur sagen: Mach mir neue Ads. Natürlich muss man recherchieren, was funktioniert gerade jetzt, was ist für mein Profil. Solche Sachen muss ich schon machen. Ich kann nicht einfach sagen: Mach mal Werbung.

**Eliot Mannoia:** Ja, also du nutzt die KI für die Recherche, Customer Profiles und so weiter. Dann gibst du Claude Code, hast du verknüpft mit MCP, also Context Protocol, mit Facebook und mit dieser anderen Plattform, die die ganzen Bilder und Videos erstellt.

**Luca:** Genau.

**Manuela Machner:** Ganz logisch. Also ich glaub, dass viele da draußen, die uns zuhören, nicht verstanden haben, was du da machst, weil sie's für sich nicht checken. Was ich das Spannende an der Sache finde, ist nicht nur, dass du das so umsetzt, sondern das Wissen, dass du die Kunden analysieren musst. Hast du dir das gemeinsam mit der KI erarbeitet? Weil du hast ja keine Wirtschaftsausbildung in deiner Schule. Es wird dir keiner erklärt haben, wie man Kunden analysiert oder dass man das überhaupt machen muss. Das hab ich vorher mit Schule gemeint. In der Schule bräuchtest du eigentlich jemanden, der dir erklärt, wie Kunden funktionieren und wie man Kaufverhalten analysiert. Hast du dir dieses Wissen mit der KI erarbeitet, oder hast du das von deiner Mama gelernt?

**Luca:** Ich meine, es war nicht billig, das zu erarbeiten. Weil ich musste viel testen. Viel davon war testen, was funktioniert und was nicht.

**Manuela Machner:** Und übers Feedback hast du gelernt.

**Eliot Mannoia:** Hast du dann auch der KI gesagt, was dein Ziel ist? Ich möchte dieses E-Commerce bauen, und hast die KI gefragt: Was muss ich machen? Ich glaub, was die Manuela fragen wollte, ist eine sehr gute Frage: Wie hast du gewusst, was du machen musst?

**Luca:** Na ja, ich wusste es eigentlich nicht am Anfang. Ich hatte wirklich null Ahnung. Ich habe einfach irgendwas getestet und wenn's funktioniert hat, wusste ich: Okay, jetzt mache ich weiter. Und natürlich habe ich mit der KI analysiert, wie meine Werbungen performt haben, und natürlich macht's auch Research wegen anderen Werbungen auf der Plattform.

**Eliot Mannoia:** Und Facebook funktioniert am besten?

**Luca:** Also für das, was ich mache. Wahrscheinlich für ein trendiges Produkt TikTok. Oder für Produkte, die eher an etwas ältere Menschen gedacht sind, ist, glaub ich, Facebook besser.

**Manuela Machner:** Wobei ich glaub, dass Facebook für die Zielgruppe, die du ansprichst, gar nicht so schlecht ist, weil die Jungen, die auf TikTok sind, kaufen vielleicht auch auf Facebook.

**Luca:** Es gibt verschiedene Sachen, die gut dran sind. Bei den jüngeren Menschen haben sie weniger zum Ausgeben. Aber man kann die Kunden viel leichter bekommen.

**Eliot Mannoia:** Impulsiver.

**Luca:** Genau.

**Eliot Mannoia:** Und wie hast du das mit deiner Mutter vereinbart? Hast du ein Budget für deine Werbung?

**Manuela Machner:** Dein Taschengeld, was du hast, investierst du in dein Unternehmen. Und jetzt wird's vielleicht schon so gut gehen, dass du dein Geld wieder reinvestieren kannst aus dem Unternehmertum heraus.

**Luca:** Aus dem Unternehmen.

**Manuela Machner:** Was ist eigentlich dein Ziel? Abgesehen davon, dass das Projekt gut läuft, siehst du dich in Zukunft als Unternehmer? Wahrscheinlich schon, wenn du erwachsen bist, oder? In Wirklichkeit hast du ja noch eine Zeit in der Schule vor dir. Wo glaubst du, wo die Reise hingehen wird?

**Luca:** Na, mein Ziel ist, wirklich viel Geld zu machen. Und ich würde sagen, wenn ich jetzt das nicht schaff, ist es besser, jetzt zu beginnen als in sechs Jahren. Wenn ich jetzt das nicht schaff, dann bin ich wahrscheinlich zehn Jahre weiter als andere.

**Eliot Mannoia:** Auf jeden Fall. Das ist sehr viel.

**Manuela Machner:** Ich glaub, du bist 30 Jahre weiter als viele andere.

**Eliot Mannoia:** Ja. Super Erfahrungen. Was macht dir in diesem Prozess am meisten Spaß? Du recherchierst, arbeitest mit KI, baust Webseiten. Ist es das Kreative oder das Denken oder die Strategie? Was macht dir am meisten Spaß in diesen Projekten?

**Luca:** Das, was mir am meisten Spaß macht, ist, ein neues Unternehmen zu erstellen. Die Webseite, das Logo, das Produkt finden. In Wirklichkeit ist das das Einzige, was ich mach, weil fast alles macht die KI. Ja, das und Geld bekommen.

**Manuela Machner:** Ich glaub, du unterschätzt a bissl, was du machst. Luca, du musst das a bissl anders sehen. Du sagst, das macht nur die KI. Das stimmt so nicht, weil du hast den Gedankengang, die Idee, und aus der Idee kann erst die KI etwas machen.

**Luca:** Genau. Das ist, was mir Spaß macht. Die Ideen und die neue Marke zu erstellen.

**Eliot Mannoia:** Ja, aber wirklich auch, was die Manuela sagt: Du orchestrierst die KI, genau wie ein Dirigent im Orchester, weil du spielst ja auch ein Instrument. Du führst die KI, wie als ob das eine Mitarbeiterin ist, und sagst: Da hier, da dort. Das ist nicht nur die KI. Da ist sehr viel von dir, weil du auch von deinen Fehlern gelernt hast und alles dazulernst. Das ist schon sehr umfangreich, weil da gibt's verschiedene Abteilungen dafür in Firmen, und du machst das alleine. Was hat dich inspiriert, überhaupt anzufangen?

**Luca:** Ich weiß nicht, ich glaube, ich wollte immer irgendwie ein Unternehmen haben. Irgendwie Sachen zu planen und zu dirigieren, wie du gesagt hast. Wie ein CEO zu sein von einer ganz kleinen Firma, und irgendwann hoffe ich, dass es eine große sein könnte.

**Eliot Mannoia:** Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Also wenn ich jetzt morgen anfangen würde, was würdest du mir als Tipps geben? Ich hab das noch nie gemacht. Was würdest du mir empfehlen?

**Luca:** Na ja, wenn du wirklich sofort beginnen willst, würd ich Claude Max empfehlen, weil es ist wirklich nervig, wegen den Tokens zu warten. Früher wäre das wirklich blöd gewesen, also wenn man nicht KI verwendet, wäre man wirklich hinten. Ich würde Claude sagen: Such auf Facebook oder TikTok oder Instagram nach Produkten, die in der letzten Woche über 100 Mio Views haben, wo 100 Mio nicht so viel sind, es gibt ja ganz viele Menschen, die gleichzeitig versuchen, ein Produkt zu verkaufen und zu vermarkten. Wenn man so etwas findet und Claude prüft es nach allen Punkten, die wichtig sind, und einer hohen Marge, was ich bei den ersten Produkten nicht hatte, und ich habe gelernt, man braucht eine hohe Marge, sonst kann man überhaupt nicht testen. Man braucht ein spezifisches Customer Profile, man muss wissen, wer so ein Produkt kauft, und sowas muss man wirklich selber lernen. Und das Produkt muss viral gehen. Und nach ein paar Versuchen bekommt man ein fertiges Produkt.

**Manuela Machner:** Was mich noch interessieren würde, Luca: Was sagen deine Schulkolleginnen dazu? Sagen sie cool oder sagen sie, das ist a bissl crazy, was du tust? Oder interessiert sie's gar nicht? Oder sind sie neugierig?

**Eliot Mannoia:** Die glauben, du gehst nach Hause, machst Hausaufgaben, spielst dein Instrument, und wissen nicht, dass du der geheimnisvolle Entrepreneur bist.

**Manuela Machner:** In Wirklichkeit kaufen deine Schulkollegen bei dir.

**Luca:** Ja, ich bin noch nicht sicher, ob jemand das Produkt kaufen würde.

**Manuela Machner:** Ich glaub, das Wichtige ist bei deinem digitalen Produkt: Wenn du an etwas denkst, dann denk an etwas, was aus deinem Erfahrungsbereich, aus deinem echten Leben, Menschen helfen kann. Ich glaube, es ist ganz schwierig, ein Produkt, wo du gar keinen Anknüpfungspunkt hast, nur weil die KI sagt, das könnt wirken, auf den Markt zu bringen, wenn du das Problem nicht verstehst. Ich glaub aber, dass grade du eine spannende Zielgruppe kennst, besser als jede KI, und das sind die Jugendlichen und Kids. Und da wäre es spannend: Was sind die Probleme, die deine Mitschülerinnen alle haben? Und kannst du diese Probleme vielleicht mit einem digitalen Produkt lösen? Das Besondere ist, du kannst eine echte Marktrecherche machen, indem du du bist, weil du als junger Mensch in dem Umfeld tätig bist. Und all die Dinge, die die Leute nicht auf Social Media posten und nicht ins Internet schreiben, diese Probleme weiß die KI nicht, aber die weißt du. Und vielleicht gibt's Probleme, wo alle jammern, und daraus kannst du eine digitale Produktidee machen.

**Manuela Machner:** Was würdest du gerne jetzt als Nächstes lernen? Was glaubst du, würde dir für das Projekt und das nächste Projekt helfen? Weißt du etwas, wo du sagst: Das muss ich noch lernen?

**Luca:** Ja, auf jeden Fall muss ich noch lernen, wie man Sachen automatisiert. Automatisieren, Sachen schneller machen.

**Manuela Machner:** Und wie viel Zeit verbringst du für dein Projekt?

**Luca:** In diesen zwei Stunden jeden Tag, wo ich versucht habe, mit Claude Code einen Trader zu machen, der automatisch tradet.

**Manuela Machner:** Okay, also du hast eh schon ein nächstes Projekt.

**Manuela Machner:** Hast du eigentlich irgendwelche Bedenken oder Dinge, wo du das Gefühl hast, das müsstest du auch wissen, Richtung Steuerrecht, Produkthaftung, all diese Geschichten? In dem Moment, wo du nicht mehr nur Mittler bist zwischen dem Produzenten und dem Käufer, wenn du dein Logo drauf hast und das dann dein Produkt ist, dann kommen ja ganz andere Spielregeln hinein. Hast du das Gefühl, dass du da noch mehr Wissen brauchst oder dass du dich vielleicht in einem luftleeren Raum bewegst oder zu wenig weißt?

**Luca:** Also ich weiß wenig drüber, weil meine Mutter hatte eine Firma, die kennt sich aus, und ich finde es schade, dass wir solche Dinge nicht in der Schule lernen.

**Manuela Machner:** Vielleicht würde es ja noch kommen. Du bist ja noch relativ jung. In den Wirtschaftsfächern lernt man dann vielleicht doch bissl was, aber erst in der Oberstufe.

**Luca:** Ja, man lernt viel zu wenig über Geld, man lernt nicht, wie man Steuern optimiert.

**Manuela Machner:** Ja, ich glaub, da haben wir eine Aufgabe für die Erwachsenen.

**Eliot Mannoia:** Ja, genau. Also noch eine Frage: Du weißt ja, was vor vier Jahren möglich war, und du hast selber gesagt, wie schnell es gegangen ist und was man jetzt schon programmieren kann. Was glaubst du, wird KI in einem Jahr möglich sein? Was glaubst du, wirst du als Unternehmer, vielleicht Österreichs jüngster Unternehmer, in einem Jahr mit KI machen können?

**Luca:** Na ja, wir haben über 72 Stunden gesehen, was Claude Fable machen kann. Sie haben es jetzt entfernt, weil es anscheinend zu riskant war, und ich glaube, wenn sie den Fortschritt von diesem Modell haben, dann gibt es kein Limit mehr, was man machen kann. Ich glaube, zwei Menschen haben mit zwei Prompts das Minecraft-Spiel 1:1 nachgebaut. Also der Sprung vom letzten zu diesem Modell ist wirklich riesig, und ich finde es wirklich schade, dass sie es entfernt haben. In einem Jahr wird alles automatisiert werden. Im Moment sind Claude und OpenClaw nicht so bekannt, und ich glaube, in einem Jahr wird Claude viel populärer werden.

**Manuela Machner:** Ja, man muss sagen, Claude ist auch viel stärker im Unternehmertum zu Hause. Viele nutzen ChatGPT eher im privaten Bereich, und dadurch kennt's jeder mehr oder weniger, und Claude wird eher im unternehmerischen Kontext gesehen. Man muss aber sagen, in ChatGPT könntest du über Codex jetzt auch schon extrem viel machen. Aber das haben die Leute auch nicht am Schirm, die ChatGPT nutzen. Da haben wir sicher noch Potenzial. Ich glaub, dass bei all den Sachen, die du machst, viele Erwachsene sich grad denken: Oh mein Gott, wo bin ich jetzt zu Hause? Weil du gesagt hast, ich hab früher nur Texte geschrieben. Ich kann dir sagen, die meisten Erwachsenen schreiben momentan mit KI nur Texte.

**Eliot Mannoia:** Ja, super spannend. Danke Luca auf jeden Fall für deine ganzen Einblicke. Auch ich habe was dazugelernt und sicherlich unsere Zuhörer und Zuschauerinnen auch. Sehr beeindruckend. Hut ab. Bin sehr beeindruckt und stolz auf dich, was du da alles auf die Beine gestellt hast, und deine Wissbegierde und Neugier. Echt wirklich bewundernswert. Vielen Dank, dass du bei uns warst. Wir machen auf jeden Fall eine zweite Folge. Bis zur nächsten Woche, Mind/Machine. Macht's es gut.

**Manuela Machner:** Alles Liebe. Macht's es gut. Ciao.

**Luca:** Baba.