KI verändert Unternehmen schneller als klassische Change-Prozesse mithalten können. Alexander Masek, Transformation Manager bei Drei, erklärt, warum Kommunikation der entscheidende Hebel ist, wie man mit der Speedboat-Strategie gegen das Unternehmens-Immunsystem vorgeht und was Führungskräfte jetzt konkret tun müssen.
Im klassischen Change Management war das Ziel stabil, nur der Weg dorthin musste gestaltet werden. Mit KI bewegt sich das Ziel selbst, während man noch auf dem Weg ist. Neue Modelle, neue Tools, neue Möglichkeiten erscheinen während eines laufenden Projekts. Wer auf einem starren Plan beharrt, produziert Lücken und Nacharbeit. Wer adaptiv agiert und wöchentliche Updates einbaut, kann reagieren. Die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung macht Agilität zur Pflicht, nicht zur Option.
Alexander Masek
Große Organisationen haben ein Immunsystem, das Veränderung abwehrt. Egos, Politics, Abwehrhaltungen. Speedboats sind kleine, abgekoppelte Pilotprojekte: Zwei, drei neugierige Menschen testen einen Prozess aus, mit klarem Rahmen und klarem Ziel. Wenn es funktioniert, sehen alle anderen den Beweis. So überzeugt man das Immunsystem mit Ergebnissen statt mit Argumenten. Wichtig ist das Buy-in: Ohne Commitment der Organisation läuft dem Speedboat der Sprit aus.
Alexander Masek
Der häufigste Fehler in Change-Projekten ist mangelhafte oder späte Kommunikation. Der Flurfunk in einem Unternehmen ist extrem effizient, und da entstehen die wildesten Gerüchte. Wer nicht kommuniziert, verliert die Deutungshoheit. Alle Betroffenen, direkt und indirekt, müssen verstehen, was passiert, was sich verändert und was das konkret für sie bedeutet. Frühzeitige, vollumfässende Kommunikation ist kein Nice-to-have, sondern die Grundlage dafür, dass Veränderung überhaupt gelingt.
Alexander Masek
Change Manager begleiten den Prozess, aber Führungskräfte müssen ihn tragen. Wer den Wandel nur duldet oder an die IT delegiert, verliert ihn. Führungskräfte müssen proaktiv mit ihren Teams in die Auseinandersetzung gehen: Workshops, wo man fragt Was hätte KI für einen Impact auf unsere Prozesse, informelle Netzwerke als Frühwarnsystem, und das Signal nach oben, wenn Erwartungen nicht realistisch sind. Ohne aktive Führung bleibt Kommunikation wirkungslos.
Alexander Masek
Menschen haben Kapazitätsgrenzen. Wer alles auf einmal fordert, überfordert. Überforderung führt zu Abwehrhaltung, Frust und Widerstand. Die Lösung ist Phasierung: Phase eins abschließen, schauen wie es funktioniert, dann Phase zwei starten. Transparente Kommunikation darüber, was wann kommt, gibt Menschen Orientierung. Wer den Wandel in verdauliche Schritte teilt, kommt weiter als wer alles gleichzeitig fordert.
Eliot Mannoia
Wer wartet, dass alles vorgekaut wird, wird abgehängt. Laufendes Beschäftigen mit dem Thema ist notwendig, nicht einmal im Jahr ein Kurs. Morgen schaut alles anders aus, der Button ist nicht mehr dort, das Tool hat sich verändert. Mitarbeitende müssen eigenverantwortlicher werden und sich aktiv einbringen. Gleichzeitig brauchen sie Führungskräfte, die den Rahmen schaffen und Raum geben, sich auszuprobieren. Selbstverantwortung und strukturelle Unterstützung gehören zusammen.
Manuela Machner
Sechs konkrete Schritte, mit denen Führungskräfte KI-getriebene Transformationsprojekte erfolgreich begleiten, Widerstände abbauen und ihre Teams durch den Wandel führen.
Hi und willkommen zur nächsten Folge von Mind/Machine. Ich bin Eliot Mannoia, digitaler Psychologe, und heute haben wir Alexander Masek zu Gast, Transformation Manager bei Drei. Und natürlich Manuela Machner, KI-Beraterin mit Schwerpunkt Tourismus. Alexander, wie kommst du zum Thema KI? KI ist in meinem Job permanent präsent. Es ist Teil einer signifikanten Veränderung der letzten zwei, drei Jahre. Wenn man da nicht dranbleibt, fährt der Zug weg, und dann hechtet man hinterher. Genau das ist das Spannende: Change Management selbst verändert sich durch KI. Normalerweise hat Change den Ruf, o…